
Die Rückreise war eine Fahrt ohne große Ereignisse. Gestartet in Bagnère-de-Bigorre ging es 25 Kilometer über Landstraße bis wir die Autobahn erreichten, Auffahrt genommen, Tempomat eingestellt und einfach rollen lassen. Im Gegensatz zu den gebührenfreien Autobahnen in Deutschland sind durch die Mautgebühren in Frankreich die Autobahnen immer noch schön leer. Nach ungefähr 250 Kilometern wollte Bussi schon mal trinken und wir sind von der Autobahn runter. Auch hier sind die Benzinpreise abseits deutlich günstiger und bei den großen Supermärkten oft nochmal 2 bis 3 Cent günstiger. Bussis Trinkpause nutzen wir auch für uns, um noch einen Kaffee und ein Leckerchen zu besorgen. In dem Ort fällt uns auf, wie präsent die Gendarmerie ist und wir beobachten wie Personen ohne Maske angesprochen werden und aufgefordert werden, sie aufzusetzen. Die Verschärfung der Maßnahmen wurden deutlich schneller eingeführt als in Deutschland, aber angekündigt war, dass am Wochenende nur ermahnt werden würde und noch keine Bußgelder verhängt werden. Da ist es dann offensichtlich in Frankreich für den einen oder anderen doch etwas schwieriger mit der Umsetzung 😉
Alle wieder gestärkt ging es wieder auf die Autobahn und stoisch weiter… Die nächste Pause haben wir dann nach ungefähr 300 Kilometern gemacht und haben in dem Ort eine Pizza gegessen. Bei der Pizzeria bestellt und in der Gerda schön verspeist 😋 Wie schön, wenn man sein Häuschen dabei hat ☺️
Der anfängliche Gedanke war bis Paris oder kurz dahinter zu übernachten. Als Sigrid vom Beifahrersitz bemerkte, dass Bussi und Gerda immer schneller wurden, kam bei ihr der Gedanke, dass die beiden schnell zum Parkplatz wollen. Also, lass uns jetzt vor Paris noch ein Plätzchen suchen ☺️
2 Parkplätze angefahren, beide überfüllt. Da blieb uns nichts anderes übrig, als weiter zu fahren und uns durch den Verkehr zu wühlen. So ruhig, wie es vorher war, so voll und stressig war es dann in und um Paris. Es wird keine Rücksicht mehr genommen, es werden Hupe und Lichthupe genutzt von den Parisern, damit jeder andere Vekehrsteilnehmer schön Platz macht. Der sture Holländer tut das natürlich nicht und führt Konversationen mit den Fahrern, obwohl die davon natürlich nichts mitbekommen 😜
Als wir dann unbeschadet an Paris vorbei sind, finden wir einen Platz, wo wir alle 4 erstmal zur Ruhe kommen können und übernachten.

Obwohl der Parkplatz voll mit LKW‘s war, die teilweise ihre Aggregate laufen hatten, haben wir sehr gut geschlafen. Der Frühaufsteher unter uns hat erstmal einen kleinen Spaziergang gemacht und sich einen Kaffee geholt, bevor er das Frühstück schnippelte. Gestärkt sind wir dann in die zweite Etappe gestartet.
Allerdings hatten wir vor dem Start noch ordnungsgemäß einen Passierschein für Belgien 🇧🇪 ausgefüllt. Wir wollten keine Diskussionen führen mit irgendwelchen belgischen Douaniers oder der Gendarmerie und sind da natürlich auf Nummer sicher gegangen.
Eine angenehme ruhige Fahrt auf französischem Gebiet führte uns noch ganz kurz auf die Spuren von Martins Vergangenheit. Als wir die Ausfahrt zur St. Quentin vorbeifuhren, kam der Flash zu seinem allerersten Urlaub in Frankreich.
Gemeinsam mit der Sindi ist er damals mit dem Zug nach Südfrankreich gefahren. Eingestiegen waren die beiden in Antwerpen mit Ziel Paris Gare du Nord. Kurz vor dem Grenzübergang von Belgien nach Frankreich, stellte der Schaffner fest, dass ihr Ticket für diesen Zug nicht gültig sei. Mitten in der Nacht mussten sie dann in St. Quentin aussteigen. Nach einer kurzen Wanderung aus dem Ort heraus dann auf einem Wiesengrundstück schnell das Zelt aufgebaut und schlafen. Die Träume vom Mittelmeer, Sonne und Freiheit wurden am frühen Morgen rasch unterbrochen von der Gendarmerie. Ein dummes Gesicht aufgesetzt und den Satz: „je ne parles pas français“ gesagt mit der Zufügung: „je ne comprend pas“ lässt dann den Gendarm im lauten Ton sagen: „Partir, Partir!!“.

Ähnlich, wie wenn man aus den Niederlanden in Belgien hineinfährt, spürt man den Übergang von Frankreich nach Belgien. Die Straße wird schlagartig schlecht. Die Autobahn fühlt sich an wie „de Ronde van Vlaanderen“ oder „Paris – Roubaix“. Zum Glück war es nur eine kurze Strecke bis zu der Grenzübergang bei Aachen.
In Deutschland angekommen sind wir erstmal zum Tanken von der Autobahn runter gefahren: 0,92 €/Liter, ein Traum. Der Junge an der Kasse meinte aber, gestern habe hier der Bär getobt. Da kostete der Sprit nur 0,80 €/Liter. Vollgetankt ging es dann wieder weiter Richtung Dortmund. Da können wir den Schlüssel für unser neues und altes Domizil bei unseren lieben Vermietern abholen.
Kurz vor Köln probieren wir noch, ob wir irgendjemandem aus dem Grewe-Clan noch einen Besuch abstatten können, Fehlanzeige. Wir sind natürlich nicht auf dem neuesten Stand der familiären Geschichten und trotz der Einladung von Andreas, die aber knapp zu spät kam, bleibt das erstmal so.

Nach einem kurzen Boxenstop in Dortmund-Aplerbeck mit Schlüsselübergabe und kurzer Berichterstattung bei den Eheleuten Köster ging es dann weiter zum schönsten Fleckchen Erde: „Das Sauerland“. Grüße an Markus in Olsberg. Wir wissen, wo es am schönsten ist ☺️

In Hildfeld angekommen, haben wir das nötigste aus Gerda und Bussi in die Wohnung getragen und uns dann kurz informiert, ob wir in unserer Stammkneipe etwas zu essen bekommen und vielleicht auch was zu trinken. Unkompliziert meinte der Wirt, dass wir das schon hinkriegen 😉
Ähnlich wie wir auch in Frankreich gesehen hatten, wird auch hier der letzte Abend in gefühlter Freiheit nochmal ausgenutzt. Die Kneipe ist voll und so manche Leute erkennen uns wieder. Ein schönes Wiedersehen mit einem bisschen Heimatgefühl, gekoppelt an eine gewisse Traurigkeit, unsere Auslandsreise unterbrechen zu müssen. Und dazu ein Gefühl, neben sich zu stehen, weil man noch gar nicht richtig angekommen ist.
