Campo de entrenamiento o Residencia de ancianos?

Sierra Nevada

Die Strecke La Garoffa bis Motril ist etwas über 100 Kilometer und führt an der Küste entlang. Ein ständiges auf und ab gespickt mit wunderschönen Blicken. Die Küstenstraßen in Spanien sind nicht vergleichbar mit den Bundesstraßen oder Autobahnen im Pott oder Deutschland allgemein, es ist relativ wenig Verkehr und die Verkehrsteilnehmer gehen respektvoll miteinander um.

Etwas mehr als eine Stunde brauchen wir und wie immer klappt alles bei der Anmeldung reibungslos. Auch jetzt dürfen wir unser Plätzchen selber aussuchen und nach einem kleinen Rundgang haben wir neben einem Ehepaar aus Krefeld einen schönen Platz gefunden. Kurz in der Rezeption Bescheid gegeben und mit Bussi und Gerda hingefahren.

Jawohl, ihr ratet richtig: der Nachbar kommt aus seinem Vorzelt raus und bietet uns sofort seine Hilfe an, erklärt uns, wie wir alles am besten machen und hilft beim Rangieren 😂😂 Er redet die ganze Zeit und erzählt uns eine ganze Menge, ob wir es jetzt hören wollen oder nicht. Sigrid rettet uns mittels eines kurzen Unterbrechungssatzes, dass wir den Rest schon schaffen und er dackelt brav wieder zurück zu seiner Frau.

Einer von Sigrids ersten Eindrücken bei Martin war „unnahbar“ und diese Ausstrahlung, die er manchmal hat, hilft uns dann, dass der Kontakt nicht gleich in eine Freundschaft fürs Leben ausartet, die aber nicht auf Gegenseitigkeit beruht 😇 Im Nachhinein müssen wir die Sensibilität des Mannes loben, da er uns nach seiner „Ersten Hilfe“ tatsächlich in Ruhe gelassen hat.

Abendstimmung vor Gerda

Zum Trainingslager wird Motril dank COVID-19: die Infektionszahlen sind in ganz Spanien, aber vor allem in Andalusien nach Weihnachten und Silvester richtig in die Höhe geschossen. Nach und nach werden immer mehr Provinzgrenzen gesperrt und später auch die Grenzen zwischen den verschiedenen Kommunen.

Zitat Johan Cruijff: „Jeder Nachteil hat seinen Vorteil.“

Wenn es COVID-19 nicht gegeben hätte, wären wir jetzt in Neuseeland unterwegs. Stattdessen reisen wir durch Spanien und lernen sehr bewusst das spanische föderale System – eingebettet in der parlamentarischen Erbmonarchie – kennen. Eine sehr schöne und interessante Erfahrung 😎

Auf unserer Einreise haben wir keinen Halt in der autonomen Region Catalonië gemacht, sondern sind direkt durch bis in die Region Valencia. Von Valencia ging es dann zur Region Murcia, von da sind wir dann nach Andalusien gekommen.

In Valencia waren wir in den beiden Provinzen Valencia und Alicante unterwegs, die Region Murcia hat keine Provinzen und in Andalusien waren wir erstmal in der Provinz Almería und sind jetzt angekommen in der Provinz Granada. Granada wiederum grenzt im Südwesten an der Provinz Málaga. Auf den ersten Blick wirkt das für euch wahrscheinlich etwas oberlehrerhaft, für uns war es eine Notwendigkeit zu wissen. Dummheit schützt vor Strafe nicht: unwissend in eine andere autonome Region, Provinz oder Kommune zu fahren, kann trotzdem zum Bußgeld führen. Das wollen wir natürlich vermeiden.

Den Tag der Ankunft nutzen wir für einen Einkauf und einen ersten Versuch, den passenden Anschluss für spanische Gasflaschen zu ergattern. Das letztere leider erstmal erfolglos.

Martin absolvierte noch sein „Schwimmabzeichen“, die Challenge >>1000 Meter schwimmen im Januar<<. Voll guten Mutes schritt er ins Wasser, um mal eben die Einheit hinter sich zu bringen. Leider spielte das GPS nicht so mit, was es aber für die Zuschauerin am Strand zu einer kleinen Spaßveranstaltung machte. Ein ständiges Hin und Her mit immer wieder ungläubigen Blicken auf die Uhr. Und nochmal, und nochmal und nochmal 😂😂 Auch wenn es noch so kalt war, sein komischer Kopf ließ ihn erst nach Erreichen des Ziels wieder zum Strand zurück kehren.

Nachdem wir am Vortag unseren hilfsbereiten Krefelder King Alfred kennengelernt hatten, reisten am nächsten Tag neue Nachbarn an. Ein nettes Seniorenehepaar aus Baden-Württemberg mit ostdeutschem Dialekt. Eine wunderschöne Mischung, die durch die Maskenpflicht noch schwieriger zu verstehen ist. In den kommenden Wochen fiel uns bei den beiden immer der nette Umgang miteinander auf, was wir über die Krefelder nun wirklich nicht behaupten können. Bei so ständig wechselnder Nachbarschaft gibt es natürlich vieles zu beobachten und viel Futter für Hobbypsychologie. Vieles zu lernen darüber, wie man kommunizieren kann oder wie man absolut nicht kommunizieren möchte. Wir persönlich bleiben doch lieber bei einem liebevollen und respektvollen Umgang miteinander, bei dem jeder den Anderen so lässt wie er ist. Ist natürlich auch einfach bei uns, weil wir beiden den Anderen so am liebsten haben, wie sie/er ist 🥰

Während unserer Zeit in Motril kam der Nachbar aus BW immer mal wieder rüber. Er war sehr interessiert an unseren Rennrädern und der Pflege, stellte viele Fragen und kam sofort mit einem Ersatzschlauch an, als er gesehen hat, wie wir unsere Satteltaschen neu bestückt haben. Leider passte sein Schlauch nicht, aber die Geste war sehr lieb.

Ein paar Straßen weiter wohnte ein anderes Pärchen aus dem Osten, deren Mann auch immer sehr interessiert an unseren Aktivitäten war. Für uns ist natürlich dann spannend, was sie zu berichten haben, nachdem sie sich erstmal entschuldigen und ihre eigene Leistung auf ihren Rädern im Vergleich mit unserer total runterschrauben. Wir bewundern aber alle Menschen, egal, was sie machen oder auf welchem Level. Schön ist zu sehen, wie sie alle noch auf ihre Art aktiv sind und einfach das Leben genießen.

An Tag zwei haben wir die Strandbar mal getestet und für gut befunden. Die Zuneigung beruht auf Gegenseitigkeit und bei den mehrfachen Besuchen in den Folgewochen, brauchen wir keine Bestellung mehr aufgeben. Wir setzen uns nur hin und schon kommen die Getränke, fast immer in Begleitung von kleineren Snacks 🤪

Manchmal mit kleinen Besuchern …

Immer wieder schön, seinen Feierabend da zu verbringen und auch immer gut besucht, aber ab 18 Uhr geht es in die Sperrstunde 😉

Sehr nett war ein Senior, der jeden Tag im „Hans-Peter Durst“ – Stil zusammen mit seinem Yorkshire Terrier seine Runden über den Campingplatz drehte, wobei er sich manchmal im Husky – Stil versuchte.

Vom 13. Januar bis zum 15. Februar haben wir uns in Motril aufgehalten! Zurück kommend auf dem Titel war es einerseits ein sehr erfolgreiches Trainingslager – 32 Rennrad-Traingseinheiten haben wir absolviert – 2650 Kilometer gespickt mit 33.000 Höhenmetern. Da können wir euch natürlich einige Fahrten beschreiben, vor allem weil jeder von uns seine eigenen Fahrten hatte, also die Einheiten, Kilometer und Höhenmetern mal 2️⃣ 😇 Da wir aber wissen, dass nicht alle so radbegeistert sind wie wir, ersparen wir euch viele Einzelheiten 😉

Anderseits war es eine Erprobung, wie es sich lebt im sonnigen Süden zwischen den Rentnern und Pensionären. Auch diese Probe war erfolgreich: das Leben ist entspannt und wie im „normalen Leben“ kristallisiert sich von ganz alleine heraus, mit wem man zurecht kommt und mit wem nicht. Man hört Diskussionen über Duschen: „Du darfst natürlich duschen heute.“ „Ich habe aber heute keine Lust.“ Man kriegt Gespräche mit über das besondere Futter für den Hund, was man sich zum Campingplatz schicken lassen kann. Oder das lautstarke Gähnen eines Nachbarns im 20 Minutentakt, egal zu welcher Tageszeit.

Ganz zum Schluss reiste ein junges Pärchen aus Stuttgart an, die beiden hatten für Mercedes-Benz gearbeitet und waren „freiwillig mit einer Abfindung“ ausgeschieden. Sie wollten auch mal ein Jahr ohne zu arbeiten durch die Welt ziehen, um währenddessen für sich selbst heraus zu finden, was Sie danach gerne machen möchten. Die Daniela hatte aber sofort ihre Visitenkarte bei Martin abgegeben, sie war nebenberuflich tätig für eine Firma….

Auf jedem Fall war es nach dieser für uns ungewöhnlich langen Zeit an einem Ort in beiden Titelthemen die höchste Zeit, erstmal weiter zu reisen. Dank sinkender Inzidenzwerte war das auch wieder möglich.

Almería – stürmische Gewässer

Kaaaalt…

Wie üblich nutzen wir einen Schlechtwettertag zum Reisen. Zwei Stunden brauchen wir, um von Bolnuevo bis La Garoffa zu fahren. Die ganze Fahrt regnet es und auch bei Ankunft plätschert es ganz schön. Die Anmeldung ist unkompliziert und der Campingplatz ist überschaubar klein. Daher ist die Platzsuche auch kein Problem. Im strömenden Regen manövrieren wir die Gerda auf den engen Platz und als wir alles fertig haben, steigt unser Nachbar aus Wesel aus seinem Komfort-Wohnmobil und fragt, ob alles klappt oder ob wir Hilfe brauchen. Schön für uns – nachdem wir jetzt fertig sind – mit unserem „Nein, danke“ niemanden zu verletzen.

Das Wetter lädt nicht zum Radeln ein, dafür könnte doch mal wieder gewaschen werden. Leider gab es auf dem Campingplatz keine Möglichkeit, aber Sigrid hatte schon schnell in Almería einen Waschsalon ausfindig gemacht. Sachen zusammen gepackt und nix wie hin. Dank Googlemaps alles mittlerweile kein Problem mehr, nur die Parkplatzprobleme in dem Wohngebiet hatten wir nicht einkalkuliert. Da wir aber viel Zeit haben, können wir auch etwas weiter weg parken. Wäschekorb unter dem Arm Latschen wir zu Fuß hin. Der Waschsalon ist gut bestückt und Sigrid ist mittlerweile sehr geübt in der Bedienung. Beim Verlassen des Salons sichtet Martin direkt nebenan einen Frisörsalon. Nein, er braucht keinen Haarschnitt, aber Sigrid könnte etwas Farbe gebrauchen. Auch hier wird uns schnell und effizient geholfen, dank Google-Übersetzer. Sie bekommt noch am selben Tag einen Termin.

Frisch gestylt mit einer leichten Rottönung und sauberer Wäsche können wir den nächsten Tag beginnen. Filomena hat Spanien fest im Griff, so dass das Wetter noch nicht viel besser ist. Da lässt Martin sich durch Roody motivieren, das Mittelmeer auszuprobieren. Am ersten Tag mit seinem Shorty, ein Andenken an die Firma Rückenwind und am zweiten Tag mit dem kompletten Neo, ebenfalls bei Rückenwind ergattert. Die Luft-und Wassertemperatur tun sich nicht viel, wobei das Wasser mit knapp 14 Grad etwas kälter ist. Trotz Neopren, aber mit fehlendem Biopren ist das für uns schon sehr kalt. Und wir sind halt keine Svenja, die bei 7 Grad in dem Möhnesee schwimmt. Chapeau Svenja, unsere Bewunderung hast du 💪🏻

Für die nächsten Tage ist dann zwar kein Regen mehr angesagt, dafür aber viel Wind. Etwas skeptisch beäugt durch die Nachbarschaft steigen wir die windigen Tage gut gelaunt aufs Rad. Am ersten ist es sonnig, aber es weht ein sehr starker Wind. Wir entscheiden uns für eine Tour entlang der Küste. Nach 28,3 Kilometern Rückenwind entschieden wir uns, den Rückweg zu starten. Dafür brauchen wir insgesamt eine halbe Stunde länger, was uns zeigte, wie stark der Wind doch war. Unsere Gedanken wandern unterwegs zu Markus, als wir uns die Zeit nehmen, die Kitesurfer zu bewundern.

Nach getaner „Arbeit“ wird es Zeit für ein Bierchen am Strand.

Ohne Biopren mit Daunenjacke, mit Biopren im kurzärmligem T-shirt 😉

Am heiligen Sonntag, beschließen wir, ins hügelige Hinterland zu fahren. Vom Campingplatz geht es erstmal durch Almería aber nach insgesamt 12 Kilometern öffnet sich die Natur für uns. Es ist sehr faszinierend, wie auch hier wieder alles anders wirkt als an den vorherigen Stationen, wo wir waren. Die Hügellandschaft ist in Sandfarbe getaucht, die Strecke ist wunderschön mit einigen leichten Anstiegen. Es wird vorerst unsere letzte gemeinsame Ausfahrt, da das Training für uns beiden in eine unterschiedliche Phase kommt.

INTERVALLTRAINING

Wie beschrieben sind wir im Training auf unterschiedlichen Wegen unterwegs. Obwohl wir am heutigen Tag beide Intervalle trainieren, passt das Training nicht zusammen. Ab heute erkundigen wir die Landschaften alleine. Das ist seit 2017 sehr selten vorgekommen und daran müssen wir uns erstmal wieder gewöhnen. Der Vorteil, wir sehen die gleichen Strecken mit einer unterschiedlichen Wahrnehmung und hinterher kann man sich schön gegenseitig berichten 😀

Wir hätten uns gerne mal Dirk Sellenys zweite Heimat angesehen. Der Dirk, Sonnyboy und Flowerpowermann, war in seinen jungen Jahren im Nachbarort Surflehrer und hat hier bestimmt viele Spuren hinterlassen. Da es zur Roquetas de Mar eine Straßensperre gab, konnten wir leider oder vielleicht auch glücklicherweise keine Spurensuche betreiben. Wer weiß, wieviele depressive Mittvierziger Frauen da am Strand hocken und auf Dirk warten 😇

Zur Belohnung gab es am letzten Abend noch einen tollen Sonnenuntergang.

Den nächsten Tag haben wir dann die bunte Mischung auf dem Campingplatz verlassen. Die gesellige Runde von nebenan: es trafen sich jeden Nachmittag ein französischer Künstler, ein belgischer Gast und unsere Weseler Nachbarn zum Bier mit anschließendem Schnaps trinken. Dann war da noch ein niederländisches 68er Pärchen, das Wohnwagen und Stellplatz wunderschön im Yogastyle geschmückt hatten. Und der englische junge Mann mit seinem freundlichen Hund.

Wir machten uns auf dem Weg nach Motril, unser Weg in die Spanienüberwinterunggesellschafft… 😀

2021 … es wird: „Radlastig“ (Zitat A. Greuel)

Wenn man ein ganzes Jahr nicht arbeitet, hat man auch ein ganzes Jahr keinen Urlaub. Daher haben wir uns für die Fahrt mit Nicole und Lothar Leder im Mai angemeldet, um endlich mal Urlaub machen zu können. Für so eine Fahrt sollte natürlich trainiert werden und nach einigen Recherchen und einem Probelauf im Dezember haben wir uns entschieden, mit der Plattform Bike2PEAK unser Training zu gestalten.

Sofort am ersten Tag des Jahres steht das erste Training auf dem Programm. Allerdings muss der weibliche Anteil von uns pausieren. Sie meldet sich ordnungsgemäß ab mit unerklärlichen Kopfschmerzen. Es steht auch jetzt noch im Raum, ob es zu wenig Wasser gewesen ist am Vortag oder ob es eher der Sekt gewesen ist. Bei letzterem in Sektgrids Fall eher schwer vorstellbar 😉

So machte sich dann Martin alleine auf dem Weg ins bergige Hinterland. Eine wunderschöne erste Trainingseinheit voller Abwechslung, die allerdings kurz vor Halbzeit unterbrochen wurde. Am Anfang des Jahres gleich mal die ersten negativen Sachen erledigen, macht direkt Platz für ein unbeschwertes Jahr. In einer kleinen Zwischensenke gab es einen „Durchschlag“ und der Hinterreifen war platt. In aller Ruhe Schlauch gewechselt und als Martin dann nach getaner Arbeit den Blick wieder zufrieden aufrichtet, schaut ihm ein großer Hund in die Augen. Nach ein paar ermahnenden Worten und mit einem nicht-eingeflicktem Fuß fuhr er wieder los. Der Hund hatte aber Null Interesse, somit konnte Martin mit eingeklickten Füßen trotzdem befreit weiter fahren und sich auf das nach Hause kommen freuen. Solange waren wir schon lange nicht mehr getrennt.

Der nächste Tag ist ein Reistetag, wir ziehen weiter in südwestliche Richtung bis in die Provinz Murcia. Das Überschreiten von Provinzgrenzen kann, wie wir gelesen haben und viel später auch mal selber in Erfahrung bringen werden, zum Problem werden. Heute läuft alles geschmiert und zügig sind wir in Mazarrón beziehungsweise im vorgelagerten Ort Bolnuevo.

Der Campingplatz liegt direkt am Strand, die Anmeldung ist unkompliziert und wir dürfen uns selbst ein Plätzchen aussuchen. Unsere kleine Gerda platzieren wir Millimeter genau neben einem der vielen großen Wohnmobile. Wie schon häufig erlebt, schaut unser neuer Nachbar zu und bietet seiner Hilfe an. Wir lehnen dankend ab, dafür kriegen wir dann aber sofort alle wichtigen Informationen über sämtliche Nachbarn, Einkaufsmöglichkeiten und Restaurants. Die überwinternden Senioren sind echt Gold wert, wobei wir uns noch nicht sicher sind, ob das Hilfsangebot entsteht aus Angst, um das eigene Wohnmobil oder doch aus Nächstenliebe 😇

Nach 2 Ruhetagen fängt jetzt am 03. Januar auch für Sigrid das Training an. Gemeinsam starten wir vom Campingplatz, aber nach einigen Kilometern merken wir das sich unsere Wege erstmal trennen müssen. Die Vorgaben sind zu unterschiedlich: entweder würde einer viel zu wenig machen oder der andere viel zu viel. Nachdem Martin seine ersten Intervalle gemacht hat, wartet er und den Rest der Fahrt können wir dann doch gemeinsam machen. Unsere erste Fahrt zeigt uns auch wieder ein komplett anderes Hinterland und in den nächsten Tagen lernen wir, wo unsere Tomaten, Zucchinis und anderes Gemüse im Winter herkommt.

Bei schönstem Wetter sind wir den nächsten Tag aufgebrochen, um ein paar Höhenmeter zu machen. Die Streckenführung lief vom Campingplatz aus direkt ins wellige Hinterland. Eine besondere Gegend, die geprägt wird von riesigen Gewächshäusern, nicht so wie wir sie aus Deutschland oder die Niederlande kennen aus Glass, sondern mit Plastikfolien überspannt. Die Parzellen liegen links und rechts von den kilometerlangen geraden Straßen. Teilweise bestückt mit Schildern von Bayer Leverkusen. Seit COVID-19 durch die Welt zieht und Bayer wohl nicht an dem Impfstoff arbeitet, gehen sie in die Offensive und werben für eine natürliche Unterstützung bei der emotionalen Belastung in der Krise. Daher haben wir vollstes Vertrauen darin, dass da nur Gesundes wächst 😇

Wir dürfen aber relativ schnell einmal links abbiegen und ab da verlassen wir die Anbaugebiete und fahren dann in Richtung Mittelgebirge. Eine jetzt sehr abwechslungsreiche Umgebung öffnet sich vor uns. Wir fahren durch kleine Dörfer und steigen langsam aber stetig nach oben. Insgesamt sind es 32 Kilometer, die uns bis zum höchsten Punkt führen. Die karge Landschaft haben wir hinter uns gelassen und wir sind durch einen Pinienwald den Berg hinauf gefahren. Hier oben gibt es kleine Parzellen, wo sich Plantagen befinden. Schwer zu bearbeiten und schlecht zu erreichen, völlig konträr zu den Gewächshäusern.

Die Fahrt zurück führt uns recht schnell nach unten zur Küste und über eine National-Straße nach Hause.

Den nächsten Tag machen wir eine Küstenfahrt. Von Bolnuevo geht’s nach Mazzaroń. Da verlassen wir die Hauptstraße und folgen der Küstenlinie. Die Sonne scheint und bei den Anstiegen wird uns schön warm. Manchmal finden wir bei Komoot schöne Strecken, die die einheimischen Rennradfahrer da hinterlegen. Das erspart uns viel Suchen. Und die Jungs und Mädels kennen oft schöne Aussichten, die wir selber eher nicht finden würden. Die schmalen Straßen führen uns an der Küstenlinie entlang bis zu „las Antennas“. Das ist zwar militärisches Gebiet, aber nicht gesperrt.

Nach einer kurzen Pause fahren wir weiter, wobei es erstmal einige Kilometer hinuntergeht. Wir werden unten belohnt mit dem Blick auf eine alte Burg. Ein Highlight für viele spanische Gäste, die bis dahin mit dem Auto fahren und uns etwas argwöhnisch betrachten.

Los Castillitos

Von da aus geht es unspektakulär, aber trotzdem wunderschön wieder zurück zum Campingplatz.

Nachmittags sind wir dann zu Fuß zu einem Highlight in Bolnuevo gegangen. Es gibt da eine besondere Sandsteinformation.

Bevor die Abreise Anstand, gab es noch einen Radtag. Für viele von euch wahrscheinlich langweilig, für uns „leider geil“. Eine Tour, die uns erstmal über einen kleinen Pass führen wird, bevor wir zum Ende hin auf die Strecke stoßen, die wir am ersten Tag gefahren sind. Es fasziniert uns total, wie unterschiedlich die Landschaft hier ist. Von der Hauptstrasse links oder rechts abbiegen oder gerade aus, eröffnet sich immer ein komplett anderes Bild. Die Vegetation, die Felsformationen, die Plantagen alles ist komplett anders. Diesmal biegen wir rechts ab und statt Sandstein finden wir jetzt Kalkstein, statt Gewächshäusern gibts es Weinanbaugebiete. Der Weg zu unserer schon gefahrenen Strecke führt uns über ein Hochplateau mit Orangen- und Zitronenplantagen. Die Augen können sich einfach nicht satt sehen. In Gedanken sind wir heute bei Maria, da wir durch das Gebiet „los Navarros“ fahren 😀

Der Abschied fällt uns dieses Mal gar nicht schwer. Außer zu unserem hilfsbereiten Nachbarn ist der Kontakt zu den anderen Gästen nihil. Dazu kommt ein älteres französisches Ehepaar, das sich permanent und lautstark in der Wolle hat. Uns zieht es am vorhergesagten Regentag weiter nach Almería.

Statt sich anzuschnauzen sollte man die Liebe gießen, dann wächst sie von alleine 😀

Bye bye 2020…

Von Valencia ging es jetzt weiter in Richtung Alicante, ungefähr 1 1/2 Stunden fahren und schon waren wir vor Ort in Villajoyosa. Ein kleines Örtchen, knapp westlich von Benidorm.

Benidorm war für Martin ein Begriff, weil da „Tante Ann“ häufiger Urlaub machte in Martins Jugendzeit. Damals waren Flugreisen noch wirklich was besonderes 😀 Schöne Grüße hiermit an Cisca und George, das frischgebackene Rentnerpaar in Hoofddorp 😀

Am Campingplatz angekommen, war jetzt äußerste Präzisionsarbeit angesagt. Wir hatten in the german street einen Platz zugewiesen bekommen. Der Platz war zwar sehr geräumig, aber mit unserem langen Gespann doch schwierig zu befahren. Da wir mittlerweile schon etwas Erfahrung haben, schauen wir uns vorher um, wie wir die Gerda am sinnvollsten parken. Sonnenstand, Windschutz, Ausblick wird begutachtet und dann geht es los. Aufgrund der Enge zur Begrenzungsmauer und der Erfahrung mit unberechenbaren Mülleimern haben wir uns viel Zeit genommen. Sigrid weist ein und Martin folgt den Befehlen. Das klappt echt gut, aber unseren Nachbarn dauerte es etwas zu lange. Sie kamen aus ihrem großen Wohnmobil und fragten in einem relativ genervten Ton, wie wir denn stehen wollten. Unsere Vorstellung entsprach aber nicht den Vorstellungen des Nachbarn. Er würde uns empfehlen genau in der anderen Richtung zu parken. Seinem wohl gemeinten Rat sind wir nicht gefolgt. Ihm ging es aber bestimmt auch nicht darum, dass wir vor der Gerda in der Sonne sitzen wollen, sondern eher darum, dass wir nicht in seine Richtung schauen 😀

So wie es eine german street gab, gab es auch eine british street oder dutch street. Der Platz war gut gefüllt, aber zu Silvester hin wurde er dann richtig voll. Da kamen dann ganz viele Spanier.

Ein paar Tage bis dahin gab es aber noch. Daher konnten wir auch mal eine Radtour machen. Die Umgebung ist sehr abwechslungsreich und in kurzer Zeit ist man weg von der Küste und kommt in ein Mittelgebirge.

Die Runde ging los vom Campingplatz. Die Sonne schien und mit dem bevorstehenden Silvesterlauf wollen wir es entspannt angehen. Nach circa 10 Kilometern kam eine Gruppe aus einer Seitenstraße und da haben wir uns locker dran gehangen. So wie unsere Route geplant war, bogen sie bei der nächsten Möglichkeit links ab, so ein Glück 🍀 Es ging in die erste Steigung und schon schnell war klar, auch entspannt ist uns das zu langsam. Easy sind wir dann weiter gefahren und kurz vor dem nächsten Ort kam ein belgischer Zug an uns vorbei gedüst. Die Jungs hatten bestimmt andere Trainingsvorgaben als wir 😇 Der belgische Zug wurde abgeschlossen durch eine Dame auf einem E-Bike, die locker pedalierend den schnellen Jungs folgte 🤡

Für uns hatte Komoot einen Weg durchs Dorf gewählt. Dabei gab es dann mal wieder eine Rampe der Extrakategorie zu überwinden. Aus dem Ort heraus einmal die Gegend betrachten.

Weiter ging es, die Steigung fing richtig an. Und um den Prozentsatz zu erschweren, kam ein wahnsinnig starker Wind auf. Teilweise blieben wir fast stehen. Oben angekommen haben wir unser Passbild richtig verdient.

Es gab nur eine kurze Abfahrt und da wartete schon der nächste Pass auf uns.

Jetzt ging es etwas länger hinunter bis wir im Örtchen Benifallim sind. Da starten wir zum höchsten Punkt unserer Fahrt heute. Die Steigung ist sehr moderat und ruckzuck sind wir oben angekommen. Von der Passhöhe bis zum Campingplatz geht es jetzt fast 27 Kilometer nur noch runter 😎

Am nächsten Morgen begrüßt uns nicht die Sonne, sondern der Mond.

Nach den entspannten Strapazen vom Vortag, hat die Sigrid für diesen Tag eine Wanderung rausgesucht. An der Küste entlang über schöne Wanderwege. Teilweise nah am Strand und teilweise hoch auf den Felsen. Das Wetter ist wirklich traumhaft, also wieder Genuss pur. Ganz spannend zu beobachten, wie auf der ganzen Wanderung bei den Passanten genauso wie bei uns eine Handlung sich permanent wiederholte: Maske auf, Maske ab.

Am frühen Nachmittag sind wir dann noch zum Boulevard, um ein Bierchen zu trinken.

Cheers love…

Martin glaubte erstmal, dass die Wirtin sich in ihn verliebt hatte: sie sprach ihn an mit „my love“ und „my dear“. Aber kurz darauf war er schon wieder auf dem Boden, als er feststellt, sie macht es bei jedem 😂

Nach einer guten Nachtruhe sind wir dann mit einem leichten Kribbeln im Bauch aufgewacht. Jetzt war der große Tag des Silvesterlaufs. COVID-19 bedingt gibt es natürlich auch in Spanien keine offiziellen Läufe und da wir uns beide nicht so gut auskennen in der virtuellen Welt des Laufens, haben wir kurzerhand den „PRIMERA SAN SILVESTRE SIMA MOUNTAINSPIRIT“ ins Leben gerufen. 2020 die Premiere, mal schauen, ob es noch mehrere Folgen gibt.

Die Organisation in eigener Hand, haben wir uns sofort in beiden Kategorien die Startnummer 1 gesichert. Startschuss erfolgte durch Sigrid, die sich mittlerweile einen Namen gemacht auf den unterschiedlichen Campingplätzen mit ihrer Schussgewalt 🤡

Die Strecke führte vom Camping aus durch einen Naturpark. Danach an einem Stausee entlang und dann wieder zurück zum Campingplatz, wo das Ziel gelegen war.

Eine sehr schöne Streckenführung, als ob wir sie selbst gemacht hätten.

San Silvestre SiMa Mountainspirit 2020

Glücklich und zufrieden durften wir uns ausruhen, nachdem wir auch beide als Sieger/In durchs Ziel gelaufen waren.

Silvesterparty

Den Rest des Tages haben wir uns erholt, lecker gegessen und den Abend zusammen genossen. Bis wir die Siegersektflasche entkorkt haben und auf 2021 angestoßen haben. Und uns wünschen, dass es genauso geil wird wie die letzten 4 Jahre, die wir uns mittlerweile kennen.

Happy newyear everybody

Wir sind dann mal wieder weg…

Ab der zweiten Packung hilft es doch …

Sieben Wochen waren wir in Hildfeld und haben wieder eine Menge erlebt. Angefangen mit der Abschlussfeier im Hildfelder Stübchen ging es weiter mit Freunden und Familie treffen, viele Radkilometer, Wanderungen und auch #dranbleiben viele Laufkilometer haben wir absolviert. Wir haben im alten Schafstall gewohnt, kinderkopjes kennengelernt 😀 wir haben den Winter im Sauerland gesehen und für noch mehr Komfort haben die lieben Vermieter uns einen zusätzlichen Heizkörper eingebaut und noch eine Waschmaschine installiert 😇

Trotzdem treibt es uns weiter und wir suchen wieder das Weite 😎

Unser Ziel 😎

Pünktlich vor der Abfahrt können wir bei OBI noch unsere bestellte Ware abholen und finden dann sogar noch einen passenden Christbaum.

Schön geschmückt, unser neuer Begleiter …

Wir haben in Ruhe die Gerda und Bussi wieder bepackt und haben uns überlegt, früh los zu fahren, damit wir am heutigen Sonntag schon richtig weit kommen. Aber wie immer kommt es anders, wenn man denkt. Wir haben seit Wochen beobachtet, wie Hildfeld immer wieder in eine Nebelwolke gehüllt war und egal, in welche Richtung wir uns bewegt haben, war nach 5 Kilometern der Himmel frei. So aber nicht am Abreisetag. Da fing der Nebel erst bei Winterberg an und wir fuhren die erste Stunde in dunklem Nebel. Wir fühlten uns Hermann Hesse sehr verbunden. Aber die Zweisamkeit lässt auch diesmal keine Einsamkeit entstehen 😉

Die Fahrt führt uns diesmal über Frankfurt bis nach Freiburg. Somit konnten wir direkt nach Frankreich rüber fahren ohne erst die Grenze nach Luxemburg oder die Niederlande und Belgien zu überqueren. Wie wir auf unserer Rückreise schon festgestellt haben, auch diesmal keine Grenzkontrollen. Daher kamen wir echt gut voran und im bekannten Gebiet in Frankreich haben wir uns dann an einer Raststätte ein Plätzchen für die Nacht ergattern können.

Alles ordnungsgemäss abgestellt und eingerichtet, haben wir uns an der Raststätte ein Abendessen besorgt und sind im Anschluss müde, aber sehr zufrieden früh zu Bett gegangen, um eine wohlverdiente Nachtruhe zu genießen 😇 Wie immer schnurrt Martin wenige Sekunden, nachdem sein Kopf die Matratze berührt hat. Den Zustand, in dem er sich dann befindet, nennt man auch schon mal gerne scheintot. Die Sekunden, die er braucht, um einzuschlafen, muss man dann fast verzehnfachen, um ihn von dem Scheintot auferstehen zu lassen. Das war der Fall, als Sigrid aus ihrem leichten Schlummern durch festes Klopfen auf die Tür und die Scheiben aufgeweckt wurde.

Als sie ihn dann geweckt hatte, hat er sich schlaftrunken angezogen und stellte fest, dass die Gendarmerie draußen vor der Tür steht. Die ersten Gedanken blitzen auf: wir werden verscheucht oder bekommen wegen illegaler Einreise ein Bußgeld… Aber nichts dergleichen traf zu. Nachdem wir erklärten, hier für die Nacht stehen bleiben zu wollen, wiesen sie uns darauf hin, dass es nicht ungefährlich wäre und wir unbedingt die Wertgegenstände und Dokumente aus dem Bus 🚎 in die Gerda bringen sollten. Da waren wir denen aber doch zuvorgekommen. Wir hatten alles schon in relativer Sicherheit bei uns 😇 Trotzdem waren wir erleichtert und haben uns bei den Gendarmen höflich für ihre Aufmerksamkeit und Fürsorge bedankt. Die Gendarmerie – unser Freund und Helfer 😁

Sonst gab es aber keine besonderen Vorkommnisse, so dass wir am nächsten Morgen nach dem Frühstück wieder losziehen konnten.

So war die grobe Planung 😀

Schön getuckert kamen wir am späten Nachmittag kurz hinter Valencia auf dem Campingplatz an und haben ein schönes Plätzchen gefunden. Leider ist uns da beim Einrangieren der Gerda ein Mülleimer gegen den Bus gesprungen. Da er nicht sehr gesprächig war und wenn, dann nur spanisch redete, haben wir nicht herausgefunden, wieso oder weshalb es passieren konnte. Natürlich sind wir seitdem noch vor- und umsichtiger. Letztendlich möchte man auch keinen Mülleimer umbringen.

Der Campingplatz war direkt an einem Naturschutzgebiet gelegen und der erste Sonnenuntergang war schon phänomenal.

Der Name Parc Natural d‘Albufera brachte Erinnerungen hoch bei Martin an 2014. In dem Jahr gab es ein spontanes Trainingslager auf Mallorca mit Roody, wo die Anfänge der Brüderlichkeit gelegt wurden.

Nach 2 langen Tagen im Auto war erstmal Ankommen angesagt. Der Körper ist zwar vor Ort, aber die Seele hechelt noch ein wenig hinterher. Daher haben wir einen entspannten Tag eingelegt mit ein wenig einkaufen und relaxen. Die wichtigste Aufgabe war aber, noch kurz vor Deadline eine Videoproduktion fertig zu stellen. Ulla und Günter sind im Dezember 30 Jahre verheiratet und wenn jetzt schon nicht groß gefeiert werden kann, haben sich die Kinder die schöne Idee einfallen lassen, alle Freunde sollen doch per Videobotschaft einen Glückwunsch schicken.

Sigrid hatte Martin daraufhin sofort die Verantwortung übertragen, mit seiner Phantasie und seinen Ideen ein Drehbuch zu erstellen. Die Challenge hat er gerne angenommen und schon während des Shoppens in Winterberg waren ihm Einfälle gekommen. Es ist sicherlich auch nicht überraschend, dass es im Getränkemarkt war 😇

Nach einigen Wochen Reifenlassen war es jetzt aber allerhöchste Eisenbahn. Deadline war nämlich heute, am 22. Dezember. Sigrid war zuständig für die Requisiten und Martin filmte und sprach eine kleine Geschichte ein. Hoffentlich haben die beiden und die Kinder genauso viel Spaß gehabt beim Schauen wie wir beim Filmen 😂

SiMa Mountainspirit Videoproduktion ®️

Am 23. Dezember, dem traditionellen Sommerseite-Grünkohl-Feiertag haben wir außer einen #dranbleiben#Lauf auch noch einen regenerativen Tag eingelegt. Sigrid war topmotiviert, mal wieder ein Läufchen zu machen, Martin ist eher aus Solidarität mitgekommen. Aus Nullbock entwickelte sich dann ein 16 Kilometer Lauf, wobei auf den letzten beiden Kilometern noch eine Temposteigerung eingelegt wurde nach einer kurzen Pipipause von Sigrid.

Und schon ist Heiligabend 😀 Wir haben uns entschieden, eine erste Vuelta zu machen mit den Rennrädern. Eine schöne Flachetappe, um die nähere Umgebung kennen zu lernen.

Vuelta

Die ersten Eindrücke vom Meer eingefangen und Plantagen gesehen: Mandarinen, Apfelsinen und Kakis.

Der komische Kopf von Martin hatte da wieder mal einen Einfall, den sogar Sigrid nicht verstanden hat 😉

Kak(k)i

Als der Groschen bei ihr endlich gefallen war, konnte sie aber herzhaft lachen 😂

Als wir dann wieder zurück von unserer Tour kamen, war eine große Überraschung da…

Wir hatten ja beide so gar nicht damit gerechnet, dass das Christkind uns auf unserer Reise findet. Da war natürlich unsere Freude groß. Erstmal gut gegessen und dann ging es an die Geschenke.

Für Sigrid hatte das Christkind mal wieder an eine Aufstockung ihrer Sportkleidung gedacht und der Martin bekam neben neuen Unterhemden sein zweites Tour de France Buch.

Am ersten Weihnachtstag sind wir wieder auf die Räder gestiegen und haben schon mal den ersten Hügel erklommen. Die Gegend ist wunderschön, zum Teil auch sehr grün. Die Temperaturen sind noch ein wenig frisch, aber der Himmel schön blau.

Der Campingplatz ist jetzt über Weihnachten ziemlich voll und im Nachhinein wundern wir uns nicht darüber, dass aktuell in Spanien die dritte COVID-19-Welle ausgebrochen ist. Im Gegensatz zu unserem Empfinden, dass in Deutschland Weihnachten eher Stress bringt bei vielen Menschen und viele Lieder eher düstere Melodien haben, ist es hier in Spanien ein richtig fröhliches Fest. Wir freuen uns, es hier miterleben zu können, wobei natürlich die Umstände, draußen und bei schönem Wetter zu feiern, zur Heiterkeit beitragen 😀

Für die Follower in den Niederlanden: „de avondklok“ herrscht hier schon länger und schafft offenbar keine Probleme. Interessant finden wir auch, dass die Berichterstattung über Spanien in den deutschen Medien schon abweicht von dem, was wir hier hören und sehen. Auch die Informationen vom Auswärtigem Amt passen nicht so ganz mit den Vorschriften und Bestimmungen, die wir so feststellen 🤔

Das wunderschöne Wetter am zweiten Weihnachtstag haben wir natürlich genutzt und genossen mit – wen wird es wundern – Rennrad fahren. Nach dem Hügel vom Vortag war heute das Alpe d‘Huez der Region angesagt. Eine total flache Anfahrt von knapp 40 Kilometern führte uns zu dem Port de Barx, natürlich deutlich niedriger aber dafür mit ganz schön vielen Haarnadelkurven kam schon die Erinnerung an die Alpen auf.

Die Rückfahrt legten wir über den gleichen Weg und mittels Rückenwind im hohen Tempo zurück. Im vorletzten Ort bei einer Bäckerei angehalten und riesige Chocomuffins gegessen.

Am Folgetag haben wir eine Strandwanderung gemacht und vom Wind den Kopf schön durchpusten lassen. Obwohl die Luftlinie zwischen Campingplatz und Meer nur 100 Meter betragen, brauchen wir fast 3 Kilometer, um zum Strand zu gelangen. Der Weg führt uns durch ein Waldgebiet und teilweise sumpfige Abschnitte lassen nicht zu, dass wir abkürzten.

Obwohl wir sehr gerne Markus und Sabine in Tarifa treffen würden, die bis Anfang Januar da Urlaub machen, entscheiden wir uns dafür, unseren Sabbaticalrythmus wieder aufzunehmen und in kurzen Etappen weiter in Richtung Portugal zu reisen.

Am letzten Abend bekamen wir dann noch ein Geschenk vom Himmel.

#dranbleiben#laufbursche#fraukebewunder-ung#teilIII

Winter am Clemensberg

Warum 3 mal diesen Titel❓

ERSTENS:

Die Faszination für unserem Freund und Ultraläufer, Streakläufer, Lauftrainer, Motivator und Gärtnermeister Michael Laufbursche Petry.

ZWEITENS:

Die Bewunderung für Frauke, einer Mitarbeiterin in Martins Praxis, die gemeinsam mit dem gesamten Team das Training für den Phoenix West Halbmarathon im Frühling gestartet hat unter der Leitung von Maike. Frühzeitig wurde der Lauf abgesagt. Sie trainierte alleine weiter und am 03. Oktober absolvierte sie den Lauf komplett solo. Chapeau‼️

DRITTENS:

Die Inspiration durch diese beiden führte dazu, dass wir bei unserer wiederentdeckten Freude am Laufen drangeblieben sind.

Nachdem wir den Geburtstagslauf gemeinsam absolviert haben, sind wir regelmäßig zusammen gelaufen. Einer der Höhepunkte war ein Lauf von zuhause in Hildfeld aus, entlang des Hillebachsees und dann durch den Wald über den Rimbergkopf an der Ruhrquelle vorbei, und über den Dorfpfad bei Grönebach wieder zurück. Ein sehr schöner Lauf ohne Trails 😇 Die Trails hat man einfach nicht gesehen, weil eine 10 bis 15 Zentimeter dicke Schneedecke die ganze Strecke bedeckt hat 😉 Unsere Streckenlänge steigerten wir langsam. Diesmal waren es schon 16,5 Kilometer. Martin musste mehrfach schmunzeln bei dem Gedanken an den Laufburschen, der schon mehrfach die zehnfache Strecke gelaufen ist und in 2021 gerne von der Ruhrquelle bis zum Rheinorange laufen möchte 🧐

Schneelauf 😀

Bevor wir diesen Lauf absolviert haben, haben wir am Wochenende noch eine schöne Wanderung bei Olfen gemacht.

Ein Besuch bei Friederike und Olli stand noch aus. Friederike, eine zur Freundin gewordene Kollegin aus‘m Amt 😀 hatte uns zu einer Wanderung eingeladen. Eine Einladung, die wir gerne angenommen haben, um die Gegend um Olfen herum auch mal besser kennen zu lernen. Aber bevor wir nach Olfen gefahren sind, haben wir unsere Samstagmorgentradition wieder aufgenommen: ein Rundgang in Hombruch. Einmal unsere freundlichen und mitfiebernden Marktkaufleute besuchen – ein Schwätzchen bei der Käsestandfamilie und natürlich kurz bei unserem lustigen Gemüseverkäufer vorbei. Beide haben es sich nicht nehmen lassen, uns persönlich zu bedienen und somit hören zu können, was wir denn gemacht haben in unserem Sabbatical. Wie schön zu spüren, dass sie richtig mitgefiebert haben und die Freude zu sehen, als wir von unserer Reise erzählten.

Nach dem Einkaufen noch eine Stippvisite bei Fuzzi und seinen Jungs. So ein herzlicher Empfang und so ein schönes Strahlen in den Augen bei Fuzzi. Auch hier spüren wir, wie wir als Menschen wahrgenommen und geliebt werden. Das sind mal wieder unbezahlbare Erfahrungen 😀 Einen Kaffee aufs Haus, ein bisschen Plaudern und dann geht es weiter. Kurz die Edelhelfer besuchen, ein bisschen quatschen und noch einen Kaffee und schon müssen wir uns sputen, um pünktlich in Olfen zu sein 😇

Da ist da Leben noch in Ordnung …

Auch hier wieder ein herzlicher Empfang, und ein kurzer Plausch mit Olli, der seinen künstlerischen und handwerklichen Fähigkeiten gerade freien Lauf ließ. Seine Arbeit war ein eindrucksvolles Kreuz für eine Grabstätte. Sehr schön gemacht und eine total schöne Idee bezüglich der Hintergründe, die wir hier aber nicht Kund tun aus privaten Gründen.

Olli durfte zuhause bleiben und nach den letzten kurzen Hinweisen, was er sonst noch so machen könnte und dürfte, sind wir zu dritt losgestiefelt 😇

Eine sehr schöne Runde sind wir mit der Friederike gedreht und die Mädels plapperten um die Wette. Somit war es sehr kurzweilig und wir haben einfach noch eine Zusatsschleife dran gehängt. Denjenigen, der glaubt, das Münsterland sei flach, können wir jetzt eines besseren belehren. Leicht wellig ist die Landschaft – da hat man sogar Aussichtspunkte, die etwas höher gelegen sind. Was natürlich bei einem Besuch in Olfen nicht fehlen sollte, ist ein Blick auf die Esel zu werfen. Die sind weit über die Grenzen von Olfen weltberühmt 😇

Neben der wunderschönen Unterhaltung und Strecke war auch das Wetter sehr schön, was den Genuss nochmal erhöhte.

Martin hatte noch kurz eine Quizfrage für seinen Mitarbeiter Bastian, der mit seiner Familie auch in Olfen wohnt.

Ohne Kommentar …

Schon waren wir wieder bei Friederike am Haus. Eine kurze Pipipause und ab nach Hildfeld zurück in den Winter.

An der Länge der Beine sieht man, dass wir auch untereinander Abstand gehalten haben… 😉

„Zurück in den Winter“ erkennt man an den Bildern, die wir bei unserer Winterwanderung zu unserem Hausberg aufgenommen haben 😇

Gemäß #dranbleiben haben wir natürlich in den Dezemberwochen unser Laufpensum weiter langsam erhöht und fast immer sind wir zusammen gelaufen. Den nächsten Dortmundbesuch hatten wir schon ins Auge gefasst. Wieder ein Samstag und für Martin ein dreifaches Highlight.

Als erstes sind wir kurz bei unseren Vermietern vorbei gefahren und haben einen Schlüssel abgegeben, damit während unserer Abwesenheit ein zusätzlichen Heizkörper eingebaut werden konnte. Im Anschluss zu „die Edelhelfer“, wo Martin einen Termin mit Niklas hatte, um die letzten Details zu besprechen und sein neues Rennrad zu bestellen. Alles verlief reibungslos und Highlight 1 haben wir um 11 Uhr schon mal eingesteckt.

Bereit für Highlight 2 sind wir dann nach Phoenix-West gefahren. Da sind wir zum Halbmarathon gestartet.

SiMa Phoenix-West Halbmarathon

Im Gegensatz zu Sigrid, die in den letzten Jahren immer mal wieder Halbmarathon oder Marathon gelaufen ist, ist Martins Strecke über 20 Kilometer schon in 2014 gewesen beim IM in Nizza. Locker ging es los in Richtung Phoenixsee, dann einmal herum. Auf halber Strecke am See eine kurze Pause: Dirk Selleny kam uns entgegen und da kann man nicht anders als ein bisschen quasseln 😀😀 Vom See in Richtung Westfalenpark, dann an der Niere vorbei und von da aus zum Rombergpark. Im Rombergpark von oben zum Orchideenhaus, dann zurück zum Tor und noch eine große Runde um den See wieder zurück zum Tor. Aus dem Park heraus wollte Martin die Streckenführung übernehmen, da ihm die Navigationsdame in Sigrids Smartphone auf den S… ging. Er führte uns dann durch „die Bommelcke“ und dann zurück nach Phoenix-West. Schon hatten wir Highlight 2 eingetütet und waren mit unseren Gedanken noch mal bei Frauke, die das ganze mal eben alleine gemacht hatte. Wobei es für sie eine absolute Premiere war. Chapeau Frauke 😀 #dranbleiben#laufbursche#fraukebewunderung#emmerichoderdu😇

Der Glühweinstand ist eingerichtet 😀

Highlight Nummer 3 holten wir uns danach ab. Ulla und Günter haben ihren traditionellen Glühweinstand zuhause aufgebaut und da wollen wir – ordentlich angemeldet in diesem Jahr 😉 – noch mal kurz anstoßen mit den beiden. Ob Martin aus den vorherigen Abstürzen gelernt hat oder ob er einfach beeindruckt war von Günters zurückhalten und standfest bleiben beim Besuch in Hildfeld, steht in den Sternen. Auf jeden Fall hielt er sich diesmal sehr zurück und blieb auch standfest. Neben Getränken gab es auch Leckerchen. Diesmal gab es sogar ausreichend Senf 😂 Zu später Stunde sind wir dann wieder nach Hause gefahren. Nicht unerwähnt lassen wollen wir das Kennenlernen von dem mit Kutos befreundeten Pärchen. Ein durchaus lustiger Nachmittag. So lustig, das uns das 1:5 vom BVB gar nicht juckte 😁

Die Zeit fliegt wirklich herum und scheint noch schneller zu gehen, wenn Martin nach Dortmund düst um bei „Rolli“, dem Werkstattleiter bei „die Edelhelfer“, mal eben eine Wattmesskurbel einbauen zu lassen. Rolli HATTE an seinem alten Rad noch eine Kurbel, die er aber zur Zeit nicht braucht. Hatte ist hier Groß geschrieben, da jemand uns zuvorgekommen ist und sie schon ausgebaut und verkauft hatte. Unter Verdacht stand Coroman 😉

Zum Glück sind wir beide Weltmeister in Verbindungen 😇 Martin trifft sich nochmal mit Bro Roody. Männergespräche in der dunklen Bittermark mit anschließendem kurzen Geburtstagsumtrunk bei Ulla.

Für Martin das nächste Highlight, weil er da nach über einem Jahr endlich den Lieblingsenkel Lukas von Ulla und Günter kennenlernte. Mit seinem knappen Jahr hat der es schon faustdick hinter den Ohren, aber genauso wie Martin es gerne hat. Freudig war auch das Wiedersehen mit Mona und Thomas. So richtig nett dieses Pärchen- daraus kann dann natürlich nur so ein Lukas hervorkommen 😀

Und jetzt steht Weihnachten vor der Gerda …

#dranbleiben#laufbursche#fraukebewunder-ung#teilII

Geburtstagsfeier mit der Mutti und Ronde van Vlaanderen: erstmal beides abhaken ✅

Das nächste Ereignis stand am Morgen schon vor der Tür. Deshalb ist Martin früh aufgestanden und hat es erstmal hereingelassen. Dann durfte auch die Sigrid vom Schlafzimmer auf dem ehemaligen Heuboden herunter kommen 😀

Die erste Überraschung war schon mal gelungen. Die zweite Überraschung stand noch aus. Das schönste Geschenk, was Martin machen kann, ist sehr einfach: ein gemeinsamer Lauf. Im letzten Jahr war das Geburtstagsgeschenk noch etwas kleiner – 5 Kilometer. Diesmal hat er das größere Geschenk mitgebracht und sie durfte über 16 Kilometer mit ihm zusammen laufen. Zusammen laufen ist schon ein Geschenk, aber die Strecke führte auch noch durch den Wald – Het Stropersbos.

Het Stropersbos

Eine schöner Lauf, ganz entspannt mit ab und an ein paar Koordinationsübungen. Der Boden war ziemlich matschig und teilweise mit tiefen Treckerspuren durchzogen. Ein paar älterwirkende Freundinnen riefen uns ihre Bewunderung zu: „goed bezig jullie“

Obwohl Martin kein Waldfan ist, hat er es sehr genossen mit seiner jungen Geliebten durch die alte Heimat zu laufen. Die letzten 5 Kilometer waren dann wieder in der freien Polderlandschaft, wo man sehr weit gucken kann. Auch Sigrid kennt mittlerweile vieles in der Umgebung durch unsere ständigen Hollandbesuche 😉

Glücklich und wohlig müde, schön duschen und dann gibt es Kaffee und Kuchen 🎂

Die letzte Überraschung, war eine dreifache: Martin appte mit seiner Mum, ob etwas dagegen sprechen würde, wenn er bei ihr für uns 3 kocht. Überraschung Teil 1 gelungen: sie freute sich sehr darüber. Überraschung Teil 2 gelungen: Sigrid freute sich auch darüber. Und Überraschung Teil 3 brachte Martin dann vom Einkaufen mit und auch gelungen:

Neue Socken in Sigrids Lieblingsfarbe: Bunt 😀

Ab in den Bussi und die kurze Strecke bis Hulst gefahren. Kein Plan ist auch ein Plan, also völlig unerwartet waren wir noch mal bei Mum. Sie strahlte über das ganze Gesicht und der Poppes wackelte, wie bei Djuke 🐶

Ein gebührender Empfang erwartete uns mit einem Geburtstagssekt, natürlich völlig im Sinne des Geburtstagskindes „Sektgrid“ 🤡

Ein gesunder frischer Salat, ein paar super leckere Nudeln und ein saftiges Steak rundeten diesen Halbrunden ab.

Den nächsten Tag war Rückreise, auf der wir entspannt zurück gerollt sind, während die Gerda brav auf ihrem Platz auf uns gewartet hat. Wobei wir uns schon fragten: „Wäre es nicht besser gewesen wenn, …?“

Zurück in Hildfeld kam dann der erste kleine Wintereinbruch. Schnee und Kälte hießen uns herzlich Willkommen 🌁

#dranbleiben#laufbursche#fraukebewunderung#fortsetung#emmerichoderdu

#dranbleiben#laufbursche#fraukebewunder-ung

#laufbursche#dranbleiben#motivator#michaelpetry#emmerichoderdu

Neben unserer durchaus erfolgreichen Mäusejagd haben wir uns seit Oktober immer mehr aufs Laufen fokussiert. Wir beiden werden durch unsere Garmin-Forerunner-Uhren und durch die Garmin-Connect-App immer wieder animiert an Challenges teilzunehmen. Und Martin hat schon in Frankreich festgestellt, dass er neben vielen MTB-Kilometern und ganz vielen Rennrad-Kilometern auch 150 Lauf-Kilometer zusammen kriegen könnte.

In unserer letzten Station in Frankreich – Bagnère-de-Bigorre – hat er angefangen. Regentage nutzte er gerne, um aus der Gerda mal kurz zu flüchten und seinem Bewegungsdrang nachzugehen 😇 Ein kurzes Läufchen tut ihm dann gut und am nächsten Tag willigte er sogar ein, mal einen gemeinsamen Lauf zu machen. Das hat es in unserer gemeinsamen Zeit erst ein Mal gegeben, und zwar als Geburtstagsgeschenk für Sigrid in 2019 😁

Nach den 2 Läufen in Frankreich wurde auch nach dem Umzug in Hildfeld weiter gelaufen. Die Strecke wurde von 5 bis auf 11 Kilometer ausgebaut und wir beiden haben wieder richtig Spaß daran gefunden. Obwohl wir erstmal wieder jeder für sich gelaufen sind. Sogar das Querfeldein-Laufen durch Wald und Wiese hat Martin gepackt.

In 2019 haben wir Martins Mutter bei einem unserer Besuche bei ihr erzählt, was wir in 2020 machen, und obwohl sie sich natürlich für uns sehr freute, war sie etwas geknickt, dass wir dann ihren 80. Geburtstag nicht mitfeiern können. Da hat das allgegenwärtige Thema COVID-19 die ganzen Planungen durcheinander geworfen. Und getreu unserem Leitsatz: „Kein Plan ist auch ein Plan“ haben wir uns kurzerhand entschieden, wir fahren jetzt hin.

Aus Erfahrung etwas gescheiter geworden, haben wir uns vorher noch mal vergewissert, ob es bei José auch passen würde. Die hat sich natürlich ein Bein abgefreut und es gab von ihrer Seite Null Bedenken!

Diesmal wollen wir aber nicht bei ihr übernachten. Einen Blockwart gibt es überall und wir wollen keinen Menschen in Probleme bringen 😇 Nach ein wenig im Netz surfen, haben wir eine kleine Wohnung bei AirBnB gefunden. Auf einem Schafshof hat der Besitzer Luc einen alten Schafstall zur Wohnung umgebaut. Als wir vorsichtig anfragen, ob er zur Zeit auch vermietet, kommt die entspannte Antwort: „Wieso nicht?“

Die Nachbarn …

Samstag nach einem gemütlichen Frühstück, sind wir dann entspannt nach St-Gilles gefahren, diesmal nicht in Frankreich, sondern im flämischen Waesland. Nach guten 3 Stunden sind wir knapp südlich von Antwerpen mitten in der Polderlandschaft. Ein idyllisch gelegener Bauernhof.

Der Besitzer Luc stand schon auf dem Hof und hieß uns herzlich willkommen. Er zeigte uns unsere Wohnung und mit dem Hinweis, auf dem Tisch stehe ein Welkomspuddinkje, ging er wieder zurück zu seiner Herde 😀

Routiniert vom Campen waren wir super schnell installiert und fanden noch Zeit, um im Ort einzukaufen.

Flämischer Vollmond 🌕

Nach einem gemütlichen Abend am Kamin sind wir am nächsten Morgen früh aufgestanden. Da am Nachmittag Martins beiden Schwestern Liesbeth und Diana mit ihren Männern zu José kommen, haben wir die Frühschicht übernommen. Auf dem Weg kaufen wir noch die letzten frischen Zutaten ein, um ein reichhaltiges Frühstück mit dem 80-jährigen Geburtstagskind zu genießen.

Zu dritt haben wir einen wunderschönen Vormittag genossen. Wie vorher schon erwähnt, war es für José ein Wermutstropfen, dass wir durch unser Sabbatical nicht zu ihrem Geburtstag kommen konnten. Stattdessen haben wir sie im Mai länger besucht und waren Anfang November zum Quarantänebesuch. Jetzt waren wir überraschenderweise auch zu ihrem 80. da…

18 oder 80…

Allerdings ist uns mehrfach aufgefallen, dass die neue Generation Hörgeräte vor allem auf Smartphones abgestimmt sind. Gespräche sind immer noch etwas mühseliger, aber die WhatsApp-Signale werden sofort gehört 😂

Nach dem leckeren Frühstück noch einen schönen Spaziergang gemacht und richtig schön gequasselt. Danach haben wir noch einen Geburtstagskaffee geschlürft ☕️ und dann gönnen wir José noch ein Päuschen, bevor die nächsten Gäste kommen.

Am Montag stand „de Ronde van Vlaanderen“ auf dem Programm. 2016 ist Martin zusammen mit Roody die komplette Strecke gefahren. Jetzt wollten wir eine Teilstrecke fahren: eine niederländische Radplattform hatte alle „Hellingen“ zusammen gelegt in eine 130 Kilometer Ronde 😇 Das wird an den kurzen Tagen im Dezember gut zu schaffen sein.

Früh aufgestanden, gefrühstückt und fertig angezogen, saßen wir um 7 Uhr schon im Bus auf dem Weg zum Start und Ziel in Oudenaarde. Die Temperatur um den Gefrierpunkt und es sah nicht so aus, als ob es trocken bleiben würde. In Oudenaarde haben wir einen guten Parkplatz gefunden und warm eingepackt fuhren wir los.

Es wurde langsam etwas heller, aber kalt war es auf jedem Fall 🥶 Die Kälte fuhr sich bei den ersten Anstiegen aber rasch heraus, und die Kopfsteinpflasterstrecken verlangen bei leichtem Nieselregen soviel Konzentration, dass man über nichts anderes nachdenken kann. Eine meditative Beschäftigung.

Nach 63 Kilometer standen wir oben auf „de muur van Geraardsbergen“. Der Regen hörte nicht wirklich auf und die Straßen waren ziemlich glatt. Deshalb haben wir uns entschieden, den kürzesten Weg zurück nach Oudenaarde zu nehmen.

De muur van Geraardsbergen

30 Kilometer zurück, stoempen en doorkachelen, nicht mehr links und rechts schauen nur noch zurück. Das klappte auch wunderbar bis wir kurz vor dem Ziel auf die Bundesstraße fuhren. Die Gendarmerie setzte sofort die Verfolgung ein, motorisiert wie sie waren, hatten wir natürlich keine Chance. Zum Glück haben sie uns nur freundlich darauf hingewiesen, dass wir da nicht fahren durften. Wir sind sofort umgedreht und haben die letzten Kilometer dann ordnungsgemäß zurückgelegt.

Wieder beim Bus angekommen erstmal ein paar Schnittchen mit Pindakaas verspeist und dann wieder zurück nach St. Gilles.

Schön warm geduscht und frisch in den Klamotten ist Martin nochmal kurz einkaufen gefahren. Schließlich steht uns am nächsten Tag noch ein großes Ereignis bevor 😀😘

Also nur noch einmal schlafen und dann…

≠dranbleiben≠nurnocheinmalschlafen≠laufduo

Passion, Leidenschaft oder Leiden schaffen…

Nicht nur für Holländer eine Leckerei 😇

Dieser Beitrag enthält schockierende Momente, deshalb nicht für jeden Veganer geeignet…

Da wir durch COVID-19 aktuell noch nicht genau wussten, wie es weiter geht, hatten wir jetzt nicht nur die Zeit zu töten. Es war bei uns die noch nicht anerkannte „Mäusepandemie“ ausgebrochen.

Nach dem Gespräch mit Ulla und Günter war uns schon klar, wir sollten etwas unternehmen.

Kurz die Vorgeschichte, seit dem wir Anfang November in Hildfeld eingezogen sind, hören wir – aber vor allem Sigrid – ab 21 Uhr kratzende Geräusche. Die Geräusche lassen sich nicht genau orten, aber gefühlt sind sie in den Zwischenräumen der unterschiedlichen Wohnungen und Etagen.

Unsere anfängliche Vermutung war ein Marder oder Ratten, da wir uns bei der Lautstärke nicht vorstellen konnten, dass es niedliche kleine Mäuschen sind. Aber an einem Abend sagt Martin: „Da geht eine Maus“.

Da der Martin schon mal öfter die komische Angewohnheit hat, kleine Unwahrheiten kund zu tun, wollte Sigrid es erstmal nicht glauben. Früher hatte Martins Mutter schon gesagt: „Wenn es irgendwann mal ernsthaft ist, glaubt dir kein Mensch mehr“.

Aber es war tatsächlich so: eine Maus lief quietschfidel durch unser Wohnzimmer. Weil die Jagd mit dem Besen erfolglos blieb und die Aussage vom Günter, dass Sie jeden Abend zum gleichen Zeitpunkt erscheinen, bestätigt wurde, setzte sich der weibliche Anteil von uns an die Internetrecherche. Sie wälzte sich durch sämtliche Foren und als qualifizierte Mäusejägerin meldete sie sich nach einigen Stunden wieder ins Familienleben.

Den nächsten Tag wurden die Mausefallen besorgt 😥 Das klassische und viel bewährte Modell haben wir uns gekauft.

Klassiker

Aber was mögen denn diese niedlichen Mitbewohner. Da gehen in den verschiedensten Foren die Meinungen auseinander, was ja in Foren nicht sehr unüblich ist 😂😂

Eine Person hat den Tipp gegeben mit Erdnussbutter. Das haben wir immer in ausreichenden Mengen vorhanden. Ailin, Martins Tochter, weiß um unsere Leidenschaft und kümmert sich immer um Schnäppchen beim Nachschub 🥰

Also Sigrid hat abends 4 Mäusefälle fertig gemacht und ist dann seelenruhig ins Bett gegangen. Am nächsten Morgen sollte dann, weil wir immer alles zusammen machen, Martin die Fallen überprüfen.

Im Wintergarten: ein Volltreffer! 😀😀😀

Auf dem Dachboden: ein Halbtreffer. Hier war eine der 3 Mausefallen komplett verschwunden 🧐😅

Die nächsten Tage und Wochen sind wir so weiterverfahren und haben insgesamt 9 Volltreffer gelandet. Leider ist die verschwundene Falle nicht zurückgebracht worden ☺️

FAZIT

Im Sauerland, nahe Winterberg ist die niederländische Maus seinem Herrchen in die Berge gefolgt. Pindakaas mögen nicht nur niederländische Menschen.

Niederländische Alpenmäuse

Die Siegfriedwoche

Keine falsche Fragen stellen …

Jeder Nachteil hat auch seinen Vorteil (Johan Cruijff). Also nutzen wir jede Gelegenheit – natürlich unter Einhaltung der aktuellen Regeln – um Familie und Freunde zu treffen. Diese Woche hat Sigrids Papa Geburtstag, also ab aufs Rennrad und zum Kaffee und Kuchen vorbei gefahren.

Schön entspannt und ausgeschlafen aufgestanden, gefrühstückt und uns wirklich schön Zeit gelassen 😇

Spielkind Martin ist Namensgeber 🙄

Die Fahrt bei schönstem Wetter führte uns über Eversberg. Diesen Ort sieht man von der Autobahn, wenn man Richtung Olsberg fährt an der linken Seite. Sieht sehr schön aus, aber Martin meinte, er wäre noch nicht dagewesen. Daher nutzen wir die Möglichkeit. Gut, dass wir schon einiges an Bergerfahrung haben: die Anfahrt hatte es schon in sich 😎 Es waren zwar nur knapp 2 Kilometer, aber die Steigung geht selten unter 10% und hat Spitzen bis 15%. Da kommen wir doch ins Schwitzen😅 Gelohnt hat es sich auf alle Fälle!

Nach Eversberg geht’s erstmal runter, um dann den Aufstieg zum Stimmstamm zu nehmen. Da sogar Quäldich.de ihn kennt, nehmen wir diese Höhenmeter öfter mal mit.

Unser Lieblingsportal…

Über den Stimmstamm dann runter nach Hirschberg. Eine Pflichtübung bei Martin – einmal die Hirschberger Wand hochfahren 🙄

Im Anschluss geht es dann nur noch über den Eisenberg, in der Abfahrt durch Niederbergheim und dann ab nach Sichtigvor.

Siegfried erwartet uns schon und Kaffee und Kuchen stehen so gut wie bereit 😎 Während wir gerade anfangen, die Leckereien zu verspeisen, muss Siegfried runter, um den Schornsteinfeger zu begleiten. Als er weg ist, wird uns nach einem Blick auf die Uhr klar, länger als eine Viertelstunde können wir eigentlich nicht mehr bleiben: die Gefahr im Dunkeln nach Hause zu kommen, lauert an der Ecke. Da war unser Zeitmanagement heute wohl nicht so perfekt. Als Siegfried wieder zurück ist, sind wir schon fast startklar. Für ihn kein Problem: erstens hat er sich überhaupt gefreut, uns zu sehen und zweitens droht er uns damit, dann am Sonntag in den HSK zu kommen 😉

Wir haben dann die Kurzstrecke nach Hildfeld genommen. Die Grenze nach Mülheim war ruckzuck überschritten und das Teilstück Belecke bis Rüthen hatten wir durch Bauarbeiten komplett für uns alleine 😀

Ab Rüthen geht es dann über „die Rennstrecke“ nach Nuttlar.

Die Rennstrecke…

Knapp vor der Dunkelheit waren wir dann wieder zurück in Hildfeld. 😀

Die Restwoche haben wir dann in heller Aufregung verbracht und wollen dem Siegfried bei seinem Besuch was Gutes tun ☺️

Als dann endlich der Sonntag angebrochen war, müssen wir als verwöhnte Dortmunder mal wieder feststellen: „Ein Stück Kuchen besorgen, kann schon mal dauern“. An diesem Tag führte der Weg bis nach Olsberg. Der Kuchen war aber so lecker, dass es sich auf alle Fälle gelohnt hat.

Gegen Kaffeezeit trudelte unser Gast ein und bei Kaffee, Kuchen und tollen Geschichten verflog die Zeit 😀

Zum Abendessen hatten wir Süsskartoffelpuffer, Salat und aus der lokalen Metzgerei super leckeres Rinderfilet. Wir 3 haben den ganzen Nachmittag sehr genossen und wir 2 haben ab jetzt auch keine Angst mehr vor Siegfrieds Drohungen 😂😂