Columbus…

Mont Aiguille

Wir sind jetzt im Mittelgebirge angekommen, knapp 2 1/2 Stunden Fahrt von La Léchère und etwas südwestlich von Grenoble. Imposant thront hier der Tafelberg Mont Aiguille. Per Zufall bei Google Maps gesehen und heraus gefunden, dass es ein geschichtsträchtiger Berg ist.

Wie wir wissen, hat 1492 Columbus durch die Entdeckung Amerikas den Grundstein für Donald Trump gelegt. Immer noch kaum vorstellbar, dass es das vorher gar nicht gegeben hat. Was hatten die Vikinger dann gesehen❓Zum Glück haben die Amerikaner sich soweit entwickelt seitdem, dass sie es trotz ups and downs geschafft haben: „Yes you can, America first“ ‼️

Columbus hat aber nicht den Mont Aiguille entdeckt. Den gab es schon 😂

Besteigungsgeschichte (Wikipedia)

Durch seine steilen Wände galt der Mont Aiguille im Mittelalter als unersteigbar und war auch unter dem Namen Mons Inaccessibilis bekannt. König Karl VIII. der Freundliche oder der Höfische, dem die bizarre Gestalt des Berges beschrieben wurde, befahl 1492 seinem Kammerherrn Antoine de Ville, eine Besteigung zu versuchen. Am 26. Juni 1492 erreichten de Ville und mehr als zehn weitere Expeditionsteilnehmer, darunter zwei Priester und ein Notar, mit Hilfe von Leitern und weiterer Bergsteigerausrüstung vom Pass Col de l’Aupet (1627 m) im Westen aus den Gipfel. Dort wurde eine Messe gelesen und der Berg offiziell in „Aiguille-Fort“ umbenannt, ein Name, der sich jedoch nicht durchsetzen konnte. Darüber hinaus wurden Gipfelkreuze und eine kleine Hütte errichtet. Die Expedition verbrachte sechs Tage auf dem Gipfel und ließ sich, wohlbehalten wieder „unten“ angelangt, vom einfachen Volk und von den Mitgliedern des eigens einberufenen Parlement de Grenoble huldigen.[1]

Die Erstbesteigung gilt heute neben der Erstersteigung des Mont Ventoux durch Francesco Petrarca als eine Geburtsstunde des Alpinismus. Sie wurde von François Rabelais in seinem Quart livre beschrieben.

Erst im Jahr 1834 wurde der Mont Aiguille von dem Schafhirten Jean Liotard, einem Nachfahren eines der Erstbesteiger, zum zweiten Mal bestiegen.

1878 baute der Club Alpin Français den Weg der Erstersteiger teilweise zu einem Klettersteig aus, der bis heute als Normalweg zum Gipfel gilt. Mittlerweile gibt es am Berg auch mehrere schwierigere Kletterrouten und er wurde sogar bereits mit Skiern befahren.[2]

Bei unserer Ankunft war es schön sonnig und der Campingplatz war bis auf einige Tagesgäste komplett leer. Daher konnten wir die Gerda wieder mal in Pole-Position installieren. Das bringt nicht nur einen Platz an der Sonne, sondern es lässt sich wunderbar manövrieren 😀 Wenn man nicht gerade seit über 30 Jahren mit einem Bus 🚌 oder Wohnwagen unterwegs ist, Frank Vernimmen, freut man sich über jeden freien Meter 😜

Gegen späten Nachmittag verließ uns die Sonne. Da wir aber unseren Beefer benutzen wollten, sind wir zum Nachbarn ausgewichen 😇 Der Nachbar war ein Mobilheim, ein alter Bahnwagon mit kleinem überdachten Balkon 😀

Auch für den nächsten Tag war Regen angesagt, so dass wir uns außer einkaufen, lesen, Blog schreiben und Vorbereitung auf eine Mont Aiguille Besteigung nichts vorgenommen haben.

Einkaufen, lesen und Blog schreiben haben wir ohne Probleme hinbekommen 😀 Die Vorbereitung klappte auch wunderbar. Sigrid hat sich gut eingelesen, viele Kleinigkeiten ausfindig gemacht und daraus resultierte, dass wir einen Bergführer engagieren werden. Auch da war sie schnell fündig. Kurzerhand eine e-mail geschrieben und dann ihre große Stärke ausspielen: „Geduld“. 🤔

Bis nachmittags nichts gehört, also machen wir uns auf den Weg zum Büro des Bergführers. Dank Google Maps kein Problem 😜 Leider niemand da, dann mehrmals angerufen. Leider niemand da. Abends gegen 21 Uhr 30 kommt eine e-mail rein. Es täte ihm leid sich jetzt erst zu melden, er könne unsere Anfrage leider nicht befriedigen. Die Wettervorhersage wäre nicht so gut und so kurzfristig könnte er nicht und könnte auch sonst niemanden so schnell engagieren 😦

Es soll wohl nicht sein mit unseren Bergsteiger Unternehmungen 😇

Dritter Versuch, Dritte mal gescheitert‼️ Reinhold Messner hat immer mehr Lehre gezogen aus seinem Scheitern als aus seinen Erfolgen, daher glauben wir die besten Voraussetzungen mitzubringen, erfolgreiche Bergsteiger zu werden 😂

Wenn wir schon nicht rauf gehen, dann gehen wir halt drumherum. Also nächsten Tag Wanderklamotten und Bergstiefel angezogen, die Rucksäcke bestückt mit Regenkleidung, Proviant und Wasser und los gehts. Eine wunderschöne Runde, 21 Kilometer und 1100 Höhenmeter, wunderschöne Blicke und sehr einsam und verlassen 😀 So wie wir uns es vorstellen und wirklich komplett genießen können. Genau am Point-of-no-Return fing es an zu regnen und hörte nicht mehr auf bis wir die Gerda erreichten.

Nach einer guten Nacht sind wir dann am nächsten Tag weiter Richtung Süden gereist.

Naturpark Baronnie Provençal wartete schon auf uns 😀

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