
Präsident Macron hat am Mittwoch, 28.10.2020, verkündet, dass ab Freitag den 30.10.2020 die COVID-19 😷 Maßnahmen deutlich verschärft werden. Jetzt dürfen wir den Campingplatz nur noch zum Einkaufen verlassen. Dafür sollen wir eine Bescheinigung downloaden, ausfüllen und bei Aufforderung vorzeigen.
Der Campingplatz schließt am 31.10. Aber da wir noch auf ein Päckchen warten, sind die Damen des Campingplatzes so lieb, uns bis Montag Asyl zu gewähren.
Nach stundenlanger Recherche der Situation in Frankreich, der Schweiz, Spanien und Portugal entscheiden wir uns, erstmal wieder zurück nach Deutschland zu reisen. Da uns die Situationen in Spanien und Portugal zu diesem Zeitpunkt zu unsicher sind, überlegen wir, dass es für uns keinen Sinn macht, erstmal weiter südlich zu reisen und – falls diese beide Länder auch zu machen – wir statt 1400 Kilometer dann die doppelte Strecke zurücklegen müssen.
Ein kurze erklärende WhatsApp – endend mit der Drohung „wir rufen Sie Morgenfrüh an“ – an unsere lieben Vermieter aus Dortmund Aplerbeck verschickt und die Rückreise war beschlossen.
Wenn angekündigt wird, ab wann strengere Maßnahmen gelten, wird der letzte Tag in „Freiheit“ intensiv genossen. Da ist die französische Bevölkerung auch nicht anders als die Bevölkerung in der Heimat 😇
Gut gefüllte Cafés und Terrassen prägen jetzt das Stadtbild in Bagnères-de-Bigorre und auch wir gönnen uns ein Bierchen.

Wir belassen es bei einem gegen den Durst und einem zum Genießen 😌
Andere glauben, alle Fässer sollten leer getrunken werden. Ab einem gewissen Pegel, wenn lautstarke und intensive Selbstgespräche geführt werden, ist man dann die Attraktion des Cafés 🤡

Am Freitag ist es dann soweit: Beginn der Verschärfung!
Es ist ein unbekanntes Gefühl, sich nicht frei bewegen zu können. Wenn Menschen, so wie wir – mit einem ziemlich schlecht zu bändigen Bewegungsdrang – ihre Runden auf einem Campingplatz drehen, ist das nicht einfach. Zum Glück gibt es die knapp 300 Meter lange Einfahrt, die von der Hauptstraße kommt, da kann man die Strecke noch etwas verlängern 😇 Da wird uns richtig bewusst, wie gut wir es unser Leben lang schon haben und wie gut wir es hatten bei dem Lockdown im Frühling in Deutschland.
Einen wunderschönen Blick auf die Berge, die Größe des Campingplatzes und das schöne Wetter machen die eingeschränkte Freiheit trotzdem sehr gut erträglich. Wir wissen jetzt, dass es für uns erstmal nur 1 Tag ist, dann sind wir unterwegs. Wir können uns auch gar nicht vorstellen, wie die Menschen in den Städten, in kleinen Wohnungen ohne Balkon oder Terrasse, so etwas bis mindestens Ende November aushalten sollen.

Wir haben dann die Fahrräder sauber gemacht und mit Hilfe von „Die Edelhelfer“ auch den Steuersatz an Martins Rad wieder in Ordnung gebracht.

Mittags war Martin noch einkaufen für die Fahrt, nachdem wir einen Passierschein für ihn ausgefüllt haben, und am nächsten Tag wollen wir nach dem Frühstück dann wieder losfahren 🤔
Samstag nach dem Aufstehen nur noch frühstücken und abrechnen und los, so hatten wir es gedacht.
Der Bus hatte es sich aber anders überlegt: kein Ton kam aus ihm heraus, Null Komma Null, nix!!!
Noch nicht mal eine Überbrückung mit dem Renault Clio einer der Damen des Platzes konnte ihn dazu bewegen, sich zu rühren. Da haben die Damen alle Hebel in Bewegung gesetzt und einen Garagendienst organisiert, könnte aber ein bisschen dauern, frühestens um 11 Uhr.
Da konnten wir uns in einer unserer stärksten Characktereigenschaften üben: GEDULD!!
5 vor 11 war er aber schon da und nach 5 Minuten brummte der Bus vor sich hin. Das Starten ging relativ flott, dafür war der Einbau unserer Batterieabdeckung etwas schwieriger. Zum Glück hatte Martin in der Wartezeit ausgiebig die Gebrauchsanleitung studiert und konnte so dem Mechaniker gute Dienste leisten ☺️
Jetzt nur noch die Gerda ankuppeln und bezahlen. Beides funktionierte tadellos und weil die Damen sich soviel Mühe gemacht hatten für uns, bekamen wir zum Abschied noch eine Flasche Rotwein und 2 Trinkbechern geschenkt.
Deutschland, here we come… zwar ohne Päckchen 📦 trotzdem nochmal vielen Dank an Siegfried, Sigrids Papa, für seine Mühe.
Ik hoop dat jullie snel weer kunnen gaan reizen lieve allebei 😘😘
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