
Eine letzte Trainingseinheit mit zwei Bergen der Horse Categorie stand noch auf dem Programm, bevor wir uns auf den Weg zum Grand Colombier machen, um das erste mal die Kollegen bei der diesjährigen TdF zu besuchen.
Die Fahrt mit unserem Gespann zum nächsten Campingplatz führte uns über den Passo Carlo Magno und Passo Tonale zum Campingplatz Presanella. Die Presanellogruppe ist der westlichste Teil der Adamello-Brenta-Presanella-Dolomiten. Auch hier war das Installieren unseres Gespanns kein Problem, allerdings kommt kurz bevor wir uns hinsetzen wollen ein älterer Mann auf uns zu und meint, wir dürfen unseren Bus da nicht parken. Wir haben ihm freundlich zugelächelt und versucht, seinen Hinweis zu ignorieren im Glauben, dass wir es mit einem voreiligen Blockwart zu tun haben 😀😇 Später stellte sich heraus, dass er Mitglied der Campingmannschaft ist und es gab überall Verbotsschilder, die das Parken auf dem Platz untersagen. Da haben wir klein beigegeben 😉 Als Vorbereitung auf unsere Trainingsfahrt gab es noch einen Regentag. Da konnten wir uns noch etwas schonen und die Beine hochlegen 😀
Mit erholten Beinen und einem klaren Kopf sind wir früh aufgestanden, und nach dem obligatorischen gesunden Frühstück saßen wir schon kurz nach 8 auf den Rädern 😀 Direkt vom Wohnort aus konnten wir auf eine Piste Ciclabili in Richtung Ponte di Legno fahren, wo der Einstieg zum Passo Della Gavia ist. Nach einigen Kilometern bergauf haben wir dann Beinlinge und Armlinge ausgezogen, noch kurz ein wenig Körperflüssigkeit abgelassen und weiter ging es. Der Anstieg hat in den ersten 10 Km einige steilere Rampen. Hat man die überwunden, ist die einzige schwierige Aufgabe nur noch ein komplett unbeleuchteter Tunnel. Die Ausblicke am Berg sind wunderschön und zusammen mit einer Gruppe niederländischer Motorradfahrer haben wir Fotos gemacht. Die Gruppe hatte sich die beiden gleichen Pässe vorgenommen wie wir. Da meinte einer von Edwin Hoendervangers Nachbarn, wir würden wohl deutlich mehr Müdigkeit verspüren am Abend 🤔
Nachdem wir alle Schwierigkeiten gemeistert haben, haben wir einen Kaffee getrunken in der Berghütte auf der Passhöhe. Eine richtige Kulthütte, allerdings nicht wie Siggi‘s Hütte in Willingen wegen Saufen und Partys. Nein, sie hängt voll mit Bilder der Radprofis, die da große Kämpfe bestritten haben. Einige Namen: Johan van de Velde, Andrew Hampsten oder Marco Pantani. Bei Schnee und Sturm sind sie da hoch, richtige Passhelden 😇
Die Abfahrt nach Bormio war schön lang und gespickt mit wunderschönen Ausblicken 😀
In Bormio haben wir uns gestärkt und sind dann wiederum über eine Piste Ciclabili bis nach Mazzo di Valtellina gefahren.
Da ging es dann in den legendären Passo Mortirolo. Hier hat Marco Pantani in 1994 sein erstes Ausrufezeichen gesetzt, während der damaligen Giro d‘Italia 😎

Die Passstraße ist nicht lang und die Passhöhe ist auch nicht sehr hoch, dafür macht man auf 12,2 Kilometer gut 1336 Höhenmetern. Die Temperaturen lagen bei knapp 30 Grad und mit den vorherigen Kilometern und Höhenmetern schon in den Beinen eine echte Herausforderung – sowohl körperlich als mental. Da die Straße sehr eng ist, gibt es zum Glück nicht viel Verkehr. Etwas anstrengend für den Kopf sind E-Mountainbikefahrerinnen, die locker an einem vorbeifahren mit einem entspannten Grinsen im Gesicht. Wahrscheinlich denken sie sogar den legendären Satz, den Udo Bölts zu Jan Ullrich schrie: „Quäl dich, du Sau“. Oben angekommen war es doch recht voll mit Radfahrern und wir mussten uns sogar anstellen für unser Passbild 😅
Die Abfahrt zurück ins Tal, wo Gerda und Bussi warteten, ist relativ einfach zu fahren und deutlich weniger steil als die Auffahrt 😀 Die letzten 10 Kilometer gingen dann gemütlich ansteigend bis zum Campingplatz 😎 Tagespensum vollbracht – 114 Kilometer und mit 3.129 Höhenmetern Sigrid‘s 3.000er Marke geknackt – das müsste für die TdF reichen 😀

















