
Was wollen wir in Duisburg, fragten uns einige Follower.
Wir haben im Sabbatical immer mal wieder Freunde getroffen. Wir waren im Sauerland und haben Tina, Markus und noch so einige andere vom Skiclub Olsberg getroffen. Wir waren in Stuttgart bei Tanja und den Kindern. Wir waren 2x in Salzburg bei Martin und Michi. Wir waren 2x in der Ardèche bei Rita und Sascha und haben da auch Hilde getroffen. Wir waren am „Kummersee“ und haben Anja und Didi getroffen. Wir waren in Holland bei Martins Mutter und bei Ailin und Niels. Wir waren in Köln bei Anne, Nora und Zoé. Wir waren in Sichtigvor bei Sigrids Papa Siegfried. Wir haben Svenja besucht an der Möhne und wir haben Abschied gefeiert mit Rotwein und Eierlikör bei Ulla und Günter. Aber EINER bzw. ein Pärchen fehlte uns noch…

Das letzte Mal hatte Martin ihn getroffen bei einen entspannten Abend zusammen mit Didi. Da haben sie gemeinsam das COVID-19-Jahr eingeläutet …
Noch unwissend, wie es sich entwickeln würde – und natürlich lautstark und mit kindlicher Naivität. So, wie sie es gemeinsam auf den vielen, vielen gemeinsamen Radkilometetern gemacht haben – bis zu dem Schicksalstag 01.11.2016 😇 Wobei er noch regelmäßig mitgefahren ist, bist zu seiner alles entscheidenden Wadenmuskelverletzung…
Aber bevor man in Duisburg ankommt, müssen ein paar Kilometer gemacht werden. Da wir aus der Anfahrt nach Hulst gelernt haben, dass einem die letzten Kilometer im Dunkeln, wenn man schon müde ist, doppelt solange vorkommen, steigen wir diesmal schon kurz nach 6 Uhr auf die Räder. Nachdem wir das Frühstück, was Sigrid am Vorabend schon vorbereitet hatte, verspeist haben.
Im Dunkeln, ausgeruht auf bekanntem Terrain, lief es locker und es wurde gerade hell als wir in Antwerpen ankamen. Im Hellen ging es viel flotter und entspannter als 2 Tage zuvor, als wir in umgekehrter Richtung gefahren sind mit schon 200 Kilometern in den Beinen 😀
Diesmal nur knapp 20 Kilometer am Albertkanaal entlang, bevor wir die nächsten 45 Kilometer am Kanaal van Bocholt (B) naar Herenthals entlang fuhren. Wie auf der Hinfahrt: ein Spiel für den Kopf.
Nach gut 125 Kilometer sind wir in Budel (Nl). Kurz ein Foto nach Hulst schicken, da in Budel Martins Vater eine zeitlang stationiert war, während seiner Dienstpflicht. Da sind oft großartige Geschichten passiert.

Von Budel bis Venlo noch mal 50 Kilometer durchfahren. In Venlo dann einen Kaffee und Brötchen aus dem Jumbo 😋
Direkt außerhalb von Venlo ging es dann unspektakulär über die Grenze nach Deutschland. Jetzt noch weniger als 50 Kilometer und den Stallgeruch schon in unseren Nasen, haben wir sie locker abgespult und kamen in der Dämmerung bei Maria und Rüdiger an. Kurz bevor wir bei den beiden ankamen, fuhren wir am Stahlwerk Rheinhausen vorbei. Da kommen sofort die Gedanken an Ruhrpottgeschichte hoch und man fährt mit einem besonderen Gefühl hier entlang.
Die beiden haben uns schon freudig erwartet und herzlichst empfangen 😎

Nach 230 Kilometer möchte Martin erstmal was Vernünftiges trinken und bestellt ein Bier 🍺 Auf das Wiedersehen muss erstmal angestoßen werden, wobei die herrlichen Gerüche in der Küche den Hunger bemerkbar machen.
Nach dem Bier kommt duschen und wenn wir beiden wieder frisch sind, kann der Abend beginnen 🤪
Während wir in unserem Sabbatical die Zeit draußen verbringen in oder am Berg, auf dem Rennrad, MTB, oder im Klettergurt, haben die beiden sich die ganze Zeit mit ihrer Wohnung beschäftigt. Kreativ denken, planen, ab- und ausreissen, gemeinsam Lösungen finden, neugestalten usw. Das alles neben der Arbeit: Chapeau, Das Resultat: überwältigend. Wir bewundern die beiden sehr und freuen uns, dass sie sich gefunden haben 🥰
Aber was nützt eine wunderschöne Küche, wenn die Köche nicht kochen können😬 Weit gefehlt: wir haben nicht nur wahnsinnig lecker gegessen, sondern auch wahnsinnig viel 😋😋 Natürlich in Begleitung von ein paar Gläschen 🍷 und der Wärme vom Öfchen 😅
Ein wunderschöner und lustiger Abend mit schönen Gesprächen und Marias herzhaftem Lachen ging natürlich irgendwann zu Ende und wir sind todmüde ins Bett getorkelt 🤓
Am Morgen haben wir beiden erstmal geglaubt, die ganze italienische Familie kommt zum Frühstück. Aber der komplette Tisch war nur für uns gedeckt 🙄
Bevor Maria sich auf dem Weg zum Sport machte, hat sie uns noch mal ans Herz gelegt: wir können solange bleiben, wie wir wollen. Wir würden einen Schlüssel bekommen und, und, und. Wir haben natürlich dankend abgelehnt, wir sind Zweierbrödler. Das wäre bestimmt für alle anderen nur ganz kurz lustig.
Nachdem wir uns gestärkt hatten, fuhren wir in altbewährter Form zu dritt auf den Rennrädern los. Rudi hat uns begleitet bis Herne.
Vor uns lagen jetzt noch 120 Kilometer und einiges an Höhenmetern. Sigrid hatte schon damit geliebäugelt, bis Dortmund zu fahren und dann den Rest mit der Bahn bis Winterberg. Wahrscheinlich war ihre Sendung ans Universum so STARK, dass wir nur bis Bochum gekommen sind. Martins Hinterrad hatte einen Plattfuß. Schnell den Schlauch gewechselt, 5 Meter gefahren und wieder kaputt 😞 Der Reifen war so verschlissen, dass der Schlauch einfach durchkam.

Aber da wir immer Glück haben, die nächste Haltestelle war nur 30 Meter entfernt 🍀

Somit war unsere Quarantänefahrt in Bochum schon beendet. Ab jetzt Straßenbahn, Bahn und Schienenersatzverkehr bis Winterberg. Und von Winterberg bis Hildfeld mit einem Großraumtaxi, wobei der Taxifahrer meinte, normalerweise hätte er einen noch größeren Wagen.
Jetzt waren wir wieder bereit, das Leben in Hildfeld anzunehmen.







