Bin gut über den Tourmalet gekommen stop…

Bagnères-de-Bigorre

Mittlerweile ist auch in den Pyrenäen der Herbst angekommen und wir müssen unsere Radtouren nach dem Wetter richten. Wir berichteten schon von dem Sturm, der unsere Gerda richtig durchgeschüttelt hatte. Und auf unserer Fahrt zu dem Col d‘Aubisque haben wir auch gesehen, was der so angerichtet hatte. Direkt unterhalb vom Campingplatz war ein Strompfosten abgebrochen und auf den kleinen Nebenstraßen haben wir noch viele Stellen gesehen, wo Äste oder Bäume abgebrochen waren. Ganz spannend zu sehen, wie die Bauern ihre Straßenabschnitte schon zur frühen Stunde freigemacht hatten und wir überall frei Fahrt hatten. Da kommt dann die Frage auf, ob das bei uns auf dem Land genauso funktioniert?

Am ersten Tag in Bagnères-de-Bigorre: Regenwetter. Sigrid hat sich ihrem Hobby gewidmet, die Wäsche und Martin war zu Fuß einkaufen. Für den nächsten Tag war gutes Wetter angesagt und die vielen verschiedenen Wetter-Apps waren sich sehr einig. Als positive Menschen haben wir die beste Vorhersage gewählt mit 6 Stunden Sonne und auch oben auf dem Tourmalet noch 10 Grad Celsius und wenig Wind. Da sind wir früh aus den Federn und nachdem wir gefrühstückt hatten sofort aufs Rad.

Obwohl wir eine Hauptstraße fahren, ist es zu früher Stunde schön ruhig. Da kommen Erinnerungen auf an die vielen Fahrten mit Roody. Viele schöne Stunden, wo die Welt noch geschlafen hat.

Geschlafen bis wir vorbei gefahren sind und uns lauthals künstlich gestritten haben oder verschlafene Menschen auf dem Balkon mit unserem: „Guten Moooooooooooorgen“ aus ihrem inneren Frieden geweckt haben 😇

Die Anfahrt zum Mythos fängt schon direkt in Bagnères-de-Bigorre an: mit einer leichten, aber permanenten Steigung geht es bis St. Marie de Campan. Das Dorf ist Teil des Mythos‘.

In diesem Ort erinnert eine Plakette an die Tour von 1913. Eugène Christophe, genannt le Vieux Gaulois (der alte Gallier), schmiedete hier ohne fremde Hilfe vor den Augen der Touroffiziellen, die bei einem Unfall mit einem Pkw gebrochene Radgabel an seinem Rennrad und konnte die Fahrt mit vier Stunden Zeitverlust so fortsetzen – allerdings ohne Aussicht auf einen Sieg. Er wurde dieses Mal insgesamt Siebter.

Die Abenteurer, die damals die TdF gefahren sind, haben dies unter ganz anderen Voraussetzungen gemacht als die jetzigen Profis. Der Col du Tourmalet ist der erste Pass im Hochgebirge, der 1910 in der TdF aufgenommen wurde. Zu der Zeit keine asphaltierte Strecke und es sollten sogar Bären in den Pyrenäen unterwegs sein. Nichtsdestotrotz hat der luxemburgische Mitarbeiter der L’Equipe nach der Erkundung, wobei er selbst fast ums Leben gekommen ist, seinem Chef Henri Desgrange folgende Worte telegraphiert: „Bin gut über den Tourmalet gekommen. Stop. Straße in gutem Zustand. Stop. Keine Schwierigkeiten für die Fahrer.

Nach dem Örtchen geht es dann richtig hinauf. Mittlerweile sind wir so gut trainiert, da fühlt man natürlich trotzdem die Steigung, aber man kann die Landschaft auch richtig genießen 😊

Blick auf den Pic du Midi de Bigorre.

Die Fahrt bis dem Skiort La Mongie bleibt immer im Bereich 7-8% und ab da kommen die 2-stelligen Prozentwerte. Bis auf 2 Bora-HansGrohe Fahrer, die sich da hochgequält haben, haben wir nur noch einen französischen Triathleten gesehen. Mit dem konnten wir ein bisschen spielen 😀

Oben angekommen, war es dann doch recht voll und wir registrierten viele spanische Fahrer. Vielleicht wollten die am folgenden Tag der Vuelta zuschauen. Leider ist aufgrund der Covid-19-Pandemie die Vuelta in Spanien geblieben, sonst wären wir natürlich auch gerne gucken gewesen 😀

Die Abfahrt bis Luz-Saint-Saveur, ist sehr übersichtlich und richtig schön zu fahren, da gab es dann erstmal einen Café 💪🏻

Der weitere Rückweg führte uns erstmal durch eine wunderschöne Schlucht.

Gave de Pau

Als wir die Schlucht verlassen haben, schlängelte sich der Weg durch ein kleines Tal in Richtung Lourdes. Aus dem Tal heraus gab es noch einen kleinen Anstieg in Richtung Heimat. Die wunderschönen Herbstfarben sind aber so beeindruckend, dass man die Höhenmetern gar nicht mehr spürt.

Unser Fazit: „Sind gut über den Tourmalet gekommen. Stop. Straße in gutem Zustand. Stop. Keine Schwierigkeiten für die Fahrer.

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