Ulla und Günter optimiert…

Kältewanderung

Eine neue Woche ist angebrochen und die Sonne scheint 🌅 Für den Mittwoch haben sich Ulla und Günter angemeldet zum gemeinsamen Wandern 😀 Bevor es aber soweit ist, wollen wir das Angenehme mit der Pflicht verbinden und fahren mit den Rennrädern nach Brilon zum Baumarkt. Von unserem Grill fehlt der Gasreglerknopf und den können wir da vor Ort bestellen. Wir erteilen Komoot den Auftrag, uns eine Route zu gestalten und los geht’s.

Einmal OBI und zurück

Wenn man – ohne vorher mal die Route anzusehen – losfährt, kommen immer wieder Überraschungen 😅 Komoot schickt einen nicht immer über die Hauptwege, sondern findet schöne kleine Nebenstraßen. Die sind wirklich immer schön, aber nicht immer einfach zu fahren. Deshalb waren auch jetzt wieder unerwartete steile Knappe zu überwinden, zum Beispiel auch im weltbekannten Titmaringshausen oder Bontkirchen. In Bontkirchen haben wir Glück: 2 Männer, die sich vor dem Haus unterhalten, weisen uns darauf hin, dass wir in einer Sackgasse sind und man nur mit MTB weiter fahren könnte. Wir bedanken uns natürlich artig, drehen wieder um und fahren über die Hauptstraße weiter. Eine sehr aussichtsreiche und teilweise steile Straße. Oben angekommen stellen wir fest, wir sind auf dem Buttenberg. Den hatte uns „Stulle“ im Mai schon ans Herz gelegt. Damals war Martin der Meinung, der sei zu weit weg, um mal eben hinauf zu fahren ☺️

Buttenberg

Nach dem Buttenberg wieder runter und über Hoppecke – unsere Mitwanderer kennen die Hoppeckequelle – nach Brilon.

Im deutschen OBI finden wir eine abgespeckte Form von den sehr freundlichen und hilfsbereiten Mitarbeitern im österreichischen OBI vor. Die 4. Mitarbeiterin, an die wir freundlich verwiesen wurden, konnte uns tatsächlich helfen und ruckzuck war die Bestellung raus.

Jetzt nur noch warten 🤪

Die Rückfahrt war ohne Überraschungen und den Nachmittag haben wir entspannt zuhause verbracht.

Am Dienstag hat Sigrid die Planung für die Wanderung gestaltet und Martin hat sich um die Verpflegung gekümmert.

Dienstagabend haben dann die Männer per WhatsApp noch die letzten Kleinigkeiten übermittelt und wenn die beiden Dortmunder sich daran halten, kann nix mehr schiefgehen 😇

Pünktlich wie die Maurer waren die beiden in Hildfeld und nach kurzem Toilettengang und Umparken des Autos ging es um Punkt 10 Uhr los.

Gut ausgestattet und schwer bepackt ging es aus dem Dorf hinaus, am Grillplatz und am Hillekopf vorbei durch Wald und Wiese.

Rauf und runter – irgendwie für uns auch ganz spannend, wie gut wir mittlerweile die Wege schon kennen. Mit den beiden unterwegs zu sein und über „Koetjes en kalfjes“ zu sprechen, war total schön. Aber auch die wichtigen Themen kamen natürlich nicht zu kurz und die Zeit flog herum.

Wo wir die beiden eigentlich doch den Weitblick zum Edersee zeigen wollten, blieb der uns durch den Nebel verborgen. Aber vorbei an der berühmten Hoppeckequelle, angekommen auf der Hochheide, zeigte sich die Sonne 🌞

Von da aus sind es nur noch ein paar Höhenmeter bis zum Clemensberggipfel.

Gipfelstürmer

Oben angekommen wurde erst mal klar, warum wir alle so schwer gestapft waren. Die beiden haben als Überraschung was zu trinken mitgeschleppt und auf diese glorreiche Idee waren auch wir gekommen. Standesgemäß haben die Mädels dann ein Radler getrunken und „die Männers“ ein Corona 🍺✅

Eiseskälte oben 😱

Der kalte Wind hat uns schnell vom Gipfel vertrieben und gestärkt durch ein paar Butterbrote machen wir uns auf den Weg. Die großen Schwierigkeiten warten nämlich noch auf uns…

Der Abstieg vom Clemensberg am Steinbruch entlang führt uns durch unwegsames Gebiet. Da müssen Komfortzonen gedehnt werden 😇

Ein besseres Stück des unwegsamen Abstiegs

Nach – wie schon erwähnt – unwegsamen Abstieg über Stock und Stein, Blätter und Wurzeln kamen die letzten Kilometern über Straße einem vor wie im Flug. Zuhause gab es dann erstmal Kaffee und Kuchen 🥧

Die Ulla konnte von dem schönen Ausblick vom Wintergarten aus gar nicht genug bekommen und wieß uns immer wieder darauf hin.

Sonnenuntergang, Blick vom Wintergarten aus 😎

Wenn die Sonne untergegangen ist, wird es aber sehr schnell kühl im Wintergarten und wir ziehen um in unsere Wohnküche. Das erste Bier ist fällig und die hungrigen Mägen wollen gefüllt werden.

Unser erstes Chili von Carne haben wir am Vortag schon gekocht und es brauchte nur noch aufgewärmt zu werden, so wie auch die Tortilla’s . Obwohl gewisse Stimmen behaupten, wir können nicht kochen, hat es uns allen geschmeckt. Wobei… „Hunger macht saure Bohnen süß“.

Während wir schön am Tisch gequasselt haben, meldeten sich unsere Freunde wieder. Seit unserem Einzug haben wir das Gefühl, noch Gäste zu beherbergen. Sigrid und Sigfried hatten das ganze schon mal besprochen und kontrolliert, aber waren zu keinem eindeutigen Ergebnis gekommen. Im Gespräch am Tisch erzählen die beiden uns von ihren Erfahrungen mit Mäusen, Mäusejagd und Lebendfallen. Da hatten wir schon unsere nächste Aufgabe für die kommenden Wochen.

Leider geht die Zeit mit so schöner Gesellschaft gefühlt mindestens doppelt so schnell um, und auch an diesem schönen Tag kam ein Ende. Günter, der sich bei den Getränken sehr zurückgehalten hat, wollte unbedingt noch nach Hause fahren. Da wir aber noch ein bisschen in Hildfeld bleiben, werden wir sie bestimmt nochmal sehen…

Novemberblues

Wieder zurück in Hildfeld, ging der Eingewöhnung weiter. Die Tage werden kürzer und es wird kälter. Was uns im Mai im „neuen Leben“ gar nicht so aufgefallen war: die Wohnung ist doch recht dunkel und wenn der Körperfettanteil nicht so wahnsinnig hoch ist, fühlt es sich auch schon schnell kalt an.

Wir füllen diese Woche unsere Tage mit Einkaufen, Ausruhen, Shoppen im Internet, Essenkochen und einem Besuch in Dortmund.

Der erste Besuch in Dortmund führte uns in die Ford-Werkstatt. Wir lassen die Winterreifen aufziehen, die Batterie überprüfen und eine Schiebetür ausrichten. Während die Mechaniker sich kümmern, spazieren wir erst bei der Familie Köster vorbei und dann weiter zur Poststelle im Real. Das schon vor langer Zeit angekündigte Päckchen wird jetzt endlich auf den Weg zu Martin nach Salzburg geschickt.

Danach wieder in Richtung Ford. Auf dem Weg dahin holen wir uns kurz in der Bäckerei einen Kaffee. Trotz bester Vermummung mit Mütze und Maske wurde Martin sofort von einer Kundin seiner Praxis erkannt 🙈

Kaffee getrunken und mal kurz nachfragen, ob das Auto schon fertig ist. Manchmal werden Fragen sofort als Angriffe aufgefasst. Da sind dann wahrscheinlich Fragensteller und Gefragte beide erstmal erschüttert❓🤔

Als das Auto dann fertig war, sind wir nach Hombruch gefahren zu unseren Freunden bei „die Edelhelfer“. Mitten in der Woche fühlte es sich aber sofort wie ein vertrauter Samstag an. Sogar Markus war wie jeden Samstag vor Ort und wir haben – wie immer – schön geplaudert bei einem Tässchen Kaffee. Unsere Augen begannen bestimmt schon zu glänzen, als er erzählte, dass sein Sohn am kommenden Wochenende mit dem Wohnmobil nach Andalusien fahren würde und Freunde von Markus schon da sind. Alles ganz entspannt, meinte er. Er würde uns berichten, wenn sein Sohn angekommen ist 😀😀

Unser Anliegen bei „die Edelhelfer“ betraf aber Martins MTB. Die Vordergabel ließ sich nicht mehr „locken“. Die bräuchte auch mal eine Inspektion war die Aussage. Kein Problem: einfach zum Werk einschicken und die machen das schon 😉 Okay, Aufgabe erledigt! Jetzt wieder zurück nach Hause.

Sportlich waren wir diese Woche ganz entspannt 😎

Zum Wochenende hatte sich das WNA-Wanderduo Kirsten und Kirsten angemeldet 😉

vlnr. Kirsten und Kirsten 😇

Da sie mitbekommen hatten, dass wir wieder in Hildfeld sind, wollen sie uns gerne besuchen und gleichzeitig eine Wanderung mit uns machen. Wir sollen aber nicht von unserer Konditionsstärke ausgehen! Kirsten wird noch einen Kuchen backen, den wir dann im Anschluss beim Kaffee essen können. Wir freuen uns natürlich sehr, und die 3 Mädels vom Amt sind dann direkt in die Planung gegangen 😇

Ein stetiges hin und her appen und neu konzipieren bei Komoot, ergab dann eine wunderschön geplante Wanderung.

Die amtlich geprüfte Strecke

Sonntag, pünktlich um 11 Uhr sind wir dann zu viert losgestiefelt. Ganz entspannt wurde eine ganze Menge gequasselt, wobei das Thema WNA ganz geschickt aus den Gesprächen raus gehalten wurde. Eine starke Leistung, wenn man sich so lange nicht gesehen hat und die ursprüngliche Verbindung über das Amt besteht.

Der erste Höhepunkt: Clemensberg

Der Weg führte uns durchs Dorf und den Wald bis auf die Niedersfelder Hochheide. Hier befinden sich die touristischen Highlights Hoppeckequelle und der Goldene Pfad, direkt daneben der Einstieg zum Gipfel des Clemensbergs.

Als wir bei recht guter Sicht das Panorama vom Gipfel betrachtet haben, ging es nach dem Abstieg zum nächsten Gipfel: der Langenberg.

Hier haben wir eine kurze Pause eingelegt. Wir beiden haben unsere Butterbrote gegessen und eine Hälfte des Duos hat ein Äpfelchen gegessen und im Anschluss den Wettbewerb „Apfelkerngehäuseweitwurf“ mit „Abstand“ gewonnen 😉

Nach dem Langenberg sind wir dann über einen kleinen Umweg wieder zurück über die Niedersfelder Hochheide und entlang des Clemensbergs wieder runter.

Nach 3 1/2 Stunden waren wieder zurück daheim. Da drängelte es ganz schön vor dem Amtsklo 🙄

Nach dem Wasserlassen passte aber der Kaffee wieder hinein. Dazu den herrlichen Kuchen von Kirsten. Alles Zutaten für einen angenehmen und lustigen Abschluss des wunderschönen Tages mit dem wunderschönen WNA-Wanderduo Kirsten und Kirsten ☺️

Roody‘s Tour

Was wollen wir in Duisburg, fragten uns einige Follower.

Wir haben im Sabbatical immer mal wieder Freunde getroffen. Wir waren im Sauerland und haben Tina, Markus und noch so einige andere vom Skiclub Olsberg getroffen. Wir waren in Stuttgart bei Tanja und den Kindern. Wir waren 2x in Salzburg bei Martin und Michi. Wir waren 2x in der Ardèche bei Rita und Sascha und haben da auch Hilde getroffen. Wir waren am „Kummersee“ und haben Anja und Didi getroffen. Wir waren in Holland bei Martins Mutter und bei Ailin und Niels. Wir waren in Köln bei Anne, Nora und Zoé. Wir waren in Sichtigvor bei Sigrids Papa Siegfried. Wir haben Svenja besucht an der Möhne und wir haben Abschied gefeiert mit Rotwein und Eierlikör bei Ulla und Günter. Aber EINER bzw. ein Pärchen fehlte uns noch…

Roody‘s Tour…

Das letzte Mal hatte Martin ihn getroffen bei einen entspannten Abend zusammen mit Didi. Da haben sie gemeinsam das COVID-19-Jahr eingeläutet …

Noch unwissend, wie es sich entwickeln würde – und natürlich lautstark und mit kindlicher Naivität. So, wie sie es gemeinsam auf den vielen, vielen gemeinsamen Radkilometetern gemacht haben – bis zu dem Schicksalstag 01.11.2016 😇 Wobei er noch regelmäßig mitgefahren ist, bist zu seiner alles entscheidenden Wadenmuskelverletzung…

Aber bevor man in Duisburg ankommt, müssen ein paar Kilometer gemacht werden. Da wir aus der Anfahrt nach Hulst gelernt haben, dass einem die letzten Kilometer im Dunkeln, wenn man schon müde ist, doppelt solange vorkommen, steigen wir diesmal schon kurz nach 6 Uhr auf die Räder. Nachdem wir das Frühstück, was Sigrid am Vorabend schon vorbereitet hatte, verspeist haben.

Im Dunkeln, ausgeruht auf bekanntem Terrain, lief es locker und es wurde gerade hell als wir in Antwerpen ankamen. Im Hellen ging es viel flotter und entspannter als 2 Tage zuvor, als wir in umgekehrter Richtung gefahren sind mit schon 200 Kilometern in den Beinen 😀

Diesmal nur knapp 20 Kilometer am Albertkanaal entlang, bevor wir die nächsten 45 Kilometer am Kanaal van Bocholt (B) naar Herenthals entlang fuhren. Wie auf der Hinfahrt: ein Spiel für den Kopf.

Nach gut 125 Kilometer sind wir in Budel (Nl). Kurz ein Foto nach Hulst schicken, da in Budel Martins Vater eine zeitlang stationiert war, während seiner Dienstpflicht. Da sind oft großartige Geschichten passiert.

Jules Geschichte …

Von Budel bis Venlo noch mal 50 Kilometer durchfahren. In Venlo dann einen Kaffee und Brötchen aus dem Jumbo 😋

Direkt außerhalb von Venlo ging es dann unspektakulär über die Grenze nach Deutschland. Jetzt noch weniger als 50 Kilometer und den Stallgeruch schon in unseren Nasen, haben wir sie locker abgespult und kamen in der Dämmerung bei Maria und Rüdiger an. Kurz bevor wir bei den beiden ankamen, fuhren wir am Stahlwerk Rheinhausen vorbei. Da kommen sofort die Gedanken an Ruhrpottgeschichte hoch und man fährt mit einem besonderen Gefühl hier entlang.

Die beiden haben uns schon freudig erwartet und herzlichst empfangen 😎

Maria und Roody 😉

Nach 230 Kilometer möchte Martin erstmal was Vernünftiges trinken und bestellt ein Bier 🍺 Auf das Wiedersehen muss erstmal angestoßen werden, wobei die herrlichen Gerüche in der Küche den Hunger bemerkbar machen.

Nach dem Bier kommt duschen und wenn wir beiden wieder frisch sind, kann der Abend beginnen 🤪

Während wir in unserem Sabbatical die Zeit draußen verbringen in oder am Berg, auf dem Rennrad, MTB, oder im Klettergurt, haben die beiden sich die ganze Zeit mit ihrer Wohnung beschäftigt. Kreativ denken, planen, ab- und ausreissen, gemeinsam Lösungen finden, neugestalten usw. Das alles neben der Arbeit: Chapeau, Das Resultat: überwältigend. Wir bewundern die beiden sehr und freuen uns, dass sie sich gefunden haben 🥰

Aber was nützt eine wunderschöne Küche, wenn die Köche nicht kochen können😬 Weit gefehlt: wir haben nicht nur wahnsinnig lecker gegessen, sondern auch wahnsinnig viel 😋😋 Natürlich in Begleitung von ein paar Gläschen 🍷 und der Wärme vom Öfchen 😅

Ein wunderschöner und lustiger Abend mit schönen Gesprächen und Marias herzhaftem Lachen ging natürlich irgendwann zu Ende und wir sind todmüde ins Bett getorkelt 🤓

Am Morgen haben wir beiden erstmal geglaubt, die ganze italienische Familie kommt zum Frühstück. Aber der komplette Tisch war nur für uns gedeckt 🙄

Bevor Maria sich auf dem Weg zum Sport machte, hat sie uns noch mal ans Herz gelegt: wir können solange bleiben, wie wir wollen. Wir würden einen Schlüssel bekommen und, und, und. Wir haben natürlich dankend abgelehnt, wir sind Zweierbrödler. Das wäre bestimmt für alle anderen nur ganz kurz lustig.

Nachdem wir uns gestärkt hatten, fuhren wir in altbewährter Form zu dritt auf den Rennrädern los. Rudi hat uns begleitet bis Herne.

Vor uns lagen jetzt noch 120 Kilometer und einiges an Höhenmetern. Sigrid hatte schon damit geliebäugelt, bis Dortmund zu fahren und dann den Rest mit der Bahn bis Winterberg. Wahrscheinlich war ihre Sendung ans Universum so STARK, dass wir nur bis Bochum gekommen sind. Martins Hinterrad hatte einen Plattfuß. Schnell den Schlauch gewechselt, 5 Meter gefahren und wieder kaputt 😞 Der Reifen war so verschlissen, dass der Schlauch einfach durchkam.

Plattfüße

Aber da wir immer Glück haben, die nächste Haltestelle war nur 30 Meter entfernt 🍀

Ab da war es nur noch easy 🤪

Somit war unsere Quarantänefahrt in Bochum schon beendet. Ab jetzt Straßenbahn, Bahn und Schienenersatzverkehr bis Winterberg. Und von Winterberg bis Hildfeld mit einem Großraumtaxi, wobei der Taxifahrer meinte, normalerweise hätte er einen noch größeren Wagen.

Jetzt waren wir wieder bereit, das Leben in Hildfeld anzunehmen.

Ruhetag …

Martins alte Heimat: Hulst

Was macht man an einem Ruhetag? Als erstes in umgekehrter Reihenfolge, wie wir ins Bett gegangen sind, wieder aufstehen. Kennen wir aus dem Schwimm-, Lauf- oder Radtraining: Pyramidenform 😇

Dann lecker Frühstück: Spiegeleier mit Schinken und Käse, Obst mit Müsli und Skyr, alles gut für die Muckis, verwöhnt von der Mutti 😇

Nach dem Frühstück haben wir die Barfußschuhe und Rucksäcke angezogen und sind zu Fuß zum Einkaufen gegangen.

Erstmal den Fahrradhändler besuchen, damit Martin die Räder pflegen kann 😀

Dann auf zu AH, da wir die Mama auch ein wenig verwöhnen wollen. Wenn sie uns jetzt illegal Unterschlupf gewährt, machen wir den Einkauf für das Abendessen und bringen noch ein Leckerchen für den Nachmittag mit.

Laufrichtung und Abstand Hinweise

Auf dem Rückweg durch die Innenstadt wurden wir von einem älteren Risikogruppenmitglied lautstark und sehr unfreundlich auf die Stassenbemalung hingewiesen 😇 COVID-19 verbindet! Es scheint, als ob alle Oberlehrer aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden sich zusammen schließen 😀

Nach ein paar Schnittchen zum Mittag haben wir die Aufgaben verteilt: Sigrid hat sich ein Stündchen hingelegt zur Erholung und Martin hat sich um die Fahrräder gekümmert. Obwohl Martin zwei Räder zu pflegen hatte und Sigrid alleine geruht hat, war er eher fertig 🤪

Rechtzeitig zum Nachmittagbier waren wir dann doch wieder zu dritt.

Zeit in die Küche zu gehen und Martins Mama auf die Probe zu stellen. Eine der schwierigsten Aufgaben im Leben dieser Generation ist, nicht helfen zu dürfen. Wir glauben, dass sie sich nach dem dritten Mal fragen resigniert in den Sessel gesetzt hat und aus Protest den Fernseher angemacht hat 😉

Staffel 3, Kochen mit Sigrid und Martin…

Foto vor dem Probieren …

Nach dem Abendessen haben wir wieder die Aufgaben verteilt: Sigrid und José durften spülen und danach den Abend zusammen verbringen, während Martin noch ein paar Duveltjes bei Ailin, Niels und Buddy trinken wollte.

Als Martin nach einen schönen Abend wieder nach Hause kam, schlummerten die beiden Damen schon in ihren Bettchen. Wobei wir vielleicht kurz erwähnen sollten, dass wir beiden ins Ehebett verdonnert werden und die fast 80-jährige Mutter die Luftmatratze bevorzugt 😬

Den Ruhetag gut genutzt und genossen, war der Wecker schon bereit, um uns morgens um halb sechs für die Fahrt nach Duisburg zu wecken…

Wer es braucht …

Die erste Stunde haben wir gebraucht, um durch und aus Köln heraus zu kommen. Erstaunlich viele Radfahrer sind unterwegs zu dieser frühen Stunde, dafür gibt es aber ein ziemlich gut ausgebautes Fahrradwege-Netzwerk.

Die Temperaturen bewegten sich um den Gefrierpunkt, also ziemlich frisch und natürlich heißt es, doppelt aufpassen wegen Glättegefahr.

Von Köln bis zur Deutsch-Niederländischen Grenze waren es ungefähr 90 Kilometer. Da kaum Höhenmeter zu bewältigen waren, kamen wir richtig gut voran. Ein wenig Gedanken machten wir uns darüber, wie die Versorgung unterwegs mit Kaffee und Kuchen sein würde. Wie wir gelesen hatten, war in den Niederlanden und Belgien alles geschlossen und in der jetzigen Situation wollen wir unauffällig und ohne Diskussionen durch diese beiden Länder fahren.

Den ersten Halt haben wir dann vorsichtshalber noch in Deutschland gemacht. Unerwartet standen wir auf einmal in Gangelt. Die Straßen wirken wie ausgestorben, außer uns nur ein Handvoll Menschen unterwegs. Ordentliche Gärten, gefegte Bürgersteige, gepflegte Straßen. Nichts deutet darauf hin, dass dieser Ort deutschlandweit so eine Bekanntheit hat. Bei der Olga haben wir uns dann ein Käffchen und ein Stückchen Kuchen gegönnt. Die Holzbank vor dem Laden lud uns ein, den Ort auf uns wirken zu lassen. Nach einigen Minuten kam Olga aber raus und teilte uns freundlich mit, doch nicht unsere Speisen vor dem Geschäft zu genießen. Obwohl der ältere Herr im Rollstuhl schon länger da saß als wir, sind wir brav aufgestanden und nach nebenan gegangen.

Die Fahrt fortgesetzt ging es fast direkt über die Grenze. 10 Kilometer durch die Niederlande, um dann schon über die nächste Grenze nach Belgien zu fahren. Diese brauchten wir aber nicht selber radelnd überqueren: wir wurden mit einer Fähre rüber gefahren 😀

In Lanklaar haben wir unsere Butterbrote gegessen und kurz beraten: fahren wir durch oder fahren wir ein Stück mit der Bahn? 50% von uns war immer noch nicht wirklich überzeugt, die komplette Strecke zu schaffen. Eine überschlägliche Berechnung: Wie lange brauchen wir bis zu dem nächsten Bahnhof? Wie schnell bekommen wir einen Zug nach Antwerpen? Wie lange brauchen wir denn wohl mit diesem Zug – Sigrid erinnert sich an die Odysseen ihrer Freundin Elke? Summa summarum haben wir uns entschieden, weiter zu radeln. Wie schon erwähnt, 50% von uns war sowieso überzeugt, dass WIR die Strecke auch schaffen 😀

In Belgien 🇧🇪 ging es dann ziemlich schnell am Albertkanaal entlang. Wortwörtlich ziemlich schnell, da man schnurstracks gerade fährt und dies so gut wie ohne Höhenmeter. Mal eine Brücke oder die Schleusen in Kwaadmechelen waren höhentechnisch die größeren Herausforderungen. 60 Kilometer sind dann eine gute Zeit, sich mit sich selber zu befassen. Keine Schrittmeditation wie Thich Nhãt Hanh sie beschreibt, aber eine Trittmeditation. Rudi kennt die niederländischen Nähmaschinen und Mooiboys: gleichmäßige Trittfrequenz und nur die Beine bewegen, komplettiert mit perfekt aufs Rad abgestimmter Bekleidung 😇

Nur eine kleine Unterbrechung gab es, um uns noch mal kurz zu stärken: einkaufen im Supermarkt, wo man sich gar nicht aufhalten mochte wegen der sehr aggressiven Stimmung. COVID-19 😷 schaffte da auf keinen Fall eine Miteinanderstimmung. Nichts wie weg hier!

In der Dämmerung ging es durch Antwerpen, mitten durch den Feierabendverkehr, auch nicht wirklich lustig.

Am Ende des Tunnels war es Dunkel …

Nachdem wir dann aus dem Fußgängertunnel gefahren sind, war es dunkel. Die letzten 30 Kilometer im Dunklen über belgische Straßen und Radwege ist – wenn man schon 200 Kilometer unter den Rädern hat – ziemlich nervig 😬 Da waren wir am Ende echt glücklich, die Mama in den Arm nehmen zu können 😍

Zuhause …

Nachdem wir der Mutti den ganzen Sauerkrauttopf leergegessen hatten, haben wir ein Duvelchen genossen und den Abend in Ruhe bei einem schönen Gespräch ausklingen lassen…

Vorbereitung auf den Ruhetag 😇…

Selbstfindung …

HILDFELD 2.0

Am 30. April sind wir mit Bussi und Gerda nach Hildfeld gezogen und sind zu viert in den Mai getanzt… Vor-Zurück, Vor-Zurück 1,2,3 …

Wir haben im Mai das Sauerland ganz neu entdeckt mit Hilfe von Tina und Markus und der MTB-Abteilung vom Skiclub Olsberg.

Wir sind Rennrad und MTB gefahren, sind gewandert und gelaufen. Die Tage wurden immer länger, die Sonne schien. Es stimmte einfach alles für einen perfekten Start in unser Sabbatical. Zwar nicht so weit weg wie wir vorher gedacht hatten, aber alles vorhanden von dem, was wir brauchen.

Wir brauchten jetzt wirklich ein paar Tage, um in unserem neuen alten Domizil anzukommen. Es fühlte sich irgendwie komisch an, jetzt wieder mehr drinnen zu sein. Nach 5 Monaten in Gerda auf engem Raum gelebt zu haben, dennoch fast den kompletten Tag draußen gewesen zu sein, angefangen mit dem ersten Klo-Gang am frühen Morgen und beendet mit dem Zahnputz-Gang am späten Abend 😎 Die Temperaturen waren auch in den Pyrenäen noch sehr angenehm und jetzt drohte Kälte und Nässe.

Wir waren es gewohnt, jeden Tag neue Dinge, Landschaften, Orte, Wege zu entdecken. Jeden Tag in einem Land mit einer für uns fremden Sprache und anderen Gewohnheiten. Wir haben fast 5 Monate immer die Berge vor unseren Augen gehabt, ob Österreich, Slowenien, Italien oder Frankreich. Die 3- oder 4-Tausender zu sehen ist doch nicht wirklich vergleichbar mit unserem Clemensberg oder den Nachbargipfeln vom Langenberg oder Kahler Asten.

Wir spürten, dass wir einfach innerlich noch nicht bereit waren, wieder zurück in Deutschland zu sein, wo wir doch eigentlich erst im März wieder zurück kommen wollten. Wenn wir durch Deutschland hätten reisen können, wäre es gefühlt wahrscheinlich anders gewesen, aber jetzt fühlten wir uns irgendwie eingesperrt. Klar ist uns bewusst, dass wir hier deutlich mehr Freiheit haben als in Frankreich oder sonst wo in Europa. Uns ist auch klar, dass wir es deutlich einfacher haben als alle unsere Freundinnen und Freunde, die im Job mit ganz vielen Einschränkungen und Auflagen zu tun haben oder die teilweise gar nicht arbeiten dürfen. Das Gefühl war da und sobald es für uns deutlich war, was wir fühlten, war es besprechbar. Sprechen können wir beide sehr gut und auch miteinander ☺️ Da war der Weg wieder frei, so ganz ohne Volksbank 😉

Wir machen den Weg frei…

Die verschiedenen Wetterapps sagten einige schöne Tage voraus, sonnig und frisch. Da wir uns bei Veloland in Perpignan gut eingedeckt hatten, war „frisch“ absolut keine Ausrede! Und wir waren bereit für eine neue Challenge.

QUARANTÄNE TOUR

Teil I

Wir waren uns wie immer innerhalb von Sekunden einig, wobei eine von uns beiden leichte Zweifel hatte, ob „wir“ das schaffen. Der andere hatte da ganz und gar keine Zweifel, dass „Sie“ das schaffen würde 😉

Alle Vorbereitungen getroffen, Rennräder fertig, Rucksäcke gepackt und am frühen Morgen geht‘s los. Es ist zwar frisch, aber die uns vertraute Strecke führt nach 2 Kilometer durch Grönebach und da darf man sich dann schon warm strampeln bei eine Steigung von 10%. Darauf folgt ein gemächlicher Anstieg, der durch Winterberg führt bis Altastenberg. Dann kommt eine etwas längere Abfahrt, die doch tatsächlich Erinnerungen an Alpenpässe aufkommen lässt. Weiter geht’s landschaftlich sehr schön an Westfeld, Oberhundem und Schmallenberg vorbei in Richtung Olpe. Die meisten Höhenmeter des Tages sind da schon abgestrampelt. Einen Kaffee und ein Leckerchen genießen und weiter. In der Nähe von Engelskirchen haben wir noch versucht, einer Dame mit ihrem MTB zu helfen. Sie hatte einen platten Hinterreifen und kam mit ihre Pumpe nicht klar. Auch wir haben es nicht geschafft und auch unser Werkzeug war für dieses Rad nicht passend. Nachdem wir ihr geraten haben, doch zur nächsten Tankstelle zu gehen, sind wir dann weiter gefahren. Der Weg lief schön an der Agger entlang, das Wetter war angenehm und es war nicht mehr ganz so weit. Optimal, um die letzten Kilometer schön locker zu Ende zu fahren 😁 Doch da hatte Komoot noch was anderes in Petto für uns: obwohl die Straße, auf der wir fuhren, die Kölnerstrasse war, sollen wir rechts abbiegen und nach Hohkeppel fahren. Hoh bedeutet hier unmissverständlich HOCH!! 120 Höhenmeter verteilt auf einen knappen Kilometer. Nicht „in the mood“ für sowas, bedeutet bei Martin…

auf die Strecke, auf Komoot, … nur nicht auf Sigrid 😇

Danach kam nur noch eine Steigung nach Motz-Feld oder war es Moitzfeld? 🤔 Egal, ab da war es dann wirklich nur noch „easy“. Und ruckzuck standen wir bei Anne vor der Tür 🚪

Da Home-Office angeordnet worden ist, ist sie auch „schon“ zuhause 😀

Wir machen uns erstmal frisch. Und dann darf uns Martin beim Café auf der Ecke Kaffee besorgen. In der Großstadt können wir die Gastronomie unterstützen – anders als bei uns in Hildfeld, da diese dort komplett zu machen. Martin mag kein Kleingeld in seiner Tasche. Das wissen aber nur wir beide. Der junge Mann im Café war sehr überrascht vom großzügigem Trinkgeld und wollte unbedingt noch Milch in den Kaffee tun. Da musste Martin noch kämpfen, die Milch wartete doch schon zuhause 😀

Nach dem gemütlichen Genuss des Kaffees und schön Quatschen mit Anne, trudeln erstmal Nora und anschließend Zoé und Pierre ein.

Das war das Signal für die beiden ausgehungerten Hungerhaken oder wie andere behaupten „ASKETEN“ mal nach dem Abendessen zu fragen 😇 Anne meinte, der Marin würde sich doch so gerne bewegen und auf der anderen Ecke wäre ein Italiener. Er könnte doch mal dahin gehen und sich die Karte anschauen. Wer die „Menne-Strukturen“ innerhalb des Greweclans kennt, weiß jetzt, was für eine enorme Verantwortung auf Martins Schultern gelegt wird. Da er aber sehr regelmäßig trainiert und dabei auch den Oberkörper nicht vernachlässigt, fühlt er sich dieser Aufgabe gewachsen und stiefelt los.

Als er zurück kommt, weiß er: die Aufgabe ist gemeistert! Aber wie wird die Reaktion sein auf das unaufgeforderte Mitbringen der Speisekarte? 🤪 Soviel Eigeninitiative wurde zwar nicht erwartet, aber Speisekarten werden angenommen inklusive der abfotografierten Tageskarte 😀

Die Bestellung machte Anne doch lieber selber – sicher ist sicher. Anne, Nora, Zoé und Pierre wählten jeweils ein Gericht und die beiden ausgehungerten Asketen je zwei.

Zum großen Erstaunen blieb kein Krümel übrig, sogar die Reste haben wir beiden noch weg gefuttert. Alles unter dem Genuss eines leckeren Rotweins, gespendet von Pierre. Wir bekamen gleichzeitig noch eine Lektion in französischer Konsequenz. Ein leidenschaftlicher Monolog über die Belgier, die absolut keine Verträge haben mit dem Slogan: „Don‘t Drink and Drive“, geführt von Pierre, endete damit, dass er nach dem Abendessen und Rotwein aufstand und mit dem Auto nach Brüssel gefahren ist.

Nachdem die beiden Mädels ins Bett gegangen sind, haben wir noch schön zu dritt gequasselt – ein wirklich schöner Abend, der dann für uns im Ehebett endete.

Am nächsten Morgen sind wir vor allen anderen aufgestanden und haben gut gefrühstückt, wobei Sigrid auch noch die „Hasen“-Butterbrote von Nora mitgegessen hat. Nora konnte später gar nicht glauben, dass wir schon weg waren. Ein paar Tassen Kaffee und um 7 Uhr saßen wir auf den Rädern auf dem Weg zu Mutti 😀

Kühl aber schön …

Hildfeld 2.0

Hildfelder Stübchen

Die Rückreise war eine Fahrt ohne große Ereignisse. Gestartet in Bagnère-de-Bigorre ging es 25 Kilometer über Landstraße bis wir die Autobahn erreichten, Auffahrt genommen, Tempomat eingestellt und einfach rollen lassen. Im Gegensatz zu den gebührenfreien Autobahnen in Deutschland sind durch die Mautgebühren in Frankreich die Autobahnen immer noch schön leer. Nach ungefähr 250 Kilometern wollte Bussi schon mal trinken und wir sind von der Autobahn runter. Auch hier sind die Benzinpreise abseits deutlich günstiger und bei den großen Supermärkten oft nochmal 2 bis 3 Cent günstiger. Bussis Trinkpause nutzen wir auch für uns, um noch einen Kaffee und ein Leckerchen zu besorgen. In dem Ort fällt uns auf, wie präsent die Gendarmerie ist und wir beobachten wie Personen ohne Maske angesprochen werden und aufgefordert werden, sie aufzusetzen. Die Verschärfung der Maßnahmen wurden deutlich schneller eingeführt als in Deutschland, aber angekündigt war, dass am Wochenende nur ermahnt werden würde und noch keine Bußgelder verhängt werden. Da ist es dann offensichtlich in Frankreich für den einen oder anderen doch etwas schwieriger mit der Umsetzung 😉

Alle wieder gestärkt ging es wieder auf die Autobahn und stoisch weiter… Die nächste Pause haben wir dann nach ungefähr 300 Kilometern gemacht und haben in dem Ort eine Pizza gegessen. Bei der Pizzeria bestellt und in der Gerda schön verspeist 😋 Wie schön, wenn man sein Häuschen dabei hat ☺️

Der anfängliche Gedanke war bis Paris oder kurz dahinter zu übernachten. Als Sigrid vom Beifahrersitz bemerkte, dass Bussi und Gerda immer schneller wurden, kam bei ihr der Gedanke, dass die beiden schnell zum Parkplatz wollen. Also, lass uns jetzt vor Paris noch ein Plätzchen suchen ☺️

2 Parkplätze angefahren, beide überfüllt. Da blieb uns nichts anderes übrig, als weiter zu fahren und uns durch den Verkehr zu wühlen. So ruhig, wie es vorher war, so voll und stressig war es dann in und um Paris. Es wird keine Rücksicht mehr genommen, es werden Hupe und Lichthupe genutzt von den Parisern, damit jeder andere Vekehrsteilnehmer schön Platz macht. Der sture Holländer tut das natürlich nicht und führt Konversationen mit den Fahrern, obwohl die davon natürlich nichts mitbekommen 😜

Als wir dann unbeschadet an Paris vorbei sind, finden wir einen Platz, wo wir alle 4 erstmal zur Ruhe kommen können und übernachten.

Etappe I

Obwohl der Parkplatz voll mit LKW‘s war, die teilweise ihre Aggregate laufen hatten, haben wir sehr gut geschlafen. Der Frühaufsteher unter uns hat erstmal einen kleinen Spaziergang gemacht und sich einen Kaffee geholt, bevor er das Frühstück schnippelte. Gestärkt sind wir dann in die zweite Etappe gestartet.

Allerdings hatten wir vor dem Start noch ordnungsgemäß einen Passierschein für Belgien 🇧🇪 ausgefüllt. Wir wollten keine Diskussionen führen mit irgendwelchen belgischen Douaniers oder der Gendarmerie und sind da natürlich auf Nummer sicher gegangen.

Eine angenehme ruhige Fahrt auf französischem Gebiet führte uns noch ganz kurz auf die Spuren von Martins Vergangenheit. Als wir die Ausfahrt zur St. Quentin vorbeifuhren, kam der Flash zu seinem allerersten Urlaub in Frankreich.

Gemeinsam mit der Sindi ist er damals mit dem Zug nach Südfrankreich gefahren. Eingestiegen waren die beiden in Antwerpen mit Ziel Paris Gare du Nord. Kurz vor dem Grenzübergang von Belgien nach Frankreich, stellte der Schaffner fest, dass ihr Ticket für diesen Zug nicht gültig sei. Mitten in der Nacht mussten sie dann in St. Quentin aussteigen. Nach einer kurzen Wanderung aus dem Ort heraus dann auf einem Wiesengrundstück schnell das Zelt aufgebaut und schlafen. Die Träume vom Mittelmeer, Sonne und Freiheit wurden am frühen Morgen rasch unterbrochen von der Gendarmerie. Ein dummes Gesicht aufgesetzt und den Satz: „je ne parles pas français“ gesagt mit der Zufügung: „je ne comprend pas“ lässt dann den Gendarm im lauten Ton sagen: „Partir, Partir!!“.

Partir, partir!

Ähnlich, wie wenn man aus den Niederlanden in Belgien hineinfährt, spürt man den Übergang von Frankreich nach Belgien. Die Straße wird schlagartig schlecht. Die Autobahn fühlt sich an wie „de Ronde van Vlaanderen“ oder „Paris – Roubaix“. Zum Glück war es nur eine kurze Strecke bis zu der Grenzübergang bei Aachen.

In Deutschland angekommen sind wir erstmal zum Tanken von der Autobahn runter gefahren: 0,92 €/Liter, ein Traum. Der Junge an der Kasse meinte aber, gestern habe hier der Bär getobt. Da kostete der Sprit nur 0,80 €/Liter. Vollgetankt ging es dann wieder weiter Richtung Dortmund. Da können wir den Schlüssel für unser neues und altes Domizil bei unseren lieben Vermietern abholen.

Kurz vor Köln probieren wir noch, ob wir irgendjemandem aus dem Grewe-Clan noch einen Besuch abstatten können, Fehlanzeige. Wir sind natürlich nicht auf dem neuesten Stand der familiären Geschichten und trotz der Einladung von Andreas, die aber knapp zu spät kam, bleibt das erstmal so.

Etappe II

Nach einem kurzen Boxenstop in Dortmund-Aplerbeck mit Schlüsselübergabe und kurzer Berichterstattung bei den Eheleuten Köster ging es dann weiter zum schönsten Fleckchen Erde: „Das Sauerland“. Grüße an Markus in Olsberg. Wir wissen, wo es am schönsten ist ☺️

Etappe III

In Hildfeld angekommen, haben wir das nötigste aus Gerda und Bussi in die Wohnung getragen und uns dann kurz informiert, ob wir in unserer Stammkneipe etwas zu essen bekommen und vielleicht auch was zu trinken. Unkompliziert meinte der Wirt, dass wir das schon hinkriegen 😉

Ähnlich wie wir auch in Frankreich gesehen hatten, wird auch hier der letzte Abend in gefühlter Freiheit nochmal ausgenutzt. Die Kneipe ist voll und so manche Leute erkennen uns wieder. Ein schönes Wiedersehen mit einem bisschen Heimatgefühl, gekoppelt an eine gewisse Traurigkeit, unsere Auslandsreise unterbrechen zu müssen. Und dazu ein Gefühl, neben sich zu stehen, weil man noch gar nicht richtig angekommen ist.

Jetzt machen wir es uns gemütlich…

Die Flucht …

Attestiert eine Stunde Ausgang

Präsident Macron hat am Mittwoch, 28.10.2020, verkündet, dass ab Freitag den 30.10.2020 die COVID-19 😷 Maßnahmen deutlich verschärft werden. Jetzt dürfen wir den Campingplatz nur noch zum Einkaufen verlassen. Dafür sollen wir eine Bescheinigung downloaden, ausfüllen und bei Aufforderung vorzeigen.

Der Campingplatz schließt am 31.10. Aber da wir noch auf ein Päckchen warten, sind die Damen des Campingplatzes so lieb, uns bis Montag Asyl zu gewähren.

Nach stundenlanger Recherche der Situation in Frankreich, der Schweiz, Spanien und Portugal entscheiden wir uns, erstmal wieder zurück nach Deutschland zu reisen. Da uns die Situationen in Spanien und Portugal zu diesem Zeitpunkt zu unsicher sind, überlegen wir, dass es für uns keinen Sinn macht, erstmal weiter südlich zu reisen und – falls diese beide Länder auch zu machen – wir statt 1400 Kilometer dann die doppelte Strecke zurücklegen müssen.

Ein kurze erklärende WhatsApp – endend mit der Drohung „wir rufen Sie Morgenfrüh an“ – an unsere lieben Vermieter aus Dortmund Aplerbeck verschickt und die Rückreise war beschlossen.

Wenn angekündigt wird, ab wann strengere Maßnahmen gelten, wird der letzte Tag in „Freiheit“ intensiv genossen. Da ist die französische Bevölkerung auch nicht anders als die Bevölkerung in der Heimat 😇

Gut gefüllte Cafés und Terrassen prägen jetzt das Stadtbild in Bagnères-de-Bigorre und auch wir gönnen uns ein Bierchen.

Flandern ist überall vertreten …

Wir belassen es bei einem gegen den Durst und einem zum Genießen 😌

Andere glauben, alle Fässer sollten leer getrunken werden. Ab einem gewissen Pegel, wenn lautstarke und intensive Selbstgespräche geführt werden, ist man dann die Attraktion des Cafés 🤡

Am Freitag ist es dann soweit: Beginn der Verschärfung!

Es ist ein unbekanntes Gefühl, sich nicht frei bewegen zu können. Wenn Menschen, so wie wir – mit einem ziemlich schlecht zu bändigen Bewegungsdrang – ihre Runden auf einem Campingplatz drehen, ist das nicht einfach. Zum Glück gibt es die knapp 300 Meter lange Einfahrt, die von der Hauptstraße kommt, da kann man die Strecke noch etwas verlängern 😇 Da wird uns richtig bewusst, wie gut wir es unser Leben lang schon haben und wie gut wir es hatten bei dem Lockdown im Frühling in Deutschland.

Einen wunderschönen Blick auf die Berge, die Größe des Campingplatzes und das schöne Wetter machen die eingeschränkte Freiheit trotzdem sehr gut erträglich. Wir wissen jetzt, dass es für uns erstmal nur 1 Tag ist, dann sind wir unterwegs. Wir können uns auch gar nicht vorstellen, wie die Menschen in den Städten, in kleinen Wohnungen ohne Balkon oder Terrasse, so etwas bis mindestens Ende November aushalten sollen.

Wir haben dann die Fahrräder sauber gemacht und mit Hilfe von „Die Edelhelfer“ auch den Steuersatz an Martins Rad wieder in Ordnung gebracht.

Losgerüttelt auf der Abfahrt Col de Beyrède 😱

Mittags war Martin noch einkaufen für die Fahrt, nachdem wir einen Passierschein für ihn ausgefüllt haben, und am nächsten Tag wollen wir nach dem Frühstück dann wieder losfahren 🤔

Samstag nach dem Aufstehen nur noch frühstücken und abrechnen und los, so hatten wir es gedacht.

Der Bus hatte es sich aber anders überlegt: kein Ton kam aus ihm heraus, Null Komma Null, nix!!!

Noch nicht mal eine Überbrückung mit dem Renault Clio einer der Damen des Platzes konnte ihn dazu bewegen, sich zu rühren. Da haben die Damen alle Hebel in Bewegung gesetzt und einen Garagendienst organisiert, könnte aber ein bisschen dauern, frühestens um 11 Uhr.

Da konnten wir uns in einer unserer stärksten Characktereigenschaften üben: GEDULD!!

5 vor 11 war er aber schon da und nach 5 Minuten brummte der Bus vor sich hin. Das Starten ging relativ flott, dafür war der Einbau unserer Batterieabdeckung etwas schwieriger. Zum Glück hatte Martin in der Wartezeit ausgiebig die Gebrauchsanleitung studiert und konnte so dem Mechaniker gute Dienste leisten ☺️

Jetzt nur noch die Gerda ankuppeln und bezahlen. Beides funktionierte tadellos und weil die Damen sich soviel Mühe gemacht hatten für uns, bekamen wir zum Abschied noch eine Flasche Rotwein und 2 Trinkbechern geschenkt.

Deutschland, here we come… zwar ohne Päckchen 📦 trotzdem nochmal vielen Dank an Siegfried, Sigrids Papa, für seine Mühe.

Abschiebungstour…

Premieresieger Egan Bernal

3 Passgrößen und einige Überraschungen auf unsere Palmares geschrieben, lag noch ein kleiner Brocken direkt um die Ecke 😀 Dieses Mal war es schwierig, eine Strecke nicht doppelt zu fahren. Da der Col de Beyrède ein „Nebengipfel“ des Col d‘Aspin ist, mussten wir ein Teilstück fahren, was uns bekannt war. Wir haben dafür die Ostanfahrt gewählt. Die startet direkt in der Ortschaft Beyrède, ungefähr 6 Kilometer vor Arreau, wo der Col d‘Aspin beginnt.

Diesmal gab es keine Überraschungen in der Anfahrt. Schön wellig ging es durch die wunderschöne Landschaft, wo sich die unterschiedlichen Grüntöne abwechseln mit goldenen Herbsttönen.

Aber nicht nur eine schöne Landschaft auch sehr schöne Denkmäler und Gemäuer.

Hier vielleicht noch mal eine Frage für Roody oder Gärtnermeister Petry: Was für ein Baum könnte das gewesen sein?

Bei so einer abwechslungsreichen Umgebung rollen die Kilometer einfach so unter den Rädern weg. Ein Leckerchen wollen wir noch essen in der uns bekannten Boulangerie. Die hatte aber leider Ruhetag 😳 Zum Glück gab es ein paar hundert Meter weiter eine andere und die hatten sogar einen sehr leckeren Café.

Wieder aufs Rad gestiegen, fing der Anstieg sofort an. So wie wir das in den Pyrenäen schon oft erlebt haben: direkt mit einer schönen Rampe😀 deutlich im 2-stellingen Bereich. Danach eine kurze Passage, wo man nur 4-5% fährt und danach kommen dann wieder steilere Teilstücke. Landschaftlich ganz anders als der Col d‘Aspin der viele Fernblicke gönnt, fahren wir hier durch Wald und an Wiesen entlang.

Die noch frischen Malereien auf der Strecke waren die stillen Zeugen von der Route d‘Occitanie. Dieses Radrennen fand im August statt und oben war eine Bergankunft gewesen. Dieses Rennen war für den Col de Beyrède eine Premiere, vorher hatte man ihn immer gemieden. Wir würden empfehlen den in Abwechslung mit dem d‘Aspin immer mal wieder bei der TdF aufzunehmen.

Zum Glück waren auch bei uns die Zuschauer sehr vorbildlich und hielten sich an den Abstandsregeln.

Mit Abstand die besten Zuschauer 😊

Einen Corona-Leugner trifft man überall …

Die letzten beiden Kilometer sind dann wieder etwas flacher und schon sind wir oben 😀

Die Abfahrt war am Anfang alles andere als schön. Abgesehen vom Regen machte der schlechte oder teilweise nicht vorhandene Asphalt es schön gefährlich, aber wir sind heile wieder unten angekommen.

Das Premierejahr für den Col de Beyrède, ist gleichzeitig das COVID-19-Jahr und in ganz Europa steigen die Infektionszahlen. Wie wir vorher bei den Restaurants und Cafés feststellen konnten, macht die französische Regierung jetzt Ernst mit den Maßnahmen. Was machen wir❓

Gefühlt stehen wir mit dem Rücken zur Wand, wenn aber der Tresen vor dem Bauch ist, ist das doch auch nicht so schlimm 🤪

Col d‘Aspin und kleinere Überraschungen …

So eine abwechslungsreiche Landschaft 🥰

Da das Wetter nochmal angenehm wird, haben wir uns eine Runde ausgetüftelt, bei der wir den Col d‘Aspin befahren können. Beide mögen wir es nicht, bereits gefahrene Strecken nochmal zu fahren und deshalb wollen wir die Ostanfahrt von Arreau fahren. Die Westanfahrt würde über St. Marie de Campan führen, wie am Vortag zum Col de Tourmalet.

Vom Campingplatz fahren wir bis Bagnères-de-Bigorre und biegen dann ab zum Col des Palomières.

Die erste kleine Überraschung ist da. Ungefähr 2 Kilometer sind wir angefahren bei durchschnittlich 2% Steigung, und dann folgt schlagartig ein Kilometer mit einer durchschnittlichen Steigung von 15%, wobei es Spitzen gibt bis 18%. Da kommen wir sofort ins schwitzen 😅 Der nächste Kilometer ist dann wieder etwas gemütlicher, aber der letzte steigt dann doch wieder in Richtung 2-stelliger Werte. 3 Kilometer und 310 Höhenmeter ein gutes Warming-up 😇

Obwohl es noch früh war und der Pass noch nicht mal einen Eintrag hat auf Quäldich.de, war es auf Passhöhe richtig voll. Kein anderer Radfahrer, dafür ziemlich viele Jäger und bei einem Wohnmobil wurde fleißig die Yogastunde durchgeführt unter Aufsicht des Gurus 🙏🏻

Eine gemütliche Abfahrt folgte, und zwei kleine Überraschungen folgten dann in relativ kurzen Abständen 😉

Die Erste der beiden war völlig unerwartet, als unser Navi uns rechts abbiegen ließ und die Straße leicht abfallend mit sehr schlechtem Belag in den Wald führte. Eine Rechtskurve später wieder aus dem Wald heraus steht vor uns eine Wand 😳 Die Wand änderte sich dann nach der nächsten Linkskurve in eine noch steilere Wand 😳😳

Ruhig bleiben und im Stehen versuchen, die Kurbel zu drehen. Nicht überpacen, es könnte noch eine Kurve kommen und noch steiler werden. Passiert aber nicht 🤪 Oben angekommen, zeigt ein Schild, was wir gerade gefahren sind.

Gemütlich wieder runter und durch die wunderschöne herbstliche Landschaft weiter zur nächsten Überraschung 😊

Und…………

Kleine Überraschung

Fast dran vorbei gefahren, nicht wirklich als Passhöhe erkennbar und dann auch noch versteckt hinter einem Traktor 🚜

Jetzt ging es dann eine Zeit lang an der Hauptstraße entlang zur nächsten Legende. Ein paar Kilometer vorher haben wir in Sarrancolin noch kurz Rast gemacht bei einer Boulangerie direkt gelegen neben einer wunderschönen Kirche. Ein netter älterer Mann hat uns kurz erklärt, wo es eine Bank gibt zum Sitzen, wo man sich Wasser zapfen kann und wo eine öffentliche Toilette ist. Alles ungefragt: so nett, so natürlich, so selbstverständlich für ihn, ein schöner Mensch. Nachdem Sigrid alle seine kompletten kleinen Hinweise befolgt hatte und wir unsere Leckereien und den Kaffee von der Nachbarbude getrunken hatten, nix wie weiter 😊

Nächste Überraschung 🙄

Nein, das wussten wir vorher schon, wir sind aber zuversichtlich, dass wir mit dem Rad auch ganz rüber kommen werden 😁 Das Gefühl verstärkt sich noch, wenn ein französisch sprechender Mann sich auch vorbereitet auf den Aufstieg. Also, weiter gehts.

Martin kannte den Col schon aus den 90er Jahren. Der Pass ist sehr schön zu fahren und gibt immer wieder sehr schöne Fernblicke frei…

Nach dem dritten Foto-Stop überholte uns der Radfahrer von unten. Martin meinte, wir sollen ihm genügend Vorsprung geben, er wollte heute nicht spielen 😇

Als wir ihn dann irgendwann doch wieder sehen, werden langsam und fast unmerklich das Tempo und der Druck erhöht, bis man dran ist. Ein paar kurze Worte wechseln und weiter gehts.

Die nächste Überraschung: der Mann kämpft sich heran und freut sich so richtig, losplappern zu können. Und nach eine Mischung aus Französisch, Englisch und Deutsch stellen wir fest das 2 Niederländer auch Niederländisch miteinander sprechen können 😂

Die eigentlich gesperrte Abfahrt ließ sich trotzdem gut bewältigen. Außer ein bisschen Schmutz auf dem Asphalt gab es keine Probleme und ruckzuck waren wieder bei unserer geliebten Gerda

Nach so vielen Überraschungen an einem Tag, überraschen wir uns selber und wollen am Abend mal vor die Tür gehen…

Frisch geduscht und gestylt, sind wir um 18 Uhr schon im Ort und versuchen ein Plätzchen im Restaurant zu bekommen. Diesmal sind wir aber nicht überrascht, dass es noch viel zu früh ist 😂

Dann erstmal in die Kneipe 🍻

Im Restaurant kam dann die letzte Überraschung: Covid-19 auf dem Vormarsch. Nur noch geöffnet von 19 Uhr bis 20 Uhr 30. Wenn man die Karte schlecht versteht und sehr, sehr, sehr hungrig ist, ist das eine große Herausforderung.