Almería – stürmische Gewässer

Kaaaalt…

Wie üblich nutzen wir einen Schlechtwettertag zum Reisen. Zwei Stunden brauchen wir, um von Bolnuevo bis La Garoffa zu fahren. Die ganze Fahrt regnet es und auch bei Ankunft plätschert es ganz schön. Die Anmeldung ist unkompliziert und der Campingplatz ist überschaubar klein. Daher ist die Platzsuche auch kein Problem. Im strömenden Regen manövrieren wir die Gerda auf den engen Platz und als wir alles fertig haben, steigt unser Nachbar aus Wesel aus seinem Komfort-Wohnmobil und fragt, ob alles klappt oder ob wir Hilfe brauchen. Schön für uns – nachdem wir jetzt fertig sind – mit unserem „Nein, danke“ niemanden zu verletzen.

Das Wetter lädt nicht zum Radeln ein, dafür könnte doch mal wieder gewaschen werden. Leider gab es auf dem Campingplatz keine Möglichkeit, aber Sigrid hatte schon schnell in Almería einen Waschsalon ausfindig gemacht. Sachen zusammen gepackt und nix wie hin. Dank Googlemaps alles mittlerweile kein Problem mehr, nur die Parkplatzprobleme in dem Wohngebiet hatten wir nicht einkalkuliert. Da wir aber viel Zeit haben, können wir auch etwas weiter weg parken. Wäschekorb unter dem Arm Latschen wir zu Fuß hin. Der Waschsalon ist gut bestückt und Sigrid ist mittlerweile sehr geübt in der Bedienung. Beim Verlassen des Salons sichtet Martin direkt nebenan einen Frisörsalon. Nein, er braucht keinen Haarschnitt, aber Sigrid könnte etwas Farbe gebrauchen. Auch hier wird uns schnell und effizient geholfen, dank Google-Übersetzer. Sie bekommt noch am selben Tag einen Termin.

Frisch gestylt mit einer leichten Rottönung und sauberer Wäsche können wir den nächsten Tag beginnen. Filomena hat Spanien fest im Griff, so dass das Wetter noch nicht viel besser ist. Da lässt Martin sich durch Roody motivieren, das Mittelmeer auszuprobieren. Am ersten Tag mit seinem Shorty, ein Andenken an die Firma Rückenwind und am zweiten Tag mit dem kompletten Neo, ebenfalls bei Rückenwind ergattert. Die Luft-und Wassertemperatur tun sich nicht viel, wobei das Wasser mit knapp 14 Grad etwas kälter ist. Trotz Neopren, aber mit fehlendem Biopren ist das für uns schon sehr kalt. Und wir sind halt keine Svenja, die bei 7 Grad in dem Möhnesee schwimmt. Chapeau Svenja, unsere Bewunderung hast du 💪🏻

Für die nächsten Tage ist dann zwar kein Regen mehr angesagt, dafür aber viel Wind. Etwas skeptisch beäugt durch die Nachbarschaft steigen wir die windigen Tage gut gelaunt aufs Rad. Am ersten ist es sonnig, aber es weht ein sehr starker Wind. Wir entscheiden uns für eine Tour entlang der Küste. Nach 28,3 Kilometern Rückenwind entschieden wir uns, den Rückweg zu starten. Dafür brauchen wir insgesamt eine halbe Stunde länger, was uns zeigte, wie stark der Wind doch war. Unsere Gedanken wandern unterwegs zu Markus, als wir uns die Zeit nehmen, die Kitesurfer zu bewundern.

Nach getaner „Arbeit“ wird es Zeit für ein Bierchen am Strand.

Ohne Biopren mit Daunenjacke, mit Biopren im kurzärmligem T-shirt 😉

Am heiligen Sonntag, beschließen wir, ins hügelige Hinterland zu fahren. Vom Campingplatz geht es erstmal durch Almería aber nach insgesamt 12 Kilometern öffnet sich die Natur für uns. Es ist sehr faszinierend, wie auch hier wieder alles anders wirkt als an den vorherigen Stationen, wo wir waren. Die Hügellandschaft ist in Sandfarbe getaucht, die Strecke ist wunderschön mit einigen leichten Anstiegen. Es wird vorerst unsere letzte gemeinsame Ausfahrt, da das Training für uns beiden in eine unterschiedliche Phase kommt.

INTERVALLTRAINING

Wie beschrieben sind wir im Training auf unterschiedlichen Wegen unterwegs. Obwohl wir am heutigen Tag beide Intervalle trainieren, passt das Training nicht zusammen. Ab heute erkundigen wir die Landschaften alleine. Das ist seit 2017 sehr selten vorgekommen und daran müssen wir uns erstmal wieder gewöhnen. Der Vorteil, wir sehen die gleichen Strecken mit einer unterschiedlichen Wahrnehmung und hinterher kann man sich schön gegenseitig berichten 😀

Wir hätten uns gerne mal Dirk Sellenys zweite Heimat angesehen. Der Dirk, Sonnyboy und Flowerpowermann, war in seinen jungen Jahren im Nachbarort Surflehrer und hat hier bestimmt viele Spuren hinterlassen. Da es zur Roquetas de Mar eine Straßensperre gab, konnten wir leider oder vielleicht auch glücklicherweise keine Spurensuche betreiben. Wer weiß, wieviele depressive Mittvierziger Frauen da am Strand hocken und auf Dirk warten 😇

Zur Belohnung gab es am letzten Abend noch einen tollen Sonnenuntergang.

Den nächsten Tag haben wir dann die bunte Mischung auf dem Campingplatz verlassen. Die gesellige Runde von nebenan: es trafen sich jeden Nachmittag ein französischer Künstler, ein belgischer Gast und unsere Weseler Nachbarn zum Bier mit anschließendem Schnaps trinken. Dann war da noch ein niederländisches 68er Pärchen, das Wohnwagen und Stellplatz wunderschön im Yogastyle geschmückt hatten. Und der englische junge Mann mit seinem freundlichen Hund.

Wir machten uns auf dem Weg nach Motril, unser Weg in die Spanienüberwinterunggesellschafft… 😀

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