Mittlerweile ist auch in den Pyrenäen der Herbst angekommen und wir müssen unsere Radtouren nach dem Wetter richten. Wir berichteten schon von dem Sturm, der unsere Gerda richtig durchgeschüttelt hatte. Und auf unserer Fahrt zu dem Col d‘Aubisque haben wir auch gesehen, was der so angerichtet hatte. Direkt unterhalb vom Campingplatz war ein Strompfosten abgebrochen und auf den kleinen Nebenstraßen haben wir noch viele Stellen gesehen, wo Äste oder Bäume abgebrochen waren. Ganz spannend zu sehen, wie die Bauern ihre Straßenabschnitte schon zur frühen Stunde freigemacht hatten und wir überall frei Fahrt hatten. Da kommt dann die Frage auf, ob das bei uns auf dem Land genauso funktioniert?
Am ersten Tag in Bagnères-de-Bigorre: Regenwetter. Sigrid hat sich ihrem Hobby gewidmet, die Wäsche und Martin war zu Fuß einkaufen. Für den nächsten Tag war gutes Wetter angesagt und die vielen verschiedenen Wetter-Apps waren sich sehr einig. Als positive Menschen haben wir die beste Vorhersage gewählt mit 6 Stunden Sonne und auch oben auf dem Tourmalet noch 10 Grad Celsius und wenig Wind. Da sind wir früh aus den Federn und nachdem wir gefrühstückt hatten sofort aufs Rad.
Obwohl wir eine Hauptstraße fahren, ist es zu früher Stunde schön ruhig. Da kommen Erinnerungen auf an die vielen Fahrten mit Roody. Viele schöne Stunden, wo die Welt noch geschlafen hat.
Geschlafen bis wir vorbei gefahren sind und uns lauthals künstlich gestritten haben oder verschlafene Menschen auf dem Balkon mit unserem: „Guten Moooooooooooorgen“ aus ihrem inneren Frieden geweckt haben 😇
Die Anfahrt zum Mythos fängt schon direkt in Bagnères-de-Bigorre an: mit einer leichten, aber permanenten Steigung geht es bis St. Marie de Campan. Das Dorf ist Teil des Mythos‘.
In diesem Ort erinnert eine Plakette an die Tour von 1913. Eugène Christophe, genannt le Vieux Gaulois (der alte Gallier), schmiedete hier ohne fremde Hilfe vor den Augen der Touroffiziellen, die bei einem Unfall mit einem Pkw gebrochene Radgabel an seinem Rennrad und konnte die Fahrt mit vier Stunden Zeitverlust so fortsetzen – allerdings ohne Aussicht auf einen Sieg. Er wurde dieses Mal insgesamt Siebter.
Die Abenteurer, die damals die TdF gefahren sind, haben dies unter ganz anderen Voraussetzungen gemacht als die jetzigen Profis. Der Col du Tourmalet ist der erste Pass im Hochgebirge, der 1910 in der TdF aufgenommen wurde. Zu der Zeit keine asphaltierte Strecke und es sollten sogar Bären in den Pyrenäen unterwegs sein. Nichtsdestotrotz hat der luxemburgische Mitarbeiter der L’Equipe nach der Erkundung, wobei er selbst fast ums Leben gekommen ist, seinem Chef Henri Desgrange folgende Worte telegraphiert: „Bin gut über den Tourmalet gekommen. Stop. Straße in gutem Zustand. Stop. Keine Schwierigkeiten für die Fahrer.“
Nach dem Örtchen geht es dann richtig hinauf. Mittlerweile sind wir so gut trainiert, da fühlt man natürlich trotzdem die Steigung, aber man kann die Landschaft auch richtig genießen 😊
Blick auf den Pic du Midi de Bigorre.
Die Fahrt bis dem Skiort La Mongie bleibt immer im Bereich 7-8% und ab da kommen die 2-stelligen Prozentwerte. Bis auf 2 Bora-HansGrohe Fahrer, die sich da hochgequält haben, haben wir nur noch einen französischen Triathleten gesehen. Mit dem konnten wir ein bisschen spielen 😀
Oben angekommen, war es dann doch recht voll und wir registrierten viele spanische Fahrer. Vielleicht wollten die am folgenden Tag der Vuelta zuschauen. Leider ist aufgrund der Covid-19-Pandemie die Vuelta in Spanien geblieben, sonst wären wir natürlich auch gerne gucken gewesen 😀
Die Abfahrt bis Luz-Saint-Saveur, ist sehr übersichtlich und richtig schön zu fahren, da gab es dann erstmal einen Café 💪🏻
Der weitere Rückweg führte uns erstmal durch eine wunderschöne Schlucht.
Gave de Pau
Als wir die Schlucht verlassen haben, schlängelte sich der Weg durch ein kleines Tal in Richtung Lourdes. Aus dem Tal heraus gab es noch einen kleinen Anstieg in Richtung Heimat. Die wunderschönen Herbstfarben sind aber so beeindruckend, dass man die Höhenmetern gar nicht mehr spürt.
Unser Fazit: „Sind gut über den Tourmalet gekommen. Stop. Straße in gutem Zustand. Stop. Keine Schwierigkeiten für die Fahrer.“
Die Reise führt uns über eine schöne ländliche Strecke nach Lourdes. Auch hier gibt es noch einige Campingplätze, die geöffnet haben. Wir entscheiden uns für Camping le Forêt und gegen Camping du Loup, obwohl.… Wenn man Pech hat, kann einem natürlich auch im Wald der Wolf begegnen. Die niederländischen Follower kennen bestimmt noch Bor de Wolf der immer drohte: „Dan ga ik wel in het donkere bos“
Bor
Nach der doch etwas längeren Reise haben wir uns entschieden, am Abend in der Stadt etwas zu essen. Die MTB‘s ausgeladen und mit Beleuchtung ausgestattet geht‘s los 😀
Vom Campingplatz bis zur City sind es 3 Kilometer, also ein Klacks für die trainierten Beine 💪🏻 Vorbei an der Basilika-de-Notre-Dame-de-l‘Immaculée-Conception und dem riesigen Vorplatz, wo normalerweise die Prozessionen stattfinden, kommen wir im Zentrum an.
Auch an diesem heiligen Ort geht die Covid-19-Krise nicht vorbei. Alles wirkt wie ausgestorben, es finden keine Prozessionen statt und viele Geschäfte, Restaurants und Bars haben geschlossen.
Wenn man so daran vorbei radelt, kann man sich nicht vorstellen, wie voll es sonst sein wird. Wir machen uns Gedanken über das riesige Geschäft, was mit dem Glauben und der Hoffnung gemacht wird. Als nicht-religiöser Mensch ist es schwer vorstellbar, was die Menschen da mit sich machen lassen, aber in Relation gesehen zu Fußball oder Rockstars, wo andere hinpilgern und dem Geschäft, was da gemacht wird mit Eintrittskarten und dem kompletten Merchandising, kann man sich fragen: „What‘s the difference?“
Neutral gesehen ist es doch nicht wirklich wichtig, aus welcher Quelle ich meine Kraft hole. Betrachten wir die großen Religionen, ist die Grundbotschaft Liebe. Betrachten wir unsere Partnerschaft, ist das starke Band die Liebe und auch der BVB benutzt die Liebe…
Religion 😀
Unsere Reise genießen wir im Hier und Jetzt, saugen die Eindrücke auf und sprechen viel miteinander darüber. Trotzdem gibt es immer Ausschweifungen in die nahe Zukunft oder Rückblicke in unsere Vergangenheit.
Beide waren wir schon mal in Lourdes: Sigrid, als sie mit der ganzen Familie in Frankreich Urlaub machten. Da gibt es die Erinnerung an die kleine Anne, die während eines Besuchs zur Prozession einen fremden „Papa“ an die Hand nahm. Martin war in den 90er Jahre mal da auf seiner ersten Reise mit einem Wohnmobil. Er hat damals zusammen mit Sindi eine Patientin besucht, die zusammen mit ihrer Schwester eine Pilgerfahrt in Lourdes machte.
Ein Plätzchen zum Essen haben wir gefunden bei Brasserie „Le van Gogh“…
Passend zum Ort glaubte Martin, eine Erscheinung zu haben: am Tresen saß Willy DeVille…
Nach jahrelangem Konsum des Weihwassers war er jetzt umgestiegen auf Hochprozentiges. Das führte zu interessanten Tanzeinlagen auf dem Weg zum Klo, wobei die choreografische Höchstleistung das Schwingen mit dem Mund-Nasenschutz war 😂
Auf jedem Fall hatten wir auch das passende Bierchen zum religiösen Ort
In Arles waren wir das erste mal auf Vincent van Gogh gestoßen und jetzt wieder. Das animierte Martin zur Geschichtsforschung. Dabei fand er heraus, und das auch wieder passend zur Lourdes, dass dieser einige Zeit sehr fasziniert war von Religion und sogar als Hilfspfarrer tätig war. In Arles war er schon als Maler unterwegs. In dem gelben Haus, was wir da gesehen haben, hatte er sein erstes Atelier. Wie sein Leben lang, war er auch hier auf der Suche. In Südfrankreich wollte er die Farben finden und zwar „die blauen Töne und heiteren Farben des Südens“. Eine Idee war, ein gemeinsames Atelier aufzubauen mit anderen Malern. Der einzige, den er überzeugen konnte, war Paul Gaugain. Bevor der eintraf, malte van Gogh „Die Sonnenblumen“, um sein Zimmer zu schmücken. Ganze 2 Monate haben die beiden zusammen gelebt. 2 schwierige Charaktere trafen aufeinander und ein ungeklärter Vorfall trieb sie auseinander. Die Historiker streiten sich darüber, ob bei diesem Vorfall Gaugain ein Stück von van Goghs Ohr abgeschnitten hat, oder ob aus Verzweiflung er es selbst getan hat.
In seiner Phase in Arles besuchte er auch Saintes-Maries-de-la-Mer, einen Ort, wo auch wir gewohnt haben.
Wenn man in der Geschichte forscht, kommt man auch von Hölzken aufs Stöcksken…
Nachdem van Gogh mehrmals in Arles in der Klinik war wegen psychischer Auffälligkeiten, ging er nach Saint-Rémy-de-Provence in eine Klinik. Dieser Ort gehörte mal der Familie Grimaldi und in Dortmund sind wir gerne bei Vicenzo in Villa Grimaldi 😇 …
Den nächsten Tag haben wir uns um Ersatzteile und Pflegemittel für die Gerda gekümmert. Sigrid hat sich neue Bremsklötze am Rennrad montieren lassen und Martin hat leckeres Essen gekauft in der Markthalle und beim Metzger.
Dem ersten Teil der Fragestellung schon mal auf den Grund gegangen, haben wir uns am nächsten Tag Teil 2 gewidmet.
Der ursprüngliche Gedanke war eine 2-3-Tagestour zu machen, wobei wir einige Klassiker aneinander reihen wollten. Da aber die Wettervorhersage nicht gut ist und vor allem sehr starke Winde am Col du Tourmalet angekündigt sind, haben wir beschlossen, vom Campingplatz aus über Laruns den Col d‘Aubisque zu befahren und dann über den Col du Soulur wieder zurück. In der Nacht sind wir kurz vor Seekrank gewesen: der starke Wind hat die Gerda ziemlich in Bewegung gesetzt. Die alte Dame hat sich aber tapfer gegen den Wind gestemmt und ist unversehrt geblieben 💪🏻
Die Planung von Komoot, führte uns über kleine Nebenstraßen und schon ein paar kurze heftige Anstiege nach Laruns. An einem muss Martin ziemlich lachen, als Sigrid, die ungefähr 50 Meter zurück war, angefeuert durch Hofhunde in einem kurzen Zwischensprint wieder zu ihm aufschloss.
Und dann plötzlich mitten im Niemandsland …
In Laruns angekommen trinken wir erst einen Kaffee und genießen in der Sonne das Treiben im Dorf, bevor wir uns in den Anstieg begeben.
Eine kleine Werkstatt für jedermann …
Der Pass liegt auf 1705 Meter. Der Weg dahin führte uns erstmal gemächlich durch ein Waldstück bis oberhalb von Laruns, danach weiter ohne steile Rampe bis in den alten, aber schönen Kurort Eaux-Bonnes. Aus dem Ort führen uns ein paar Kehren und dann geht es stetig gerade aus nach oben bis in den Ort Gourette. Gourette ist ein typisches Beispiel für französische Skiorte. Hässliche große Hotels, große Parkplätze und außerhalb der Skisaison komplett leer, keine Menschenseele, nichts.
Als wir Gourette verlassen, wird die Vegetation karg und eine schöne Bergwelt öffnet sich vor uns. In der Ferne erahnen wir schon eine Hütte am Pass, da angekommen sehen wir, dass sie geschlossen ist und dass wir noch fast 1 1/2 Kilometer fahren dürfen bis wir ganz oben sind 😁
Auf Passhöhe treffen wir noch einen Rennradfahrer, der ist aber nicht sehr gesprächig, dafür aber mutig oder mit den Örtlichkeiten vertraut.
Es stellte sich nämlich heraus, dass der Weg zum Col du Soulor gesperrt war und obwohl wir das Abenteuer nicht scheuen, haben wir diesmal beschlossen, es nicht zu wagen im Gegensatz zu unserem Kollegen 😀
Den gleichen Weg wieder herunter und in Laruns nochmal kurz Pause gemacht. Gestärkt durch ein Crêpe sind wir die letzten 40 Kilometer dann in Contre-la-Montre-Art zurück gedüst.
Am nächsten Tag war Erholung und Unterhaltung angesagt.
2 neue Nachbarn waren eingetroffen, ein Pärchen aus Göppingen und eine französische Familie.
Die französische Familie bestand aus einem belgischen Vater, irischer Mutter, 2 Töchtern und einem Hund. Papa war sehr gesprächig und ein lustiges durcheinander aus deutsch, niederländisch, englisch und französisch entwickelte sich. Neben allerlei Kleinkram wissen wir jetzt auch, dass Kinder von ausländischen Eltern in Frankreich nicht automatisch die französische Nationalität bekommen, beziehungsweise sie gar nicht so einfach erlangen können. Das haben sie aber erst bemerkt, als sie vor einer Reise Reisepässe beantragen wollten und die Mädels eigentlich staatenlos waren. Welche Nationalität der Hund hat, haben wir leider vergessen zu erfragen 😏
Bei dem Pärchen aus Göppingen machte die Frau auch ein Sabbatical. Sie war schon erfahren darin, da sie vor 5 Jahren auch schon ein Sabbatical hatte. Der Ehemann war verrentet und konnte auf diese Weise auch schön mitfahren.
Da können wir nur feststellen: da ist noch Potential…
Allerdings gehen hier unsere Meinungen und Vorstellungen noch ein wenig auseinander 😉
Wir haben den als Regentag vorhergesagten Tag als Reisetag gewählt und sind wieder in westliche Richtung gefahren. Es gibt noch so viele Cols, die auf uns warten und auch die Vuelta d‘Espagna hat sich für die französischen Pyrenäen noch angekündigt.
Losgefahren bei strahlendem Sonnenschein sind wir über Perpignan und danach durch ein wunderschönes Tal gefahren. Das Tal führte uns an Saint-Paul-de-Fenouillet vorbei, wo wir den Klettersteig gegangen sind. Das war doch auch mal schön für die Gerda, die sonst nur erahnen kann, wo wir uns tagsüber so herumtreiben 😂
Langsam setzte der Regen ein und als wir bei Belcaire ankamen – das liegt auf einem Hochplateau (1000 m.) – sank die Temperatur um den Gefrierpunkt und aus Regen wurde Schnee 🥶
Die letzten 4 Kilometer zum Col de Chioula durften wir dann bei geschlossener Schneedecke fahren. Eine neue Erfahrung mit Gespann.
Alles gut überstanden, kamen wir dann im strömenden Regen in Ax-les-Thermes in unserem neuen Domizil an.
Den erster Tag haben wir unsere Rädern geschont und haben die Wanderschuhe geschnürt. Kein Hochalpines Gelände, trotzdem viel rauf und herunter, an Wiesen entlang mit schönen Weitblicken oder durch den herbstlichen Wald mit wunderschönen Farben.
Die Ariège
Gestartet am Campingplatz ging es erstmal an die Ariège entlang durch die Stadt und dan hinauf zum Felsen der Jungfrau.
Vom Felsen wieder runter ab in dem Wald
Da können schon mal Gedanken an Wilhelm Tell aufkommen…
Durch diese hohle Gasse muss er kommen …
Und ein wenig später fragen wir uns, Geschichte oder Realität…
War er wirklich hier? 🧐
Eine kleine Gestrüpppassage hinunter und schon sind wir aus dem Gedicht wieder raus.
Über die Brücke und durchs Dorf ging es dann zum letzten Anstieg rauf und wir konnten noch ein paar wunderschöne Blicke auf die schneebedeckten Gipfel erhaschen.
ABENTEUER MIT DEM RENNRAD
Wir wollten unsere neue Winterbekleidung mal testen und die Wetterbedingungen waren optimal. Optimistisch sind wir früh aufgestanden und nach dem Frühstück sofort los. Die Sonne schien und die Temperatur lag bei guten 5 Grad.
Erst ging es durch Ax-les-Thermes, um dann den Anstieg zum Col de Pailheres in Angriff zu nehmen. Nach einigen Kilometern zweigt dann der Anstieg zum Col du Pradel ab, unser erstes Ziel heute.
Landschaftlich eine wunderschöne Straße, da kann man sich gar nicht satt sehen.
Da wir vorher gesehen haben, dass der Col de Pailheres geschlossen war, haben wir unten am Schild noch kurz überlegt, ob wir es bis nach oben schaffen werden.
Geschafft 😇
Die Blicke der uns entgegengekommenen SUV-Fahrer waren schwer einzuschätzen. Die Skala variierte von Entsetzen bis Bewundern.
Oben war eine Familie zum Rodeln da. Als wir unsere Fotos machten und uns umsahen, wurden wir angesprochen. Der Familienvater meinte, auf der Abfahrt in der anderen Richtung wäre etwas mehr Schnee. Die ersten drei Kilometer waren dann richtig abenteuerlich, teilweise gehend, teilweise fahrend mit einem Fuß als Bremse ging es zur Schneegrenze runter. Auch das ohne große Blessuren gemanaged. Ein kleiner Sturz aus dem Stand, gab nur schmerzhafte Rippchen und einen schiefen Lenker bei Sigrid 😏
Im Tal wurde es dann wieder etwas wärmer und beim nächsten Anstieg schön Warm 🥵
Nach einem kurzen Stück runter ging es rauf zum Col de Chioula, wobei wir im vorbeifahren noch den Col de Marmare mitgenommen haben 😇
Auf Passhöhe noch ein nettes Gespräch mit einem Pensionär und schon ging es runter bis zum Campingplatz 🏕
Aussicht vom Col de Chioula
Auf dem Campingplatz angekommen, können wir noch beobachten, wie unser Nachbar, auf alt bewährte französische Weise sein Wohnmobil einparkt. Da stört kein Baum, Stein oder Hecke. 😊
Für die Unersättlichen unter uns gab es noch das Plateau des Bonascre. Direkt im Dorf startet der legendärer Anstieg – eine Sackgasse zum Skiresort hinauf. Da haben die Radprofis in der Vergangenheit schon große Kämpfe ausgetragen. Das kann man dann mal vor dem Frühstück noch machen.
Einer von uns beiden ist am frühen Morgen, bei strahlendem Sonnenschein aufs Rad und einmal hoch und runter gefahren 😀
Wenn kein Passfoto gemacht werden kann, muss die Ziellinie herhalten.
Plateau de Bonascre
Jetzt schnell wieder runter, frühstücken und dann reisen wir weiter.
Vor einigen Wochen gab es noch mehrere, diesmal nur eine, vielleicht sind beim Stierkampf in der Camargue einfach mehrere notwendig, wir wissen es nicht 😇
Starke Winde, und nicht nur in der Gerda, treiben uns zum Mittelmeer 🤭
Eine rechte kurze Fahrt und schon waren wir da. Schnell angemeldet und dann zum zugewiesenen Platz. Durch enge Gassen sind wir hingefahren und als eingespieltes Team bekamen wir bewundernde Blicke vom betagten Nachbarn. Er unterstrich diese mit „Daumen hoch“. Da sind wir vor Stolz die nächsten Tage kerzengerade über den Platz gegangen.
Allerdings bekam der ältere Herr von uns auch bewundernde Blicke. Seine Frau ging an zwei Unterarmgehstützen und konnte, außer damit gehen, nur noch delegieren. Das bedeutete, der Mann versorgte den ganzen Haushalt und kutschierte seiner Frau mit dem Auto von A nach B und wieder zurück. Trotzdem war er jeden Tag noch einige Stunden auf dem Wasser mit seinem Surfbrett 😮
Die unterschiedlichen Bretter und die mindestens 5 Segel, die er dabei hatte, wurden täglich benutzt und sorgfältig gepflegt 💪🏻
Am Nachmittag sind wir dann zu Fuß einkaufen gegangen und haben uns auf dem Rückweg am Boulevard in eine kleine Kneipe gesetzt. Ein richtig uriges Ding, wo der Wirt mit langen grauen Haaren neben dem Bier de Pression auch selbst die Schallplatten noch auflegte.
Die nächsten Tage war die Sonne zwar da, aber auch immer ein sehr starker Wind. Da war mit Fahrradfahren nichts. Wir haben uns deshalb – ähnlich wie am Keutschacher See – um die Körperpflege gekümmert. Sigrid ist zum Frisör gegangen und Martin, der das nicht braucht, zum HNO.
Die erfolgreichere war Sigrid. Frisch geglättet und Freude strahlend kam sie wieder, wobei Martin wohl im Leben des normalen Menschen angekommen war. Der erste freie Termin wäre im Dezember. Sowas kannte er bis dahin noch gar nicht. Er hatte aber eine Adresse mitbekommen von einer Ärztin in Amélie-les-Bains, knapp 50 Kilometer entfernt.
Da sind wir dann am nächsten Tag hin. Auf der Fahrt haben wir per Zufall noch eine Praxis gesehen, kurz angehalten, gewartet: kein Termin, im Dezember können wir einen bekommen und dann mit Termin wieder kommen 🙄
In Amélie-les-Bains angekommen, stellten wir fest, dass Markt war. Das erschwert natürlich die Parkplatzsuche. Da die Ärztin so lieb war, Martin um 13 Uhr einen Termin zu geben, machte der Markt das Warten aber deutlich angenehmer.
Mit sauberen Ohren konnten wir dann am Nachmittag zurückfahren. 😇
WER BILLIG KAUFT, KAUFT DOPPELT!!
Das ist oft ein Nachteil. Manchmal aber auch von Vorteil, weil es die billigen Dinge überall gibt.
Ein Satz Bremsbeläge zu bekommen für die Marke die Martin fährt, ist nicht so einfach. Den ersten Versuch machten wir in der Schweiz 🇨🇭ohne Erfolg.
Der zweite Versuch in Agde war auch nicht von Erfolg gekrönt 😏
Der dritte Versuch jetzt in Canet-en-Roussillon. Laut Hope-Homepage sollte es auch da einen Händler geben. Wir sind trotz mulmigem Gefühl – der Internetauftritt wirkte nicht sehr überzeugend – mit den MTB’s in den Nachbarort gefahren.
Draußen …
Vor Ort trafen wir einen gebeugten Mann, der Kartons schleppte. Er fragte sehr freundlich, wie er helfen kann. Da haben wir ihm erzählt, was wir brauchen und er meinte, wir sollen mit in das Geschäft kommen.
HOPELESS
Drinnen …
Nach 20 Minuten findet er tatsächlich den Karton mit Hope-Bremsbelägen 😁😁 Mit dem Karton sind wir dann zum Fahrrad und haben alle Beläge geprüft. Letztendlich war der richtige Satz leider nicht dabei. Dabei haben wir aber einen netten Menschen kennengelernt, der selber sehr enttäuscht war, dass er uns doch nicht helfen konnte 😌
NEVER GIVE UP HOPE…
In Perpignan gibt es Veloland, ein riesiges Geschäft und auch Hopedealer. Wir hin und…
Full of Hope 😀
Die passenden Bremsbeläge gekauft, und aus reiner Freude haben wir uns noch eingedeckt mit Winterklamotten…
Ab nach Hause und abends noch frischen Fisch im Restaurant gegessen.
Die erste Fahrt in die Pyrenäen führt uns nach Prades, am Fuße des Mont Canigou. Geschichtlich ist der Mont Canigou erwähnenswert, da er eine Rolle spielte als südlichster Vermessungspunkt, der sogenannte Pariser Meridian. Spannend noch mal nachzulesen, wie die unterschiedlichen Auffassungen damals waren über der Form der Erde 🌍
Ein Sabbatical ruft auch da wieder Erinnerungen wach: Martin hat in der Schule Geschichte und Staats- und Sozialwissenschaften geliebt. Die beiden Fächer – trotz aller versuchten Interventionen des Lehrers – aber abgewählt. Jetzt mit Zeit und Muße kann er vieles nachlesen und in unserem Blog für euch Lehrertätigkeiten ausüben 😊
In Prades angekommen mussten wir seit langem mal wieder warten, bevor wir auf den Campingplatz konnten. Es war Mittagspause. Da ist es dann schön, wenn man seine Wohnung dabei hat und sich seine Butterbrote schmieren kann und gemütlich sitzend verspeist 😋
Nach der Anmeldung und Einrichtung sind wir zu Fuß in den Ort gegangen, ein bisschen einkaufen und ein Bierchen trinken auf dem wunderschönen Dorfplatz.
Die erste Radtour in den Pyrenäen haben wir dann am nächsten Tag gemacht. Keine großen Pässe, aber dafür eine sehr schöne Strecke. Die ersten Eindrücke haben wir gesammelt. Und die total unterschiedliche Landschaft im Vergleich zu den Alpen war auf Anhieb klar.
Auch Sigrid findet auf unseren Touren immer wieder mal einen geschichtlichen Höhepunkt.
Hauswand in Taurinya
Endlich sind wir auch mal wieder einen Klettersteig gegangen.
Nach einer Stunde Fahrt über einen Pass und extrem schmale Wege treffen wir auf den Einstieg. Weit weg von jeglichen touristischen Möglichkeiten, haben sich hier einige Menschen sehr viel Mühe gemacht und einen schönen und anspruchsvollen Klettersteig gebaut.
Direkt vom Parkplatz aus geht es schon los und wir steigen in die Wand hinein. Auf dem ersten Teilstück direkt ausgesetzt und teilweise mit Überhang. Schön und spannend 😇
Der zweite Teil ist weniger steil, dafür mit etwas anderen kleineren Schwierigkeiten gespickt.
Der dritte Teil war dann relativ einfach und wie immer waren wir deutlich schneller als die angegebenen Zeiten.
Oben angekommen haben wir unsere Bütterken gegessen und die Aussicht genossen, bis zu dem Zeitpunkt als uns plötzlich …..
Hungrig 😋
Der Abstieg war einfach und daher waren wir ziemlich schnell wieder unten.
Der Bock weg, freie Sicht auf Bussi …
Nachdem Sascha mitbekommen hatte, in welcher Gegend wir sind, hat er uns noch schnell einen Tipp gegeben: Col de Pailheres wäre bei uns um die Ecke 😊
2x gefroren 🥶
Wenn man schon mal eine Prä-TdF gefahren ist oder RAAM usw., ist „bei euch um die Ecke“, nicht gleich „bei euch um die Ecke“ 😉 Wir haben dann kurzerhand entschieden, dass wir eine 2-Tagestour draus machen – Rucksack packen, Fahrräder fertig machen und Hotelzimmer buchen. Und los gehts.
Zahlenfreaks: 220 Kilometer, 5000 Höhenmeter 😇
Die Wettervorhersage war sehr gut und so früh wie möglich sind wir los, um wieder Pässe zu sammeln 😊
Gutes Wetter, spannende abwechslungsreiche Pässe…
Leider konnten wir an den beiden ersten Pässen unser Hobby – Passbildern sammeln – nicht ausüben. Es fehlten einfach die Passhöhe- Schilder 🧐
Nach den beiden ersten Pässen und noch weit genug von dem Einstieg zum Col de Pailheres entfernt, wollen wir eine kurze Pause machen und uns stärken. Formigueres ein nettes Örtchen, das passt 😊
Als wir unsere Räder abstellen, werden wir sofort von der Postbeamtin ermahnt, wir können da unsere Räder nicht hinstellen 🤨 Kein Problem, wir stellen sie woanders hin und gehen entspannt zur gegenüberliegenden Pizzeria mit schöner Terrasse und Sonnenplätzchen 😍
Wir stellen einen Fuß ins Geschäft und wollen kurz schauen, was es gibt. Sofort werden wir hinaus zitiert. Es wird draußen serviert. Okay, wir schieben 2 Stühle herbei und warten 😇 Da werden wir im lauten Ton darauf hingewiesen, dass wir drinnen die Bestellung aufgeben müssen 🧐
Wir gehen wieder hinein und bevor wir irgendwas sagen können, sollen wir wieder raus, ein Halstuch wäre kein Nasen-Mund-Schutz. Da hatte Martin die Schnauze voll. Wer nicht will, der hat schon 🙃
Um die Ecke eine nette Crêperie: „Nein, bei uns gibt es nichts zu essen“ 🤨
Da sind wir dann zum Supermarkt gefahren, haben eine Kleinigkeit gekauft und im kleinen Café am Dorfplatz verspeist, wo wir bei einer netten Frau einen sehr leckeren Kaffee dazu bekommen haben 😜 Und weiter ging es 💪🏻
Dann mal los…
Ein sehr schöner Pass, angenehm zu fahren, sehr wenig Verkehr und so warm 🥵 dass wir doch noch Armlinge und Beinlinge ausgezogen haben. Oben angekommen ein herrliches Panorama. Da sind wir Sascha dankbar für den Tipp und machen ein Passbild in der Sonne 😎
Jetzt nur noch runterfahren und Hotel suchen …
Ein paar Hundert Meter am Ortsschild Ax-les-Thermes vorbei und angehalten, um die Adresse vom Hotel bei GoogleMaps einzugeben. Da wundern wir uns über eine komische Route. Also nochmal wiederholt, aber die gleiche komische Route bekommen…
Sigrid guckt nochmal herum, fragt nochmal nach dem Namen und auf Martins Antwort, sagt sie dann ganz trocken: „Wir stehen direkt gegenüber“ 😜
Kurz einchecken, duschen und dann ein wohlverdientes Feierabendbier 😁
Den ersten Durst gelöscht, geht es auf die Suche nach einem reichhaltigen Abendessen 🥘 Wir finden in einer Seitenstraße ein kleines Lokal und fragen erstmal vorsichtig, ob wir reinkommen dürfen – unsere Erfahrung vom Mittag war noch sehr präsent 😁 Die Wirtin freute sich aber und überschwänglich begleitet Sie uns zu unseren Plätzen, zeigt und erklärt uns die Karten, sowohl Speisekarte als auch Getränkekarte. Wir sind überzeugt, hier sind wir richtig 😁
Einige Minuten später kommt sie wieder und als Martin seine Bestellung aufgegeben hat, wollte sie erst diskutieren: das geht nicht, das wären 2 Hauptgerichte…
Als Martin sich dann erklären wollte, meinte Sie: C‘est bon 🙄
Hinterher war sie dann doch sehr überrascht, was kleine Hänflinge so essen können 😜
Gut geschlafen, gut gefrühstückt und rauf aufs Rad.
In Ax-les-Thermes ging es direkt in den Anstieg zum ersten Col, Col de Puymorens. Insgesamt 28 Kilometer und 1580 Höhenmetern also ein gutes Warming-up.
Die Abfahrt führte uns dann bis nach Spanien 🇪🇸 nach Llivia. Eine spanische Exklave in Frankreich. Ihre Geschichte führt schon zurück bis in die römische Zeit, da bekam es die Gemeinderechte. Stadtrecht besitzt es schon seit 1528 als Karl V. sie verliehen hat. Durch den Pyrenäen-Frieden von 1659 wurde das ganze Gebiet bis auf Llivia Frankreich zugeordnet.
All das war für uns Grund genug, um uno Café Americano et Uno Café con Leche zu trinken mit einem lecker Stück Tarte de Catalan 😋
Weiter rollen wir dann durch die Hochebene wieder zurück nach Frankreich und erklettern den Col de la Perche und danach unerwartet auch noch den Col de la Llose. Danach gehts nur noch abwärts in Richtung Prades. Müde, aber sehr glücklich und zufrieden, genießen wir den Abend bei einem lecker Burger und ein… 🍻 im Ort.
Schlechtes Wetter lässt uns wieder zum Mittelmeer reisen, auch da gibt es noch genug zu tun.
Bussi ist wieder voller Energie und auch wir sind immer noch voller Tatendrang 💪🏻
Von Saintes-Maries-de-la-Mer sind wir die Küste entlang bis Marseillan la Plage. An diesem Teilstück des Mittelmeers sind einige Etangs entstanden, sowohl natürlich als auch durch Menschenhand. Einfach übersetzt bedeutet es Teich. Es steht für ein stilles Gewässer, was allerdings nicht als See (Lac) gilt.
Unser Standort liegt am südlichen Ende vom Étang de Thau. Es werden im Gewässer Austern gezüchtet und die haben wir uns dann auch mehrfach gegönnt 😋
Am Ankunftstag war es stürmisch und regnerisch. Da hat sich Martin, um überschüssige Energie abzubauen, nochmal die Laufschuhe angezogen und ist eine Runde gelaufen, während Sigrid sich gemütlich ihrem Roman gewidmet hat. Irgendwie sind beide wieder auf den Geschmack gekommen, Sigrid zum Lesen und Martin beim Laufen 🏃♀️
Den nächsten Tag sollte es gutes Wetter geben, da konnten wir dann wieder richtig raus.
Einmal um den Étang de Thau herum fahren. Hörte sich easy und sauber an. 😉
Easy auf alle Fälle 😎
Sauber sind wir aufs Rad gestiegen und die ersten 3 Kilometer auch geblieben 😁 Es folgte ein Abschnitt direkt am Wasser entlang. Da war die obere Schicht so schlammig, dass man nach einigen hundert Metern nicht mehr fahren konnte, weil der Schlamm sich zwischen Gabel und Rad festsetzte. Das ist uns auf der kompletten Strecke bestimmt 4 oder 5 mal passiert. Ein Riesenspaß für das Kind im Manne 🤡
Weinanbaugebiete neben Austernzucht 🤪
Der einzige Wermutstropfen: Martin kam einmal nicht schnell genug unter seinem Rad weg und der Sattel gab ihm einen schönen Pferdekuss in die Wade 😢 Wir sind trotzdem die Runde zu Ende gefahren und haben mittags in Séte am Hafen ein Fischsüppchen und Austern verspeist. Danach an der Düne entlang wieder zurück bei schönem Sonnenschein und Rückenwind 😎
Zurück gekommen haben wir die Aufgaben verteilt: Sigrid durfte die Klamotten waschen und Martin die Räder.
Das erste Mal seitdem wir unterwegs sind, kam unser Aqua2Go zum Einsatz. Cool, dass wir soviel Platz haben 😊
Sonnenaufgang
Die Räder am Vortag mit dem Hochdruckreiniger abgespritzt, durfte Martin sich nach dem Frühstück an beiden Rädern austoben und sie auf Hochglanz polieren. Da wird jedes kleine Teilchen fein gesäubert und hinterher glänzt es nicht nur, es läuft auch alles wie neu. Das ist die gute alte Rückenwindschule. Dankeschön an Gerd und Roman, die immer mal wieder gemeckert haben. Und ein besonderes Dankeschön unbekannterweise an den älteren Herrn, der bei Martins allererster RTF darauf hinwies: „Junge, nicht nur die Frau pflegen!“ 🤓
Am Nachmittag sind wir dann kurz auf die glänzenden Teilchen gestiegen und sind bis nach Agde gefahren, den nächst größeren Ort, und haben ein wenig herumgeschaut und ein Bierchen getrunken.
Nach einer entspannten Reise zur Mittelmeerküste – um genau zu sein in die Camargue – landen wir auf den Campingplatz „De La Brise“. Ein zu diesem Zeitpunkt sehr passender Name.
Auf dem Vorplatz treffen wir schon mal auf einen sehr erleichterten Leipziger. Wir waren seit Wochen die ersten beiden Deutschen, die er getroffen hat. Da haben wir ihn in dem Glauben gelassen und nicht Martins Nationalität verraten 😉
Er hat uns kurz berichtet, dass der Campingplatz am nächsten Tag schließen wird und er würde den nächsten anfahren. Wir haben dann kurz überlegt und uns entschieden, eine Nacht hier zu verbringen und am nächsten Tag weiter zu überlegen 🤔
Nachdem wir Gerda installiert hatten – mittlerweile können wir sogar ganz entspannt den Ausgleich mit Keil – haben wir einen Spaziergang gemacht. Es herrschte eine frische Brise.
Der Ort Saintes-Maries-de-la-Mer ist direkt am Mittelmeer gelegen und begrenzt dort die Camargue. Die Camargue steht für Flamingos, wilde Pferde, Schwarze Stiere, Salz und viel unberührte Natur.
Steife Brise erleichtert die Grimassen 😁
Zur Entwöhnung haben wir an dem Tag den Alkohol etwas reduziert, jeder auf das Maß, das er brauchte 😇
🤥
Am Morgen haben wir uns entschieden, den Leipzigern nachzureisen: 3 Kilometer weiter war schon der nächste Campingplatz „Le Clos du Rhône“, und das Wetter auch deutlich besser. Der Campingplatz liegt eingebettet zwischen der kleinen und der großen Rhône. Als wir den Stoneman Glaciara gefahren sind, haben wir den Alletschgletscher gesehen, der liegt nicht ganz weit weg vom Rhônegletscher. Dadurch haben wir eine ungefähre Vorstellung der Entstehung des Flusses. Der Rotten, so wie er im Wallis noch genannt wird, ist uns auf unserer Reise jetzt schon mehrfach begegnet und jetzt sind wir an seiner Mündung 🤓
Der Ort am nächsten zu seiner Quelle, Reckingen, war Teil der Glaciarastrecke. Genauso wie unser damaliger Campingplatz in Mörel-Filet. Seyssel, unser Standort für den Col du Grand Colombier, ist auch direkt am Fluss gelegen. Wir sind an Orten gewesen, gelegen an der Isere, der Ardèche, der Drôme, der Aigue, der Nesque, dem Verdon, der Arc oder der Romanche, alles Zuflüsse der Rhône. Eine ganz spannende Recherche, die wir jetzt gemacht haben bei der Erstellung unseres Beitrags 🤓
Seyssel
Die Camargue umfasst das ganze Gebiet zwischen den Mündungsarmen der Petite Rhône und der Grande Rhône. Die Petite Rhône entspringt bei Arles. Arles ist der Ort, an den Sigrid glücklicherweise zur Abi-Abschlussfahrt mit hin durfte. So schließen sich immer die Kreise und neue Geschichten und Zusammenhänge haben da ihren Ursprung, je nach Blickwinkel.
Eine Geschichte für Sigrid schließt sich hier durch die Erinnerung an damals und eine neue Geschichte startet, als wir auf unserer Rennradrunde eine Brücke besuchen, die mal als Motiv diente für Vincent van Gogh. Vor der Brücke war noch eine kleine Holzschleuse, soviel zum Thema Geschichte.
Das Leben ist einfach wie Wasser: das Leben ist leicht, wenn man es fließen lässt.
Die Geschichte Vincent van Gogh hat für uns hier seinen Ursprung. Wir haben uns in Ruhe die Brücke und Schleuse angeschaut und wurden vermutlich und ungewollt Motiv von einer genervten Kunststudentin 😇 Wir haben solange ausgeharrt auf unserem Platz, dass sie uns aus Verzweiflung mit fotografieren musste 😌 Anschließend sind wir in die Stadt gefahren.
Arles hat eine beeindruckende Geschichte und zeigt das auch. Ein sehr gut restauriertes Colosseum und Amphitheater sind Zeuge eines ganz anderen Zeitalters.
Nach so viel Kultur brauchen wir einen Kaffee. Diesen haben wir an einem Platz getrunken, sehr idyllisch gelegen und bevölkert von den Einheimischen. Es ist immer wieder schön, das Treiben und Leben zu betrachten, den Gesprächen zuzuhören, die man nicht wirklich verstehen kann. Die Menschen zu beobachten und die Vielfalt und Einzigartigkeit zu sehen.
Obwohl uns zu diesem Zeitpunkt gar nicht bewusst war, welcher Bedeutung dieser Platz hat, war uns klar, hier leben Künstler 👩🎨
Neben unserem Café stand ein gelbes Haus, Café van Gogh. Auch hiervon kannten wir die Bedeutung nicht.
Dazu in einem unserer nächsten Beiträge mehr 😀
Wir machten uns dann auf den Rädern wieder auf den Weg und über schöne und flache Landstraßen ging es wieder Richtung Gerda.
Eine kurze Mittagspause in St. Gilles. Auch wenn das Bild vielleicht täuscht, wir sind nicht im Waasland 😀 Martin war angetan von Plat Vegetarien au Suggestion du Chef und Sigrid bestellte eine Fischsuppe 😇 Die Fischsuppe war sehr lecker 😋 Die Suggestion des Chefs war ein Genuss für jeden überzeugten Vegetarier: ein Teller mit Reis, Pommes und ca. 10 Böhnchen 🤣😂
Gestärkt wieder aufs Rad, wobei von dieser Tour leider keine Bilder existieren. Nach einigen Kilometern haben wir einen anderen Radfahrer überholt und der hat sich dran gehängt, was Martin dazu motivierte, kilometerlang richtig Druck zu machen 😅 Das resultierte dann in einen Heimwegschnitt von 31,5 Km/h 😎 Fotos entstehen bei dem Tempo natürlich nicht mehr. Der Kollege hat sich aber bestimmt cinque mal bedankt fürs ziehen 😇
Ihr könnt es natürlich nicht wissen: unsere Rennradrunde war einen Tag, nachdem wir mit unseren MTB‘s durch den Nationalpark Camargue gefahren sind. Eine sehr beeindruckende Landschaft, eine sehr schöne Runde.
Über ein gut ausgebautes Radwegenetz, sind wir durch die Landschaft gecruist und haben all das gesehen, was die Tourismusflyer versprechen 😀
Ingo
Zum Abendessen sind wir ins Dorf gegangen, um mal so einen schwarzen Stier zu probieren. Wir können nur sagen, sie sehen nicht nur gut aus, sie schmecken auch gut 😊 In einem waren wir uns sicher: so kurz nach den Stierkämpfen vom Wochenende konnte dieses Fleisch nicht daher kommen.
Morgens nach dem Frühstück haben wir alles eingepackt, den Kaffee für unterwegs gekocht, noch kurz mit den Leipzigern gequasselt und wir wären soweit. Gerdas Beine eingefahren, Stützrad eingestellt und die Deichsel auf Höhe gekurbelt, jetzt nur noch den Bus 🚎 ranfahren…
Der wollte nicht…….
Kein Mucks machte der, nichts, null Komma null…
In dieser Situation zeigte sich, was für ein wunderbares Team wir sind. Lieben und geliebt werden ist einfach, vor allem, wenn alles immer schön rund läuft. Was passiert aber in so einer Situation❓
Der nervöse Aktionismus und Tatendrang von Sigrid trifft da auf die Ruhe und Gelassenheit von Martin. Unser Schlüssel auch da: nicht den anderen ändern wollen, sondern diese Charaktereigenschaften wirken lassen. Sigrid bringt dann 1000 Vorschläge und Martin relativiert. So entsteht keine Hektik, keine Aufregung, keine Unruhe.
Zwei Telefonate und schon ist die Hilfe unterwegs. Zum Glück war es nur die Batterie 🔋 Aber trotzdem vielen Dank an Ford, die über unsere erweiterte Garantie alles super in die Wege geleitet haben.
Wie vorher schon beschrieben, sind wir mit unserem Gespann über die Strecke der TdF gefahren, um unser neues Domizil zu erreichen. Aus der Perspektive des Autofahrers eine komplett flache Strecke, sitzt man auf dem Rad fühlt es sich deutlich anders an 😉
Gestartet sind wir in Rosans und unser Ziel lag etwa 55 Km südlicher als Privas.
Per Zufall hatten wir von Sascha erfahren, dass Rita wieder in der Ardèche ist und zwar mit ihrer Freundin Hilde. Für Martin auch keine Unbekannte.
Nach einem minimalistischem WhatsApp-Austausch – mehr als 3 Sätze waren es auf keinem Fall – zeigte sich die wunderbar unkomplizierte und gastfreundliche Lebenseinstellung von Rita. „Es kann sein, dass wir unterwegs sind, aber ihr wisst, wo der Schlüssel liegt und alles andere kennt ihr ja auch…“
Wir freuen uns immer wieder aufs neue über die vielen, lieben Freunde, die wir doch haben 😊 Obwohl wir noch lange nicht an das nach Hause kommen denken, heißt das natürlich nicht, dass wir nicht an euch denken oder über euch sprechen 🥰
Vor Ort angekommen, fanden wir das Haus verlassen an. Die Mädels waren auf Tour. Erstmal unser Gerda installiert, Strom angeschlossen und es uns dann mit einem Kaffee gemütlich gemacht. Irgendwann kamen die beiden dann an Gerda vorbei und holten uns noch kurz vor dem Einschlummern zurück ins Leben. Das erste Leffe wurde geöffnet und die eine Geschichte folgte der Nächsten…
Am Vorabend hatte Sascha mit einem Zwinkern gemeint: „Die werden sich freuen, wenn ihr kommt. Sonst haben sie keinen, der für sie kocht.“ Daher hatten wir auf unserer Anreise sehr leckeres Gemüse eingekauft. Frische regionale Produkte und wirklich total günstig. Ähnlich wie an „der alten B1“ gibt es hier viele kleine Gemüse- und Obststände am Strassenrand. Neben diesen Produkten gibt es hier in der Region auch Oliven und Wein überall an der Straße entlang zu kaufen. Da muss man sich schon fast dazu zwingen, nicht alle 500 Meter anzuhalten 😋
Olivenöl direkt vom Baum in die Flasche …
Nachdem die beiden ihre ersten Geschichten losgeworden und selbst wieder aufgewärmt waren, haben wir uns in die Küche begeben und das Abendessen zubereitet – ganz im Stile von Martine und Moritz 😉
Irgendwie war es dann nach dem Essen, dem Genuss vom Rotwein, viel Quatschen und einem intensiven Kniffelspiel auf einmal ganz spät.
Trotzdem war Martin früh genug wach und hat die aufgehende Sonne gesehen 😇
Nach einem üppigem Frühstück mit Croissant 🥐 und der Dauphiné haben wir gemeinsam mit Rita und Komoot eine Radroute ausgetüftelt. An jeder Ecke haben wir gehalten um die Schönheit zu genießen 😊
Super tolle Landschaft
Dann auch einmal Touri-Motiv …
Dann gibt es auch Tiere …
5 von bestimmt 100 auf der Strecke
Dann gibt es auch Bauwerke …
Baukunst verschiedenster Arten
Und immer begleitet uns …
Unser Schatten 😎
Und irgendwann sehen wir denn noch mal den Mont Ventoux …
Mont Ventoux
Bis wir dann nach fast 90 Kilometer und 1400 Höhenmeter unser Zuhause schon wieder sehen …
Nach einer schönen warmen Dusche gab es ein wohlverdientes Bierchen 😊 und das Kochduell ging ins Finale. Heute war Team Zwei am Start: Kitchen Impossible 😋 Obwohl gemunkelt wird, dass sowohl Team 1 als auch Team 2 nicht kochen können, haben wir an beiden Tagen hervorragend gegessen. Da muss dann wohl noch ein Entscheidungsduell gekocht werden 😊
Kitchen Impossible
Gekniffelt wurde nicht mehr, dafür viel gequatscht und gelacht 🤪
Sonntag sind wir schon vor dem Frühstück zum Markt gefahren – zu viert im kleinen VW Up!. Da Rita schon seit Jahren ein begeisterter Fan von Martins Fahrstil ist, hat sie darauf bestanden, dass er den Wagen durch die Landschaft brettert 🏎 In 2013 haben Rita und Martin eine bis jetzt haltende Rekordzeit Dortmund – Bréchon aufgestellt. Die damalige Rückfahrt von Martin und Martin war auch geschichtsträchtig, aber der Heimweg kommt einem immer kürzer vor 😁
Hungrig einkaufen füllt die Taschen natürlich üppig. Der kleine Markt bietet aber echt alles, leckeres regionales frisches Gemüse, Käse, Fleisch , Honig usw. Trotzdem haben wir noch einen kleinen Abstecher in die Bio-Epicerie gemacht. Die Frau hat echt alles, sogar BIO-PINDAKAAS.
Zurück vom Markt noch schön auf der Terrasse gefrühstückt und den letzten Blick auf dem Mont Ventoux genossen.
Wie der Titel schon zeigt, fühlen wir uns pudelwohl in Frankreich 🇫🇷 und unserem Sprachtalent können wir freien Lauf lassen 😇
Der Wetterbericht schickt uns wieder in Richtung Südwesten. Wir lassen die Alpen noch weiter hinter uns, sie bleiben aber in Reichweite.
Der Nationalpark ist noch sehr jung, wurde erst in 2015 errichtet, und ist somit noch nicht touristisch überlaufen. Natur, Mittelgebirge, kleine Dörfer, kleine Läden, kleine Cafés – alles was wir lieben – also eine perfekte Wahl 😁
Der Campingplatz ist total schön am Hang gelegen, mit einem Blick, den man sonst nur aus der Sommerseite in Dortmund kennt 😉
Bei der Rezeption lief alles ganz flott. Wir können, wie ganz häufig, unseren Platz selber aussuchen. Die Schlussfrage, die die Dame stellte: „Wollen Sie jetzt wirklich bleiben?“, haben wir mit einem klaren „Oui“ beantwortet. Die einzigen Gäste zu sein, ist irgendwie auch ganz witzig 😜
Nach den üblichen Ritualen zur Installation hat sich Sigrid um unsere Wäsche gekümmert und Martin ist mit dem MTB zum Einkaufen gefahren. Da hatten wir beiden unsere Freude 😁
Wäsche bedeutet, sich immer wieder neu vertraut machen mit einer andere Waschmaschine: welche Programme gibt es, wie lange laufen die Programme, braucht man Geld oder Coins. Wenn es einen Trockner gibt, natürlich die gleiche Aufgabenstellung. Dann kommt die Logistik dazu: Berechnungen, um Laufwege zu sparen und zum guten Schluss das Aufspannen der Wäscheleine. Da lohnen sich das Ingenieurstudium und die Kletterschule.
Beim Einkaufen geht es Martin natürlich genauso, wobei sich die Frage mit dem Geld oder Coins natürlich nicht stellt 😉 Dafür ist aber gerade beim Metzger sein Studium sehr hilfreich 😜 Naja, nicht beim Metzger aber in der Metzgerei 😉
Für den nächsten Tag haben wir uns eine kleine Runde auf dem Rennrad vorgenommen. Wir wollen den sonnigen Tag für eine Erkundungstour nutzen.
Wir sind auf kleinen, engen Straßen gefahren, sind vielleicht 2 oder 3 Autofahrern begegnet. Alles sehr ruhig, sehr entspannt. Andere Radfahrer haben wir auch nicht gesehen. Bis auf einen: Sigrid machte eine kurze Pipipause im Gebüsch und genau zu diesem Zeitpunkt kommt der einzige VTT‘er aus dem Wald gefahren 😂
Ein wenig Geschichte, gemischt mit Geologie und Archäologie konnten wir am Wegesrand auch noch aufsaugen, bevor wir unsere Runde zu Ende gefahren sind.
50 Millionen Jahren Erdgeschichte
Am Abend haben wir dann unseren Beefer, Tisch und Essen zu einem Ferienhaus unterhalb gebracht und bei einem Gewitter auf der Veranda herrlich gegessen und ein Weinchen getrunken 😊 Es hat schon Vorteile, wenn man die einzigen Gäste sind auf dem Platz 😇
Am nächsten Tag sind wir abgereist. Noch ein kurzes Gespräch mit dem Campingboss, der die Befürchtung hatte, wir würden mit unserem Gespann die Ausfahrt vom Campingplatz nicht schaffen. Martin meinte zuversichtlich und souverän, wir schaffen das schon. Ein wenig mulmig, war uns schon, vor allem, weil der Boss den ganzen Tag unterwegs sein würde und somit mit seinem Allradantrieb nicht sofort helfen konnte 🤔
Dann haben wir noch ein paar Worte mit seiner Frau gewechselt, die uns berichtete, dass sie den Campingplatz erst im Februar gekauft haben. Jetzt direkt mit der Covid-19-Krise konfrontiert zu werden, ist bei so einer jungen Existenz und in dieser Branche schon ein harter Brocken.
Einsteigen, ordnungsgemäß Beleuchtung kontrollieren und ab im ersten Gang den Berg hoch. Locker geschafft 💪🏻
Diesmal sind wir mit Gespann über die Route der TdF 2020 zur Ardèche gefahren. Da warten schon 2 Mädels auf uns 😀✅
Wir sind jetzt im Mittelgebirge angekommen, knapp 2 1/2 Stunden Fahrt von La Léchère und etwas südwestlich von Grenoble. Imposant thront hier der Tafelberg Mont Aiguille. Per Zufall bei Google Maps gesehen und heraus gefunden, dass es ein geschichtsträchtiger Berg ist.
Wie wir wissen, hat 1492 Columbus durch die Entdeckung Amerikas den Grundstein für Donald Trump gelegt. Immer noch kaum vorstellbar, dass es das vorher gar nicht gegeben hat. Was hatten die Vikinger dann gesehen❓Zum Glück haben die Amerikaner sich soweit entwickelt seitdem, dass sie es trotz ups and downs geschafft haben: „Yes you can, America first“ ‼️
Columbus hat aber nicht den Mont Aiguille entdeckt. Den gab es schon 😂
Besteigungsgeschichte (Wikipedia)
Durch seine steilen Wände galt der Mont Aiguille im Mittelalter als unersteigbar und war auch unter dem Namen Mons Inaccessibilis bekannt. König Karl VIII. der Freundliche oder der Höfische, dem die bizarre Gestalt des Berges beschrieben wurde, befahl 1492 seinem Kammerherrn Antoine de Ville, eine Besteigung zu versuchen. Am 26. Juni 1492 erreichten de Ville und mehr als zehn weitere Expeditionsteilnehmer, darunter zwei Priester und ein Notar, mit Hilfe von Leitern und weiterer Bergsteigerausrüstung vom Pass Col de l’Aupet (1627 m) im Westen aus den Gipfel. Dort wurde eine Messe gelesen und der Berg offiziell in „Aiguille-Fort“ umbenannt, ein Name, der sich jedoch nicht durchsetzen konnte. Darüber hinaus wurden Gipfelkreuze und eine kleine Hütte errichtet. Die Expedition verbrachte sechs Tage auf dem Gipfel und ließ sich, wohlbehalten wieder „unten“ angelangt, vom einfachen Volk und von den Mitgliedern des eigens einberufenen Parlement de Grenoble huldigen.[1]
Erst im Jahr 1834 wurde der Mont Aiguille von dem Schafhirten Jean Liotard, einem Nachfahren eines der Erstbesteiger, zum zweiten Mal bestiegen.
1878 baute der Club Alpin Français den Weg der Erstersteiger teilweise zu einem Klettersteig aus, der bis heute als Normalweg zum Gipfel gilt. Mittlerweile gibt es am Berg auch mehrere schwierigere Kletterrouten und er wurde sogar bereits mit Skiern befahren.[2]
Bei unserer Ankunft war es schön sonnig und der Campingplatz war bis auf einige Tagesgäste komplett leer. Daher konnten wir die Gerda wieder mal in Pole-Position installieren. Das bringt nicht nur einen Platz an der Sonne, sondern es lässt sich wunderbar manövrieren 😀 Wenn man nicht gerade seit über 30 Jahren mit einem Bus 🚌 oder Wohnwagen unterwegs ist, Frank Vernimmen, freut man sich über jeden freien Meter 😜
Gegen späten Nachmittag verließ uns die Sonne. Da wir aber unseren Beefer benutzen wollten, sind wir zum Nachbarn ausgewichen 😇 Der Nachbar war ein Mobilheim, ein alter Bahnwagon mit kleinem überdachten Balkon 😀
Auch für den nächsten Tag war Regen angesagt, so dass wir uns außer einkaufen, lesen, Blog schreiben und Vorbereitung auf eine Mont Aiguille Besteigung nichts vorgenommen haben.
Einkaufen, lesen und Blog schreiben haben wir ohne Probleme hinbekommen 😀 Die Vorbereitung klappte auch wunderbar. Sigrid hat sich gut eingelesen, viele Kleinigkeiten ausfindig gemacht und daraus resultierte, dass wir einen Bergführer engagieren werden. Auch da war sie schnell fündig. Kurzerhand eine e-mail geschrieben und dann ihre große Stärke ausspielen: „Geduld“. 🤔
Bis nachmittags nichts gehört, also machen wir uns auf den Weg zum Büro des Bergführers. Dank Google Maps kein Problem 😜 Leider niemand da, dann mehrmals angerufen. Leider niemand da. Abends gegen 21 Uhr 30 kommt eine e-mail rein. Es täte ihm leid sich jetzt erst zu melden, er könne unsere Anfrage leider nicht befriedigen. Die Wettervorhersage wäre nicht so gut und so kurzfristig könnte er nicht und könnte auch sonst niemanden so schnell engagieren 😦
Es soll wohl nicht sein mit unseren Bergsteiger Unternehmungen 😇
Dritter Versuch, Dritte mal gescheitert‼️ Reinhold Messner hat immer mehr Lehre gezogen aus seinem Scheitern als aus seinen Erfolgen, daher glauben wir die besten Voraussetzungen mitzubringen, erfolgreiche Bergsteiger zu werden 😂
Wenn wir schon nicht rauf gehen, dann gehen wir halt drumherum. Also nächsten Tag Wanderklamotten und Bergstiefel angezogen, die Rucksäcke bestückt mit Regenkleidung, Proviant und Wasser und los gehts. Eine wunderschöne Runde, 21 Kilometer und 1100 Höhenmeter, wunderschöne Blicke und sehr einsam und verlassen 😀 So wie wir uns es vorstellen und wirklich komplett genießen können. Genau am Point-of-no-Return fing es an zu regnen und hörte nicht mehr auf bis wir die Gerda erreichten.
Ein Guckloch in jedem Stamm
Da wollten wir hoch 😎
Nach einer guten Nacht sind wir dann am nächsten Tag weiter Richtung Süden gereist.
Naturpark Baronnie Provençal wartete schon auf uns 😀