Die Großwetterlage gibt uns zusammen mit Covid-19 den Weg vor, den wir bereisen. Eine Spaßrunde wäre noch drin, bevor uns das schlechte Wetter einholen würde. Promberger Martin war einige Tage zuvor auf der Kaunertaler Gletscherstrasse (2750 m) und aufs Stilfserjoch (2758 m) gefahren. Da haben wir uns gesagt: die wirklich höchste Passstraße in Europa führt über den Col de L‘Iseran, wir können höher 😇
Da haben wir uns eine Zweitagesfahrt geplant. Gestartet direkt vom Campingplatz ging es erstmal rauf und runter bis Bourg-Saint-Maurice. Eine sehr schöne Strecke, die für einen großen Teil über einen Radweg an de L‘Isere entlang führte.
Die richtige Passstraße fängt dann in Seez an. Bis zur Passhöhe sind es da noch 44 Km und 1866 Hm 😎 Eine wirklich entspannte Fahrt, die sich angenehm bis nach Val-d’Isere schlängelt und nie wirklich steil wird.
Kurz vor Val-d‘Isere erreicht man Tignes mit dem Lac du Chevril.
Im Anschluss fährt man durch einige etwas längere Tunnel, die normalerweise schlecht beleuchtet sind und mit motorisiertem Verkehr dann sehr unangenehm sind. Diesmal waren wir im Glück, es gab eine lange Baustelle. Sie zog sich durch mehreren Tunnel. Eine Straßenbaumitarbeiterin stand vorne und regelte sehr bestimmend den Verkehr. Sie teilte auf in PKW, Motorrad und Fahrrad. Direkt vor uns standen „ein Jumbo-Visma-Fahrer“ und ein Fahrer im Slowenien-Dress. Da haben wir sie mal kurz angesprochen, und natürlich kannten sie den Strma Reeber, wo wir im Juni waren. Beide waren auch sehr davon überzeugt, dass Rogliç die Tour gewinnen würde.
Die Radfahrer sind als letzte durchgewinkt worden und somit hatten wir eine entspannte Fahrt bis in Val-d‘Isere, wo wir eine Kleinigkeit gegessen haben, bevor wir die letzten 15 Kilometer hochgefahren sind 😋
Obwohl Martin in 2017 schon mal da war, hat er viele neue Dinge gesehen und die Fahrt richtig genossen. Er kam da zu der Einsicht, damals wohl voll im Wettkampf-Modus hochgefahren zu sein und dabei vieles nicht so in sich aufnehmen zu können 🤔
Die Abfahrt bis Bonneval sur Arc ging dann sehr schnell. Danach ging es zwar dauerhaft runter, aber der starke Gegenwind ließ uns doch ganz schön arbeiten. Genauso wie damals, als Martin und Martin die Gruppe durchs Tal gezogen haben 😇 Kurz vor Lanslebourg kam dann noch die kleine Schwester von unserem letzten Pass in den Alpen😀
In Lanslebourg haben wir übernachtet und trafen da noch auf eine Bekannte 😜
🤔
Abends per Whattsapp noch ein wenig mit Günter gechattet, der beruflich in Griechenland unterwegs war. „Ihr habt wohl nur gutes Wetter“, meinte er 🤔 Martins Aberglaube bestätigt sich wieder: am nächsten Morgen sind wir im Regen losgefahren! Dankeschön, Günter ohne H 😂
Nach 20 Minuten kam die Sonne 🌞
Vom Hotel bis zur großen Schwester sind wir nochmal 1200 Tiefenmeter gefahren und haben bei der netten Bäckerin, die um 12:20 Uhr Pause macht, in St-Jean-de-Maurienne kurz gehalten 😋
Jetzt ging es nur noch kurz vorbei an Montvernier (Lancette) und da erreichten wir la Chambre. Von da aus sind wir dann Col de la Madeleine hochgefahren, so wie die Profis bei der TdF oder das Criterium Dauphiné. Schon etwas kürzer und steiler als von der anderen Seite, die wir aus August kannten. Dafür war dann hinterher die Abfahrt länger 😜
Insgesamt ging es bis zum Campingplatz nochmal knapp 40 Kilometer runter.
Die SiMa Spassrunde hat richtig Spaß gemacht und war ein schöner Abschied aus dem Alpenland
Nachdem wir im August schon einige Cols der TdF gefahren sind, machen wir uns jetzt aus den Dolomiten wieder auf den Weg, um noch ein paar Pässe zu fahren und dann live den jungen Kollegen zuzuschauen 😉
Wir reisen diesmal ein ganzes Stück über die italienische Autobahn, wo man bekanntermaßen Mautgebühren zu entrichten hat. Manchmal muss man nur ein Ticket ziehen, manchmal muss man den Streckenabschnitt direkt bezahlen oder man kommt zu einer Zahlstelle, an der man sein vorher gezogenes Ticket abgibt und dann die gefahrene Strecke bezahlt – alles vollautomatisch ohne Personal. Als wir auf die Autobahn auffahren, kommt eine Mautstelle, an der wir ein Ticket ziehen sollen. Nach einigen Fehlversuche geht wie von Zauberhand der Schlagbaum hoch. Es kommt aber kein Ticket 🎫 Kurze Überlegungen, aber wir sind dann doch losgefahren, weil die hinter uns Wartenden langsam unruhig wurden. Wir werden schon sehen, was passiert 😜 Als dann nach vielen Kilometern die nächste Mautstelle kam, ist Sigrid ausgestiegen und nach dem Drücken von mehreren Knöpfen, konnte sie der Sprechstelle einfach mitteilen, wo wir aufgefahren sind. Dann wurde gesagt, wie hoch die Gebühren sind, Geld eingeworfen und die Schranke öffnet sich 😀 Da haben wir uns fast für umsonst Gedanken gemacht 😇
Der Rest der Fahrt verlief dann wie am Schnürchen 😎 Und obwohl wir ca. 250 Kilometer gefahren sind, kamen wir entspannt in Seyssel an. Bis auf Platz 25 standen alle freien Plätze zur Verfügung. Da haben wir direkt unter Sigrids Lieblingsbaum Platz 26 genommen 😉
Gerda unter de Treurwilg
Wir haben Seyssel gewählt, weil man von da aus La Selle de Fromentel, Col de la Biche und Col de Grand Colombier kombinieren kann, so wie es auch bei der 15. Etappe der TdF gemacht wurde 😎 Weil Sonntag die Tour vorbeifahren sollte, haben wir für uns die sichere Variante gewählt und haben schon am Freitag unsere Runde gedreht.
Von Seyssel bis zum Einstieg konnten wir ca. 25 Kilometer schön einfahren und die ersten Eindrücke einsammeln, wie die Region sich auf das Spektakel vorbereitet. Die Dörfer wurden alle mit Fahnen und Fahrraddekorationen geschmückt, die Strecke schon gefegt, Markierungen angebracht, Absperrungen vorbereitet und sogar Streckenposten waren teilweise schon vor Ort 😉 Sigrid kam der Vergleich zu sauerländischen Schützenfesten in den Sinn.
Nach 25 Kilometer ging es dann in die erste Steigung des Tages. Schön gemütlich und nach den vielen Steigungen, die wir schon absolviert haben, waren die 4 – 7% echt entspannt zu fahren. Zum Glück haben wir neben Martins „Lieblings-Legoheft“ auch noch die Internetseite „Quäldich.de“, die uns schon vorgewarnt haben, es nicht zu unterschätzen.
Martins Lieblings-Legoheft.
Ab Kilometer 6 ging es dann an die richtige Arbeit: die Steigungs-Percentages wechseln sich ab zwischen 9,3 und 14,5% Steigung pro Kilometer. Da muss man schon mal einen Kilometer im Stehen fahren oder – wie wir Sonntag dann bei den Profis gesehen haben – hilft auch Schlangenlinien fahren 😅
Danach kann man wieder winken
Während der Fahrt nach oben wollten sich schon 2 ältere Ehepaare ein Plätzchen für ihre Wohnmobile suchen und haben uns zugejubelt. Das war wirklich nett 😀 Da die Plätze wahrscheinlich doch nicht optimal waren, haben sie uns einige Minuten später auf engsten Platz überholt und der vordere hat dabei ganz lustig auf die Trompetenhupe gedrückt. Das wiederum war nicht so witzig 🤔 Aber wie immer, wenn man es geschafft hat, genießt man den Triumph 😇 und alles war nur noch halb so schwer 😀
Die Abfahrt zum Col de la Biche war relativ kurz, so dass wir schon recht schnell den nächsten Aufstieg starten müssen. Die Steilheit war zwar deutlich geringer, aber der 6. und 7. Kilometer hatten doch wieder den 2-stellingen Prozentwert 😅 Auf Passhöhe waren 2 ältere Radfahrer, mit denen wir uns kurz unterhalten haben. Und dann – nach kurzer gegenseitiger Hilfe beim Passfotos machen – ging es weiter 😎
Wir fuhren ein Stück runter, haben dann noch eine Gegensteigung überwunden, bevor es in die richtige Abfahrt ging – schön flowig und schnell 😀
Zurück nach Seyssel, wo wir eine Kleinigkeit gegessen haben und einen Kaffee getrunken haben, bevor wir den Grand Colombier im Angriff nehmen wollen. Eine mit Pudding gefüllte Rosinenschnecke hat dann Martin gezeigt, dass er keine große Menge an Zucker im Darm vertragen kann: Übelkeit 🤢 Rülpsen, Druck im Bauch. Als dann noch nicht mal „Finger im Hals“ für Erleichterung gesorgt hat, haben wir dann die Heimfahrt angetreten.
Blick vom Campingplatz auf Seyssel
Nach der misslungenen Auffahrt zum Grand Colombier hatte Martin jetzt mit dem noch eine offene Rechnung 😜 Die wollte er dann sofort am Samstag begleichen 😀 Nach dem Frühstück ist er aufs Rad: 14 Kilometer einfahren bis zu der Ortschaft Culoz und dann ging es in den Berg. War er ausgeruht oder hatte er statt Zucker jetzt Wut im Bauch❓ Wie eine Nähmaschine ist er hochgefahren, in der Bestenliste bei Quäldich.de mit der viert-besten Zeit! Trotzdem hat er sich alle Zeit genommen, um für den Sonntag alles anzusehen und schon ein Plätzchen zum Zuschauen auszumachen. Nach 2 1/2 Stunden war er wieder zurück bei der Gerda, glücklich und zufrieden 😀 Erste Tagesaufgabe erledigt ✅
Die zweite Tagesaufgabe war eine gute Route zu finden, wie man am einfachsten zum Berg kommt, um sich die Kollegen anzusehen 😀
Nach einem Gespräch mit einem Radfahrer am Grand Colombier, der meinte, man kommt am Sonntag nicht mit dem Rad hoch, hat Martin über Komoot eine MTB-Strecke ausgetüftelt, also Aufgabe erledigt ✅
Am Nachmittag haben wir noch mal ein wenig im Netz gesurft, wie es mit den Zuschauern gehandhabt wird und wie die Regeln bedingt durch Covid-19 aktuell sind. Zufällig haben wir die Nachricht gesehen, dass das Département Ain zur roten Liste gehört, und dass der Präsident des Départements entschieden hat, von Samstag 12 Uhr bis Sonntag 20 Uhr die letzten beiden Berge komplett für Zuschauer abzuschließen 😳 Da waren wir doch erstmal geschockt 😦
Aber da passt unser Lebensmotto mal wieder: „Kein Plan, ist auch ein Plan“.
Umdenken und Möglichkeiten überprüfen: ca. 3 Kilometer vom Campingplatz entfernt gibt es einen kleinen Anstieg, wo sie auch vorbeifahren. Also waren wir Sonntag gegen 13 Uhr zusammen mit vielen anderen an dieser Stelle 😇
Als wir ankamen, waren schon viele Menschen da. Es standen einige Wohnmobile auf dem Acker und der Erste, den wir anquatschten, weil wir ihn als Nachbarn aus dem HSK identifizieren, ist aber ein niederländischer Radsportfan, der aus steuerrechtlicher Gründen bzw. um Geld zu sparen sein Wohnmobil in Deutschland gekauft und zugelassen hat 😉 Er erzählt uns, dass er schon seit 30 Jahren der TdF folgt, egal wo sie sind, er ist auch da. Da kann es sogar passieren das man einen 30% Anstieg in England rauf fahren muss. Sein Fahrzeug hätte es von der Kraft her auch geschafft, aber wegen der Länge musste er dann doch wieder rückwärts runter, weil er die Kurven nicht schafft 😅 Immer wieder schön, was Menschen zu berichten haben und wie mitteilsam manche Menschen sind 😜
Nach einigen Stunden Warten kam dann erstmal der Tourkaravaan. Da werden T-Shirts, Mützen, Zeitungen und „Kamellen“ verteilt. Eine lockere, lustige Atmosphäre herrschte bis auf einmal ein ausgebüxtes Pferd angerannt kommt, verfolgt von der Gendarmerie 😳 Leicht verletzt wird der Gaul in unserer Nähe eingefangen und nach einigen Minuten vom aufgelösten Besitzer abgeholt. Aufregung schon vor dem Rennen 😀
Da wir auf dem IPad das Rennen live verfolgten, konnten wir unsere Leidensgenossen mit aktuellen Ereignisse versorgen und so verging die Zeit sehr schnell bis die Jungs an ans vorbei kamen.
Die ersten drei
Nachdem dann die Verfolgergruppe an uns vorbei war, sind wir dann rasendschnell zum Campingplatz gedüst und haben uns die Jungs am Grand Colombier bei genüsslichem La Chouffe und Schnittchen angeschaut 😜 Die Reihenfolge im Ziel: 1. Pogaçar, 2. Rogliç – ein Vorzeichen❓
Am Abend haben wir dann noch mal gecheckt, wie es in den verschiedenen Departements aktuell aussieht und haben festgestellt in Savoie – keine bedenkliche Situation! Also, kurzerhand beschlossen, wir geben der TdF eine zweite Chance 😎
Wir sind dann Montag erstmal nach Annecy gefahren. Da hatten wir einen Termin für Bussi, weil es eine europaweite Rückrufaktion gab, bei der eine Sicherung ausgetauscht werden sollte. Zum Glück haben wir in Dortmund verlässliche Back-Ups und diesmal hat unser Freund Christian Neumann diese Informationen weitergeleitet. Und so konnten wir die Garantiefrist einhalten 😀 Nachdem alles entspannt geklärt war, haben wir uns dann auf den weiteren Weg gemacht nach…
Aha, der aufmerksame Follower hat es bemerkt, da waren wir schon mal:
Genau wir haben extra für die Profis den Col de la Madeleine und Col de la Loze am 14. und 15. August schon getestet 😇 Wir haben den gleichen Campingplatz ausgewählt und mussten feststellen, dass der jetzt im Vergleich zu einem Monat zuvor fast doppelt so belegt war.
Wir wollten diesmal direkt am Berg in Zielnähe zugucken und den Berg von Courchevel-Seite hochfahren, damit nicht die Gefahr bestand, dass wir von der Strecke geholt werden. Martin hat dann am Vortag noch seine beiden Fahrräder glänzend sauber gemacht. Nach getaner Arbeit bewunderte Martin mit einem verliebten Blick seine beiden in Pose gebrachten Räder, worauf Sigrid sich laut überlegt: „Schaut er mich auch so verliebt an“?
😍
Die Frage kann sie natürlich nur selber beantworten, allerdings hatte Martin hinterher noch eine kleine Überraschung …
Mit glänzendem Rad und einem Gesicht glatt wie ein Baby-Popo sind wir dann am nächsten Tag freudig den Berg rauf gefahren. Kurz nach 12 Uhr haben wir uns 150 Meter vor dem Ziel mit schönem Blick auf die letzten Kilometer und direkt an einer steilen Rampe postiert. Alles Perfekt 😇 Wir haben uns die Wartezeit verkürzen können mit dem Zuschauen, wie die verschiedenen Fernsehsender alles in Szene setzen. ARD/SR haben wir kurz angequasselt und ihre Idee bewundert. Sie wollten den Zuschauern vermitteln, wie steil es da wirklich ist. Ein paar bewundernde Worte bekamen wir vom Reporter, als er uns gefragt hat, ob wir da auch hoch gefahren sind und wir es bestätigten 😅
ARD/SR
Auch Bernie Eissel, war direkt vor unserer Nase für Eurosport live dabei 😉
Ein fast perfekter Nachmittag 😍, aber nur fast…
Ungefähr eine halbe Stunde bevor die Fahrer ankommen würden, hievte sich der Kameramann vom französischen Fernsehen hinter seine Kamera und bemerkte, dass wir vor seine Linse kommen, wenn wir uns nach vorne beugen. Normalerweise bei uns beiden Hübschen gar kein schlechter Anblick. Leider mit Mund-Nasen-Schutz für ihn dann doch eher problematisch. Nachdem er dann unseren Nachbarn erklärt hat, was sie nicht mehr machen dürfen, hat er uns auch kurz angesprochen. Leider hat Martins Antwort: „je ne parle français“ nichts gebracht. Er hat es in Englisch nochmal wiederholt 😎 und hievte sich wieder in Position. Nach einige Minuten war ihm klar, die Zuschauer haben Probleme mit dem Kurzzeitgedächtniss. Da ist er wieder aufgestanden und hat kurzerhand mit 2 Absperrgittern seinen Bereich vergrößert und uns unsere Pole-position genommen. Sigrid ist eine Etage höher gegangen und Martin hat sich den Hals lang gezogen und hat sich weit über das Ansperrgitter gehängt. Der Witz am Ende: die Fahrer sind alle so weit zur anderen Seite gefahren, da hätten wir sein Bild nie gestört 😂
Die Stimmung war richtig großartig und das über die gesamte Zeit. Aber als dann Fahrer hochkamen, explodierte der Jubel. Einfach schön, auch das mal erleben zu können.
Auch die Schnellsten kämpfen an so einer steilen Rampe 😎
Als wir uns dann verabschiedet haben vom Berg, sind wir mit einigen der Profis, die auf dem Weg zum Hotel waren, runter gefahren und sie konnten uns nicht abhängen 😂😂
Eine letzte Trainingseinheit mit zwei Bergen der Horse Categorie stand noch auf dem Programm, bevor wir uns auf den Weg zum Grand Colombier machen, um das erste mal die Kollegen bei der diesjährigen TdF zu besuchen.
Die Fahrt mit unserem Gespann zum nächsten Campingplatz führte uns über den Passo Carlo Magno und Passo Tonale zum Campingplatz Presanella. Die Presanellogruppe ist der westlichste Teil der Adamello-Brenta-Presanella-Dolomiten. Auch hier war das Installieren unseres Gespanns kein Problem, allerdings kommt kurz bevor wir uns hinsetzen wollen ein älterer Mann auf uns zu und meint, wir dürfen unseren Bus da nicht parken. Wir haben ihm freundlich zugelächelt und versucht, seinen Hinweis zu ignorieren im Glauben, dass wir es mit einem voreiligen Blockwart zu tun haben 😀😇 Später stellte sich heraus, dass er Mitglied der Campingmannschaft ist und es gab überall Verbotsschilder, die das Parken auf dem Platz untersagen. Da haben wir klein beigegeben 😉 Als Vorbereitung auf unsere Trainingsfahrt gab es noch einen Regentag. Da konnten wir uns noch etwas schonen und die Beine hochlegen 😀
Mit erholten Beinen und einem klaren Kopf sind wir früh aufgestanden, und nach dem obligatorischen gesunden Frühstück saßen wir schon kurz nach 8 auf den Rädern 😀 Direkt vom Wohnort aus konnten wir auf eine Piste Ciclabili in Richtung Ponte di Legno fahren, wo der Einstieg zum Passo Della Gavia ist. Nach einigen Kilometern bergauf haben wir dann Beinlinge und Armlinge ausgezogen, noch kurz ein wenig Körperflüssigkeit abgelassen und weiter ging es. Der Anstieg hat in den ersten 10 Km einige steilere Rampen. Hat man die überwunden, ist die einzige schwierige Aufgabe nur noch ein komplett unbeleuchteter Tunnel. Die Ausblicke am Berg sind wunderschön und zusammen mit einer Gruppe niederländischer Motorradfahrer haben wir Fotos gemacht. Die Gruppe hatte sich die beiden gleichen Pässe vorgenommen wie wir. Da meinte einer von Edwin Hoendervangers Nachbarn, wir würden wohl deutlich mehr Müdigkeit verspüren am Abend 🤔
Nachdem wir alle Schwierigkeiten gemeistert haben, haben wir einen Kaffee getrunken in der Berghütte auf der Passhöhe. Eine richtige Kulthütte, allerdings nicht wie Siggi‘s Hütte in Willingen wegen Saufen und Partys. Nein, sie hängt voll mit Bilder der Radprofis, die da große Kämpfe bestritten haben. Einige Namen: Johan van de Velde, Andrew Hampsten oder Marco Pantani. Bei Schnee und Sturm sind sie da hoch, richtige Passhelden 😇
Die Abfahrt nach Bormio war schön lang und gespickt mit wunderschönen Ausblicken 😀
In Bormio haben wir uns gestärkt und sind dann wiederum über eine Piste Ciclabili bis nach Mazzo di Valtellina gefahren.
Da ging es dann in den legendären Passo Mortirolo. Hier hat Marco Pantani in 1994 sein erstes Ausrufezeichen gesetzt, während der damaligen Giro d‘Italia 😎
Die Passstraße ist nicht lang und die Passhöhe ist auch nicht sehr hoch, dafür macht man auf 12,2 Kilometer gut 1336 Höhenmetern. Die Temperaturen lagen bei knapp 30 Grad und mit den vorherigen Kilometern und Höhenmetern schon in den Beinen eine echte Herausforderung – sowohl körperlich als mental. Da die Straße sehr eng ist, gibt es zum Glück nicht viel Verkehr. Etwas anstrengend für den Kopf sind E-Mountainbikefahrerinnen, die locker an einem vorbeifahren mit einem entspannten Grinsen im Gesicht. Wahrscheinlich denken sie sogar den legendären Satz, den Udo Bölts zu Jan Ullrich schrie: „Quäl dich, du Sau“. Oben angekommen war es doch recht voll mit Radfahrern und wir mussten uns sogar anstellen für unser Passbild 😅
Die Abfahrt zurück ins Tal, wo Gerda und Bussi warteten, ist relativ einfach zu fahren und deutlich weniger steil als die Auffahrt 😀 Die letzten 10 Kilometer gingen dann gemütlich ansteigend bis zum Campingplatz 😎 Tagespensum vollbracht – 114 Kilometer und mit 3.129 Höhenmetern Sigrid‘s 3.000er Marke geknackt – das müsste für die TdF reichen 😀
Am Abend vor der Abreise haben wir als Ziel die nahegelegenen Brenta-Dolomiten gewählt, ganz in der Nähe von Madonna di Campiglio. Eine wilde Berggruppe, die auch nicht so sehr mit Touristen überlaufen ist, und ganz sicher nicht zu dieser Zeit 😀
Unser Campingplatz Fae liegt direkt an der Hauptstrasse, daher auch sehr leicht zu finden. Ein Platz war kein Problem 😀 Schnell die Gerda installiert und dann in Ruhe eine Kleinigkeit essen… So hatten wir uns das vorgestellt. Gerade hingesetzt, hören wir ein Scheppern, direkt gefolgt von lauten Schreien und Jammern. Wie von der Tarantel gestochen springen wir auf und rennen los. Da finden wir eine alte Dame zwischen zwei Treppen liegend und stark aus einer Platzwunde am Kopf blutend. Da wird nicht gezögert und nichts wie hin, um mit Hilfe ihres Ehemannes und einigen anderen Gästen Erste Hilfe zu leisten. Auch wenn man sich nicht mit Worten verständigen kann, ist es wichtig, einfach da zu sein. In so einer Situation ist es schon eine große Hilfe, in dem Durcheinander und der Hektik eine Hand zu halten, ein paar Streicheleinheiten und sein Herz spüren lassen. Nachdem der Notarzt eingetroffen war und die Versorgung übernahm, ist die Dame dann zum Krankenhaus abtransportiert worden. Am Nachmittag hat sich der Ehemann nochmal bedankt für unsere Hilfe. Da kam der Therapeut in Martin doch heraus und er erklärte dem Mann, dass seine offensichtlich an Parkinson erkrankte Frau doch keine Pantoffeln tragen sollte, sondern immer feste Schuhe 👟 Am folgenden Tag kamen sie dann beide zusammen nochmal, um ihre Dankbarkeit zu zeigen und der Mann zeigte voller Stolz auf die Schuhe seiner Frau 😇
Am Nachmittag wollen wir uns vorbereiten auf unsere nächste Challenge. Da wir gut vorbereitet starten möchten, brauchen wir neben einigen Informationen auch noch eine detaillierte Wanderkarte und ein paar Grödel. Guten Mutes fahren wir nach Madonna di Campiglio und werden schon schnell fündig. Die ersten Informationen bekommen wir schon bei der Touristik Information. Die junge Dame hat uns in perfektem Deutsch die Wettervorhersage gezeigt und uns erklärt, wie und wo wir mit öffentlichen Verkehrsmitteln hinkommen – Teil 1 ✅ Nächste Station ist ein Bergsportausstatter. Schnell erklärt, was wir machen wollen, was wir gerne hätten und woop-die-woop, halten wir Karte und unsere Grödel in den Händen 😀 Ein wenig geplaudert über die Möglichkeiten und Hütten: mal gefragt wie die Auslastung sein wird. Um diese Jahreszeit kein Problem, war die flotte und sehr überzeugte Antwort – Teil 2 ✅ Jetzt noch etwas Geld abholen, falls wir unsere Übernachtungen bar bezahlen müssen. In Spuckentfernung ist schon der nächste Geldautomat – Teil 3 ✅ Jetzt nur noch ein paar Lebensmittel einkaufen und damit – Teil 4 ✅ Da flutschte es uns heraus: „Das läuft wie am Schnürchen“.
Da Martin etwas abergläubisch ist, soll man die Dinge nicht herbeirufen‼️ Da wir aus der Nicht-Mont-Blanc-Besteigung gelernt haben, hat sich Sigrid dann daran gesetzt, mal bei den Berghütten Schlafplätze zu reservieren.
Aus der Traum… Alles für die nächsten Tage ausgebucht… Aufgrund der super Wettervorhersagen gibt es einen Ansturm. Da haben wir hin und her überlegt, versucht unsere Route anzupassen, den Zeitpunkt zu verschieben und sind dann zu dem Entschluss gekommen: „Kein Plan ist auch ein Plan“. Wir bleiben unserem Lebensmotto treu und machen was anderes 😀✅
Beschlossen, keine Brentadurchquerung ✅
Aus einer Brentadurchquerung wurde dann eine einzelne Klettersteig-Wanderung. Da wir jetzt keine Hütte erreichen müssen, sind wir am Morgen normal aufgestanden, haben in Ruhe gefrühstückt und unsere Sachen gepackt. Wir haben Zeit 😀 Wann fährt unser Bus 🚎? In 3 Minuten? Okay, dann nehmen wir den nächsten 😇 Eine Stunde später geht es dann los. Erstmal mit dem Bus bis zur Gondelbahn, dann mit der Gondel hoch bis auf 2400 Meter. Ein Leckerbissen für unsere Zahlenfreaks unter den Followern: Höhenmeter benennen, die wir gar nicht selber gemacht haben, vielleicht auch mal eine Option 😉 Gespickt dann natürlich mit allen Daten der Gondelbahn – Baujahr, Bauzeit, Anzahl der Gondeln, Geschwindigkeit etc.
Oben angekommen wird die Freude über unsere Entscheidung richtig groß, als wir sehen wie große Gruppen losziehen auf den Weg, den wir auch gegangen wären. Da wurde uns klar, dass eine Berghütte mit 115 Schlafplätzen auch erstmal ausgebucht sein muss! Es hätte Wartezeiten an Steigen gegeben, sicherlich auch nicht schön. Am Ende unserer Tour haben wir uns dann noch mal darüber gefreut, da wir auf unserer Runde keinen einzigen anderen Menschen getroffen haben, nur in weiter Entfernung insgesamt 6 Wanderer gesehen haben. Dafür aber einiges an Murmeltieren und Gemsen. Wobei die Murmeltiere sich wahrscheinlich tot gelacht haben über wieder so einen Wanderer, der versucht, Murmeltierpfeifen nachzuahmen 😜
Der Klettersteig an sich war sehr kurz und ziemlich einfach, der Wanderweg war teilweise sehr steil mit abwechselnd grobem Schotter, Felsblöcken oder sehr feinem Kies, in dem man dann bei jedem dritten Schritt wieder einen herunterrutschte. Auf dem Rückweg sind wir dann über eine der waagerechten Kanten in den typischen Dolomitenstufen vom letzten Bild gewandert – schon eine sehr besondere Erfahrung 😀 Die Wanderung hat dann doch einige Zeit in Anspruch genommen und am Ende waren wir froh, dass wir eine der letzten Talfahrten noch erreicht haben. Sonst hätten wir doch womöglich noch in einer der vollbesetzten Hütten um Unterkunft bitten müssen 😅
Den nächsten Tag sind wir dann auf den Spuren von Martins Vergangenheit gefahren. In 2015 war er einen kleinen unbedeutenden Pass gefahren. Dieser ist vom Campingplatz aus gut erreichbar und leicht zu fahren. So hatte er es in Erinnerung 😉 Das Wetter war gut und so gegen 11 Uhr haben wir uns ganz gemütlich in Bewegung gesetzt 😎 Die Anfahrt war sehr schön und einfach zu fahren, da es größtenteils runter ging.
Nach 25 Km erreichen wir dann das Städtchen Preore wo der Einstieg zur Passo Daone ist. Neu war eine Tafel direkt am Einstieg 😳
Da war Martins Wahrnehmung doch etwas verzerrt 🤔 Lang war der Anstieg nicht, aber schon sehr knackig. Wir haben uns von Anfang an getrennt und jeder ist sein Tempo gefahren. Da kamen wir doch noch ganz schön ins Schwitzen 😅
Für den neuen Watt-Durchschnittswert gab es ein Küsschen
Die Rückfahrt hatte dann noch ein Paar wunderschöne Blicke in Petto.
Der nächste Tag sollte ein Regentag werden. Wir sind dann schnell weiter über den Berg nach Ponte di Legno verreist – für eine letzte Testfahrt, bevor es zur Tour de France geht 😀
Nachdem das MTB repariert war, haben wir uns entschieden, den Lockrufen von Anja und Didi zu folgen und haben uns am nächsten Tag auf den Weg gemacht zu den beiden Urlaubern. Die Lockrufe waren folgende Sommerurlaubkatalogbilder
Anja und Didi am Comersee
Eine sehr entspannte Fahrt über einige Pässe und kurz entlang des Lago Maggiore und schon waren wir da. Der Weg an der Wohnung entlang führte uns direkt zu einem riesigen Parkplatz, wo wir unser Gespann abstellen konnten. Wir haben alles so vorgefunden, wie uns das die Katalogmodels beschrieben hatten. Wir also schnell eingeparkt, abgekoppelt, Stützen ausgefahren und Deichselschloss angebracht. Dann noch unser Mitbringsel – ein Doppel-Sixpack Bier und eine Flasche Weißwein 🤔 etwas Käse, Salami – eingepackt und auf den ersten Zuruf: „Ironman!!“ folgte schon die Begrüßung. Wir wollten gerade ins Haus gehen, da machte der Dorfpolizist aus Varenna eine Vollbremsung, dreht sein Policia Locale Streifenwagen und fährt auf den Parkplatz, wo er bei Gerda stehen bleibt und aussteigt. Da sind wir nochmal kurz zurück gegangen und gestikulierenderweise hat er uns klar gemacht, dass kein Wohnwagen auf dem Parkplatz parken darf. Voller Einsicht und mit der Erklärung, dass wir kurz eben die Sachen im Haus ablegen und dann sofort umparken werden, lassen wir ihn erstmal alleine. Wir setzen unsere Begrüßung fort und besprechen kurz die Lage. Unser Gerda kommt auf das Parkdeck bei der Ferienwohnung und Bussi bleibt auf dem Parkplatz. Gesagt, getan… Da hat der Sheriff uns wohl nicht getraut und stand noch brav, aber mittlerweile für uns im Weg, bei der Gerda. Er ist dann gefahren und der Spaß konnte beginnen 😀😎
Salute
Nach eine paar Gläschen und Fingerfood haben wir noch ein wenig entspannt auf der Terrasse geplaudert und ausgeruht, um dann noch eine kleine Runde im See zu Schwimmen. Sigrid, die normalerweise die Fähigkeit hat, die Wassertemperatur sehen zu können, war sich aber beim Comersee nicht sicher. Das macht es für uns Frostbeulen natürlich nicht einfacher, wenn solche Fähigkeiten einen im Stich lassen 😉 Also haben wir diesmal auf gut Glück die Badehosen-Variante gewählt, getarnt mit Bademützen und Didi sogar mit der legendären John-Porno-Schwimmbrille 😎 Es war herrlich!
Am Abend sind wir dann zu Fuß in den Ort Varenna gegangen und haben direkt am See sehr lecker gegessen und uns dazu ein …… Fläschchen Lugana gegönnt.
Sooooo schön …😍
Einen kurzen Verdauungsspaziergang, wobei die beiden Ironmänner sich noch ein Eis gegönnt haben und dann die Heimfahrt mit Nelli Pirelli angetreten. Allerdings hat der Spaziergang noch ein besonderes Erlebnis in Petto……
Zuhause angekommen haben wir bei sommerlichen Temperaturen schön auf der Terrasse den Abend ausklingen lassen. Noch ein Gläschen Wein und vielleicht noch ein Glas …
Sigrid, trinkt ihr vielleicht auch mal Ouzo 🤔
Da kann man auch mal länger schlafen und etwas später aufstehen. Zur Erfrischung ist Martin erstmal im See eine kurze Runde geschwommen. Nach dem späten aber leckeren Frühstück zu viert, wollte Martin dann irgendwas auf dem iPhone checken. Aber wo war es denn❓ Im Wohnwagen nicht zu finden, im Bus nicht auffindbar, in der Ferienwohnung keine Spur 🧐 Sigrid, ruf mal an. Kein Ton… Okay, wir fahren zum Restaurant. Nichts liegen geblieben 🤔 Wieder zuhause angekommen ruft Sigrid noch mal an… Und es meldet sich… die Bettina! 😀😀 War Martin nochmal spazieren in der Nacht ❓ Kennen die beiden sich 😜
Die Bettina arbeitet in einem Hotel und da war das iPhone abgegeben worden. Wir hören Roody schon sagen: „Du hast immer Glück“.
Obwohl Martin immer Glück hat, war der Freitag ein kompletter Regentag. Da kamen Erinnerungen an 2002 hoch an einen Regentag mit Olaf und Carsten, als sie von Lugano eine Trainingsfahrt machten die am Comersee entlang ging. Der Comersee wirkte grau in grau auf ihn und jetzt bei der 2. Chance zeigte er sich wieder so 😳 Zum Glück waren 4 strahlende Menschen zusammen und da kommt kein Regen gegen an. Schön und lecker gespeist, ein bisschen Wein, schöne Gespräche, einfach wunderschön 😊
Toll, so liebe Menschen zu kennen, die spontan ein paar von ihren wenigen Urlaubstagen mit uns teilen 😀😍
Salute
Am nächsten Tag trennten sich dann wieder unsere Wege: die beiden sind zum Gardasee gefahren und wir zum Gardasee 😜
Der Regen am Gardasee war deutlich stärker, da hatten wir einen riesigen Schritt nach vorne gemacht 😁🤣😂 Aber auch zur zweit können wir nur darüber lachen. Der Campingplatz hat viele Dauergäste und das ist für uns Neulinge dann auch immer interessant 🤔 Die Lindenstraße gibt es nämlich auch auf jedem Platz, wo viele Dauergäste sind. Wenn dann die Lindenstraße zu Ende ist, sieht man schon mal eine Folge von „die Camper“: immer wat los 😂😂
Wir haben es uns 2 Tage gemütlich gemacht und waren nur mal einkaufen, bisschen lesen und etwas schwimmen 🏊♀️ und am dritten Tag sind wir eine Radrunde gedreht. Eine wunderschöne Runde an 3 Seen entlang. Wie wir schon mal früher erwähnt haben, ist Rennrad fahren in Italien durchaus gefährlich. In seinem Auto kennt der Italiener kein Social Distancing außer er versteht es so, dass die Social Distance sich darauf bezieht, wer im Auto sitzt, ist der Stärkere und alle anderen müssen weichen. Lkw‘s fahren ca 20 cm entfernt an einem vorbei, PKW‘s nehmen einem die Vorfahrt etc. Deshalb versuchen wir, die Hauptstraßen, wenn es geht, zu vermeiden. Auch auf dieser Strecke hatten wir mindestens 3 gefährliche Situationen, allerdings musste der dritte Fahrer dann ein wenig leiden. Es gibt nicht ganz so viele Menschen, die wissen, dass Martin auch SEHR LAUT sein kann. Der Fahrer mit dem Kleintransporter gehört aber seit dem Tag dazu 😳
Die Tour führte erst am Gardasee entlang, danach ging es hoch über einen schönen Anstieg zu dem Valvestino Stausee. 2013 war Martin schon mal da, da war er allerdings gut gefüllt. Nach dem Stausee geht es zur Passhöhe und am Ende der Abfahrt ist man am Idrosee. Am Idrosee kurz pausiert und durchs Tal zurück zum Campingplatz. Eine komplett gemütliche Fahrt, wenn nicht zwischendurch am Pass oder bei dem letzten kleinen Anstieg andere Radler zum Spielen aufforderten 😜
Am Abend haben wir uns genüsslich vom Gardasee verabschiedet und die Weiterfahrt in die Dolomiten durchgesprochen 😀
In den letzten Wochen haben wir viel Zeit auf dem Rennrad verbracht, daher war es jetzt Zeit, mal wieder was anderes zu tun 😎 Wir sind von Allemond nach Chamonix-Mont-Blanc gefahren. Die Idee 💡 in unseren komischen Hinterköpfen, eine Mont Blanc Besteigung zu machen, hatten wir mitgenommen 😀
Wie immer ist es eine Überraschung, wo man landet. Diesmal kommen wir auf einen Campingplatz, wo wir erstmal bei der Besitzerin im Wohnzimmer eingeladen werden. Die alte Dame, geschätzt an die 80 Jahre, hat uns sehr herzlich begrüßt und in englischer Sprache erstmal die Gegend erklärt und die Highlights beschrieben mit genauer Zeitangabe, wann man am besten wo ist. Im Anschluss hat sie uns unseren Platz gezeigt. Nachdem Sie noch ein paar mal gefragt hat, ob wir das mit unserem Gespann schaffen werden und ob wir einen sogenannten Mover dabei haben, was wir verneinen, ist sie dann gegangen. Es zeigte sich, jahrelange Erfahrung auf dem Campingplatz und Jugendlicher Leichtsinn driften schon mal auseinander 😜 Sowohl beim Ein- als auch einige Tage später beim Ausparken auf dem rutschigem Boden mit leichtem Gefälle war das schon eine schöne Herausforderung , die wir aber gut gemeistert haben 😊
Die Erstbesteiger
Wir durchwühlen das Internet auf der Suche nach Möglichkeiten einer Mont-Blanc-Besteigung. Wir lesen Berichte und schauen noch ein paar Videos an. Daraus müssen wir dann konkludieren: sowas braucht deutlich mehr Vorbereitung. Eine Hochgebirgstour braucht Planung. Unsere Fitness ist da kein Problem, die Höhenanpassung und Ausrüstung auch nicht. Kurzfristig ist es aber doch schwierig, Plätze in Hütten oder einen Bergführer zu bekommen. Aufgeschoben ist aber nicht Aufgehoben… Das werden wir in Zukunft neu angehen!
Umgedacht, und einfach ein paar schöne Wanderungen machen geht ja auch. Die grand mère hatte uns schließlich schon „die Welt“ erklärt 😀
Die erste Wanderung führte uns zum Glacier les Bossons. Eine wunderschöne Tour, die wir auf dem Campingplatz direkt starten können. Natürlich kann man mit dem Bus kostenlos zum Parkplatz an der Gondelbahn fahren, dann eine Gondel nehmen, da spart man sich einiges an Höhenmetern und Zeit. Zeit haben wir viel und Höhenmetern wollen wir sammeln, daher für uns keine Option. Bis zur ersten Hütte waren wir dementsprechend alleine unterwegs. Die erste Hütte ist gleichzeitig ein kleines Museum, wo Fundstücke eines Flugzeugabsturzes ausgestellt werden. Es sind die Überreste des Absturzes in 1966, die der Gletscher wieder freigibt. Schon sehr beeindruckend. Da hält man automatisch einen Moment inne und ist sich sehr bewusst, wie schnell alles vorbei sein kann.
Ab jetzt war es richtig voll auf dem Weg. Wir haben uns sehr gewundert, wie sich die Menschen doch teilweise sehr unbedarft auf den Weg begeben. Es waren auf dem Weg zur nächsten Hütte noch einiges an Höhenmetern zu bewältigen, es ging über Baumwurzeln, Felsbrocken und eine Vielzahl von Stufen. Die Mitwanderer sind teilweise auf ungeeignetem Schuhwerk unterwegs. Ältere Menschen, die schon sehr klapperig auf den Beinen sind oder Familien mit kleinen bis sehr kleinen Kindern. Da schüttelt wir manchmal nur noch unsere Köpfchen 🧐 Oben auf der Hütte haben wir eine schreckliche Brühe, mit dem Namen Kaffee getrunken und unsere eigenen Stulle gegessen. Danach sind wir wieder zurück runter gegangen.
Spannend ist es, wenn wir an der Begrüßung „Bonjour“ mittlerweile hören, aus welchem Land die Wanderer kommen 😀 Ein lautes schallendes Lachen 😝 polterte am Berg als ein Niederländer den ersten Blick auf den Gletscher erspäht und ein „Wauwwwwh“ ausstößt, genau in dem Moment, als Martin um die Kurve kommt. Der dann lapidar sagt: „It is just me“.
Am Nachmittag haben wir in Chamonix-Mont-Blanc ein wenig, aber dafür sehr erfolgreich, geshoppt. Zum ersten Mal nach längerem wurden wir dabei wieder mit der Coronahysterie konfrontiert: sogar draußen in der Fußgängerzone war Mund-Nasenschutz-Pflicht.
Die zweite Wanderung ging auch direkt vom Campingplatz los und führte entlang des Wanderweges Le Petit et Le Grand Balcon. 13,5 Km gespickt mit 1080 Höhenmetern und immer wieder „WAUWWWH-Momente“. Diese Blicke haben das Gefühl und die Idee, mal ganz nach oben zu steigen, auf alle Fälle nochmal bestärkt 😇
Der Abend, der dann bei folgendem Panorama ausklingt, ist unbeschreiblich und unvergesslich. Mont Blanc: Nous reviendrons.
Vom Glacier nun zur Glaciara 😎 Als wir den Stoneman Dolomiti Road absolviert hatten, haben wir Roland Stauder schon versprochen, seinen Spuren weiter zu folgen 😊 Von Chamonix-Mont-Blanc ist es nur ein Katzensprung, um in den Stoneman Glaciara einzusteigen. Also haben wir den Sprung gewagt und schon landeten wir in Mörel-Filet.
Der Sprung landete direkt auf dem Campingplatz Strauss. Wir steigen aus und „geimpft“ durch die Coronaerfahrungen von Chamonix-Mont-Blanc greifen wir zum Mund-Nasen-Schutz und fragen den Campingwirt, ob wir den brauchen. Seine Antwort: „Wenn ihr glaubt, dass es was nutzt, dann ja😜 Da waren wir uns doch gleich sympathisch 😀 Der Wirt betreibt zusammen mit seiner Frau den Campingplatz und gleichzeitig ihr Restaurant. Wir haben direkt am Abend bei ihnen gegessen: schweizer Haute-Cuisine. Das Restaurant war mit ca 30 Gästen komplett voll. Die beiden haben alles zur zweit gemacht: er die Küche, sie die Bedienung. Für uns, aber mehr als wahrscheinlich auch für die anderen, war es ein perfektes Dinner. Hut ab, wenn man das so schaffen kann: Campingplatz, Restaurant und 2 kleinere Kinder, und nie vermittelten die beiden einen Moment, Stress zu haben. Wunderschön, das zu erleben 😀
Sehr empfehlenswert 😀
Wir wollen kein Werbespot machen, aber so engagierte junge Menschen wollen wir sehr gerne empfehlen 😀
Die Anmeldung zum Stoneman klappte auch diesmal wieder reibungslos und am Sonntag konnten wir unsere Startunterlagen abholen.
Startpaket
Montag sind wir früh aufgestanden und schon kurz nach 7 sind wir mit den MTB‘s losgefahren. Die komplette Strecke ist 127 Km lang und es werden dabei 4700 Höhenmetern überwunden. Wir wollen schon wie in den Dolomiten das Ganze in 2 Tagen absolvieren 😀 Die Strecke führte direkt am Campingplatz vorbei, das war schon mal easy 😇 Obwohl es sofort in die erste Steigung hineinging. Im Prinzip ging es mit ein paar flacheren Kilometern zwischendurch direkt aufs Breithorn hinauf. Da haben wir direkt schonmal über 1500 Hm gemacht.
Vom Breithorn eine schöne, schnelle Abfahrt runter und dann in einem kurzen Gegenangriff nach Binn zum zweiten Stempel 😀
Von Binn ging es dann wellig über schöne Trails nach Reckingen. Die einzige schwierige Aufgabe war hierbei, dass die Beschilderung völlig abweichend von unsere GPS-Daten war. Die Ausblicke waren super und ein Teil der Strecke war ausgestattet mit Skulpturen 😀
In Reckingen wieder gestempelt und auf ging es zum letzten Teil des ersten Tages nach Bellwald. Nur noch 10 Kilometer und 450 Höhenmeter, hörte sich erstmal einfach an, aber wie wir beiden mittlerweile wissen, sagen durchschnittliche Steigungsprozente oder Kilometerangaben mit Höhenmetern nichts aus über die Strecke, die kommt. Es fing langsam abfallend an, dann kamen ein paar flache Kilometer und dann… Genau die Höhenmeter mussten noch kommen und die Kilometerzahl wurde immer weniger. Da fällt sogar uns das positive Denken etwas schwer 😀 Trotzdem haben wir das Ziel erreicht und uns auf der Hotelterrasse ein Bierchen gegönnt 😎
Voller Euphorie und wunschdenken haben wir das Weisshorn erstmal als Mont Blanc gesehen 🤔
Nach einem leckerem Frühstück ging es dann auf dem zweiten Teil los. Verzweiflung und ein paar laute Worte in die Luft wurden am Start gebraucht, da direkt die Beschilderung und GPS Daten wieder unterschiedlich waren. Der erste Abschnitt bis Märjella fing an mit vielen Tiefenmetern, die teilweise schon technisch sehr anspruchsvoll waren. Spannend ist beim Mountainbiken, dass der Zeitunterschied eher beim Abfahren gemacht wird und nicht – wie beim Rennrad – beim Rauffahren 😀 Wer das Bike am besten beherrscht, ist am schnellsten unten. Es folgte dann ein langer Aufstieg zur Fiescheralp, von da aus eine kurze Abfahrt, gefolgt von einem kurzen, knackigen Anstieg bis zu einem ein-Kilometer-langen Tunnel. Laut Beschreibung ist er spärlich beleuchtet. Wir haben keine Beleuchtung gesehen 😜 Am Ende des Tunnels war aber wieder Licht und einen Stempelposten.
Wir gönnen uns eine kleine Stärkung und führen ein kurzes Gespräch mit den Tischnachbarn. Sie fanden die Stonemangeschichte ganz spannend, aber unser Sabbatical noch spannender ☺️ Wo man denn so was bekommt, wollte der Pensionär wissen und antwortete selber schon mal mit: „An der Hochschule“❓Wir haben es als Kompliment gesehen in Bezug auf unser jugendliches Aussehen 😇 Er hat uns dann noch den Tipp gegeben, einige Minuten herunter zu gehen, da hätte man einen wunderschönen Blick auf den Aletschgletscher.
Das nächste Teilstück ging dann über schmale und technisch sehr anspruchsvolle Trails wieder runter bis zur Fiescheralp. Ab da sollte es dann wieder etwas hoch gehen Richtung Moosfluh. Leider sollte es für uns nicht so sein, da Sigrids Bremsen jede Wirkung verweigerten. Wir haben daher beschlossen den einfachsten Weg zurück zum Campingplatz zu fahren. Schade, aber manchmal entscheiden unsere komische Köpfe dann doch vernünftig 🤔
Nach einem guten Schlaf sind wir am nächsten Tag sofort zu einem TREK-Fachhändler gefahren. Als Sigrid ihre Geschichte mit den Bremsen erzählt und ihm sagt, sie bräuchte eine neue Bremsanlage, intervenierte er im schönen Dialekt: „Wir überprüfen erstmal die Bremsbeläge, danach schauen wir weiter“ 😊 Es folgte eine kurze Belehrung darüber, dass Zeit und Distanz unwichtig sind für Bremsbeläge. Verschleiß hängt davon ab, wo und wie man fährt. Es stellte sich dann heraus, dass die Beläge völlig weg waren. Wir sollten einen Kaffee trinken, während die Beläge gewechselt werden. Wenn es dann noch nicht funktioniert, kann man über eine neue Bremsanlage sprechen, war seine Meinung. Ende der Geschichte neue Bremsbeläge haben gereicht 😀 Ein cooler Typ, der sein Handwerk versteht und mit Herz bei der Sache war. Kleine Denkanstöße hat er uns noch mit auf den Weg gegeben und schon waren wir wieder alle sehr glücklich 😀
Zur Erholung sind wir dann mal zu einem See gefahren…
Ist das Leben nur strahlender Sonnenschein oder halten wir noch mit etwas hinter‘m Berg 😉
20 Blogbeiträge haben wir nun schon veröffentlicht. Ein Highlight jagt das andere. Aber ist das Leben im Sabbatical nur gefüllt mit Highlights oder gibt es da noch eine andere Seite❓
Wir haben mal eine Auflistung für euch gemacht von Dingen, die vielleicht nicht so gut gelaufen sind. Man kann es als negativ betrachten oder das Positive darin sehen und daraus lernen 😀 Unserem Naturell entsprechend kommt nur Nummer 2 in Frage 😀 Hier also Beobachtungen, Erkenntnisse oder Erfahrungen, die wir so noch nicht erwähnt haben 😇
Eier im Kühlschrank soll man während einer Fahrt gut verpacken und sichern. Eigelb und Eiweiß verteilen sich sonst teilweise getrennt, teilweise zusammen, aber in beiden Fällen ohne Schale im Kühlschrank. Da braucht man ca. 4 Reinigungsvorgänge, um die letzten Reste aufzuspüren. Wobei sich dann immer noch die Frage stellt: riecht es nicht mehr oder riechen wir es nicht mehr❓Außerdem behauptet die Sichtigvor-Sage ja sowieso „Holländer riechen nicht“.
Ähnlich sichern sollte man Balsamico-Essig. Auch hier gibt es einen aufwendigen Putzvorgang, wenn eine Flasche während der Fahrt zerbricht. Der Vorteil ist aber hier, es riecht schön nach Sauberkeit 😀
Die Übernachtungen am See sind sehr schön. Allerdings haben wir mittlerweile so viele Mückenstiche bekommen wie in den letzten 10 Jahren zusammen 😢
Wir haben schon ganze 2 Regentage gehabt 😌
Die Adblue-Berechnung ist der nächste Skandal der Autoindustrie! Oder steht irgendwo beschrieben, dass man mit Wohnwagen durch die Berge fahrend deutlich mehr verbraucht 🧐
Leider gibt es noch keine Regelung für Schmerzensgeld für die Augen 👀 Frei nach Nina Hagen: „Emanzipation ist erst dann beendet, wenn Frauen mit einer Glatze, einer Wampe und im Schiesser-Unterhemd auf die Straße gehen und immer noch meinen, sie sind die Schönsten auf der ganzen Welt.“ Manche Anblicke auf einem Campingplatz oder während Wanderungen sind nicht so schön 😳
Manchmal kommen wir zu der Erkenntnis, dass wir schöne Dinge, die wir machen wollen, nicht jetzt machen können, weil sie eine Planung brauchen. Zum Beispiel eine Mont Blanc Besteigung.
Uns überrascht, dass wir auch jetzt noch Muskelkater empfinden, wenn wir 1000 Tiefenmeter am Stück runter wandern 😊
WAS EUCH VIELLEICHT ÜBERRASCHT, FÜR UNS EHER NORMAL IST…
Wir sind diejenigen, die sich auf den Campingplätzen fleißig eindecken mit Spülmittel, Toilettenpapier oder Duschcreme, das die anderen Gäste vergessen haben 😜
Wir freuen uns, jeden Abend zusammen den Abwasch zu machen ohne Spülmaschine.
Wir machen auch Ruhetage! Da betreiben wir Haushalt, Fahrrad-Pflege, Lesen, Blog schreiben… Davon gibt es natürlich keine tollen Bilder 😇
Wir frühstücken jeden Tag sehr gesund: 3 bis 4 verschiedene Obstsorten und dazu Müsli mit Joghurt, Kefir, Milch oder Quark. Manchmal auch Porridge.
Mittagspausen machen wir mittlerweile immer mit etwas zu essen dabei, am liebsten was Süßes 😀
Abends große Portionen: Salat, Rohkost oder Gemüse, wobei wir es lieben, die Köstlichkeiten der Regionen zu probieren. Teilweise verschlingen wir 500 Gramm Nudeln zu den anderen Produkten und trotzdem haben wir beide abgenommen 🤔
Aber vielleicht liegt das auch an unserem Abenteuer. Ein Abenteuer ist sie nämlich schon, unsere Reise!
Statt seiner Routine im Amt oder der Praxis nachzukommen; statt zu wissen, dass man nach dem Dienst wieder „Zuhause“ ist; statt seine Gewohnheiten nach Feierabend einzubauen – sei es das wöchentliche Beachvolleyball oder der Sau-Nah-Club… Die Routine am Samstag mit Großeinkauf auf dem Markt und danach plaudern bei „die Edelhelfer“… Das spontane Treffen mit Freunden; die vielen Gespräche mit Kunden und Kollegen… Das ist alles nicht da!
Überall, wo man anreist, ist alles neu – neu orientieren: wo kaufe ich was ein, wie sind hier die Öffnungszeiten? Man kauft nicht die vertrauten Dinge. Man öffnet sich fürs Neue und das permanent. Dazu kommen dann die unterschiedlichen Sprachen, die man nicht beherrscht. Da gibt es dann natürlich ganz witzige Dinge. Wir wollten z. B. ganz frisch in Frankreich im Restaurant was essen, stehen am Eingang und mehr als „manger“ und auf den Mund zeigen, fiel uns nicht ein. Da stellten wir uns die Situation bei uns bei Buon Gusto vor: „Essen!“…
Die Komfortzone wird deutlich ausgedehnt, die Grenze wird verlegt. Genau das ist es, was wir beiden lieben: die Grenzen zu testen und immer mal wieder zu verschieben 😀 Der erste Spitzname, den Martin bei den ersten gemeinsamen MTB-Fahrten ohne den verletzten Roodi an Sigrid vergeben hat, war Huckleberry 😉 Das erste Zeichen❓
Fazit, viel Sport und Hunger nach Neuem, sorgen dafür, dass man abnimmt 🤔
Obwohl wir seit 3 Monaten 24 Stunden pro Tag zusammen sind, gibt es keinen Stress oder Streit bei uns und wir leben weiterhin auf einer rosaroten Wolke ☁️
Wir freuen uns über jegliche Rückkopplung auf unsere Blogbeiträge, egal auf welchem Kanal 😎
Die Ardèche haben wir hinter uns gelassen und sind über Montelimar, Valence und Grenoble nach Allemond gereist. Ein kleines verschlafenes Örtchen eingebettet in den Alpen und natürlich gelegen an…
Die Temperaturen waren auf eurem Niveau, also sehr angenehm 😎 und Garmin bestätigte uns, dass wir mittlerweile zu 100% an die Hitze akklimatisiert sind. Laut Garmin sogar an eine Höhe von 1100 Metern. Die besten Voraussetzungen, um die nächsten Tagen die Bergetappen in Angriff zu nehmen. Die Jagd auf „de Bolletjestrui“ war eröffnet 😎
Als kleiner Knirps hat sich Martin schon die Livereportagen angeschaut, das Lenkrad vom normalen Fahrrad umgedreht, damit es wie ein Rennlenkrad wirkte und in seiner Phantasie die Etappen mitgefahren. Wenn er in den Bergen unterwegs ist, ist der Kleine immer mit 😉 Da kribbelt sein Bauch und die Pässe betteln ihn förmlich darum an, befahren zu werden. Es sprudelt im Kopf, Namen wie Poullidor, Zoetemelk, Jalabert, Armstrong und natürlich Marco Pantani flitzen vorbei. Die Extra-Kammer im Gehirn, wo Sportdaten abgelegt sind, hat noch ein Sonderabteil für die TdF 😀 Passnamen, Bergankünfte und historische Siege oder Niederlagen werden gefragt oder ungefragt von ihr erzählt 😇
Für den ersten Tag haben wir uns zum einrollen „die Lancets de Montvernier“ ausgesucht. Eigentlich kein richtiger Pass, dafür aber besonders schön. Die Straße wirkt – von oben betrachtet – wie ein heruntergefallener Schnürsenkel und wurde in 2015 zum ersten Mal in die TdF aufgenommen. Sascha, der in dem Jahr für die Stiftung „Kinderlachen“ die Pretour gefahren ist, musste da wegen schwerer Unwetter aussetzen. Deswegen haben wir ihn gedanklich mitgenommen 😎
Eine kurze und schöne Erfahrung, nach gerade mal 3,4 Km und 350 Hm Differenz ist man schon oben. Für uns war dieser Anstieg der Kategorie 2 ein gutes Warming-up für die nächsten beiden Tage.
LA MARMOTTE
Beim Pässe sammeln kommt man gut voran, wenn man die Strecke von La Marmotte fährt, ein jährliches Jedermann-Rennen. Wir haben für uns die Strecke etwas angepasst, wodurch wir noch einen Pass zusätzlich nehmen konnten. Dafür sind wir allerdings die Strecke in 2 Tagen gefahren.
Angefangen in Allemond, direkt vom Campingplatz verlaufen erstmal Col du Glandon und Col de la Croix de Fer zusammen hoch. Da es noch früh ist, ist wenig auf der Straße los. Die anderen Fahrer auf der Strecke werden dann zum Spielball und natürlich beim Überholen freundlich gegrüßt 😇 Nach ca 27 Km und 1460 Hm biegen wir links ab, um nach einigen Hunderten Metern die Glandonspitze zu erreichen
Kurz zurück zur Abzweigung und dann die letzten paar Kilometer zum Gipfel des Col de la Croix de Fer. Da gab es dann einen Café Noir und une Tarte du Frambois 😋
Die Berggasthöfe sind natürlich ein Sammelsurium der RennradfahrerInnen. Ein kurzes nettes Gespräch mit einem asiatischen Pariser und dann haben wir uns von einer netten niederländischen Frau die Bergwelt da oben erklären lassen. Sie wohnt seit ca. 14 Jahren in der Umgebung und ist regelmäßig da oben und schaut sich das wunderschöne Panorama an 😊
Nach Anstieg kommt Abfahrt, gute 30 Km das Rad sausen lassen: leider geil. Mittagspause in St. Jean-de-Maurienne, wie immer waren wir im Glück und hielten um 12 Uhr 19 vor einer Boulangerie an die um 12 Uhr 20 schließen wollte. Martin schnell reingegangen und kurz mit der Dame am Tresen geklärt, dass la Chef du Maison gleich auch kommen würde 😊 Das überraschte die Dame gar nicht und meinte „c‘est normal“ 😉 Sie hat uns dann noch kurz eine Französisch Nachhilfestunde gegönnt 😊
Mund-Nasenschutz auf höchstem Niveau
Jetzt lag nur noch der Col de Telegraph vor uns. Martin war den schon in 2017 gefahren, aber konnte sich nicht so richtig erinnern. Er ist recht leicht zu fahren, aber es gibt keine wirklich schönen Ausblicke, noch nicht mal auf der Passhöhe. Dann kommt eine kurze Abfahrt bis Valloire und dann ab ins Hotel.
Erst kurz duschen und dann Zeit für …
Unsere Übernachtung war im Hotel du Cret Rond, das in 2016 mit 2 Sternen bewertet wurde. Das Zimmer war geräumig, das Badezimmer komplett neu renoviert, das Abendessen sehr gut, das Frühstück sehr gut und das Personal freundlich, aufmerksam und zuvorkommend. Wir würden hier 3 Sterne *** geben, falls ihr mal in Valloire seid…
Gut erholt ging es in den zweiten Tag. Gemütlich aus Valloire ausrollen und dann ab in den Col du Galibier, wo Martin vor drei Jahren die Erfahrung gemacht hat, in Regen und leichtem Schneeregen gefroren zu haben und zitternd in der Abfahrt stehen zu bleiben. Diesmal Sonnenschein pur, nur ganz oben war es windig und kühl, aber auf über 2600 Meter auch normal 😎
Wenn man den Galibier runterrollt, nimmt man den Col de Lautaret einfach so mit 😊
Vom Lautaret eine ganz lange Abfahrt, im Prinzip bis Bourg-d’Oisans. Trotz einigen dunklen Tunneln eine Abfahrt mit wahnsinnig schöner Aussicht 😊
Blick auf de La Meije und Cascade de Pisse
In Bourg- d‘Oisans angekommen, durchfährt man den Ort bis zu einer scharfen Linkskurve und schon ist man drin …
L‘Alpe d‘Huez
Der Mythosberg… Hier möchten auch die ganz Großen gewinnen, der Berg der Holländer wird er genannt 😉 Zwischen 1976 und 1989 hat 8 x ein Holländer gewonnen. Immer hat der niederländische Pfarrer Reuten (Notre Dame des Neiges) die Glocken geläutet, als ein Holländer die Etappe gewann, so sagt es die Geschichte 😀 Ob es stimmt? 🤔
Auf jedem Fall ist es brütendheiß, als wir hochfahren. Mit den Kilometern und Höhenmetern der letzten Tage in den Beinen können wir gut nachvollziehen, was die Profis durchmachen. Das einzige, was fehlte, waren die Spalier-stehenden Zuschauer und die Oranjefete in Kurve 7. Jeder Meter war gefühlt hart und oben angekommen waren wir froh, auch diesen Pass geschafft zu haben 😇
Jetzt gab es nur noch die Abfahrt zurück nach Allemond. Sie führte über den Pass mit dem wunderbaren Namen: Pas de la Confession 🤔 Ob die wohl wissen, dass wir keine Kirchensteuern bezahlen? 😇 Dafür haben wir dann Nächstenliebe betrieben und einer klapperigen alten Dame, die auf allen Vieren Stufen hochgeklettert kam, bis oben geholfen. Sie glaubt bestimmt, dass wir vom Himmel gesendet waren 😉 Müde, aber glücklich treffen wir nach der letzten Abfahrt wieder zurück auf dem Campingplatz ein.
Am anschließenden Ruhetag haben wir dann noch die Räder gepflegt und schön geplaudert mit einem Pärchen aus den Pyrenäen. Wir konnten uns gegenseitig Tipps mit auf den Weg geben und als Abschiedsgeschenk hat Martin seinen Stoneman-Anhänger verschenkt ☺️ Mittlerweile war der Tourkaravaan schon weiter gezogen und wir mussten hinterher. Zwei Etappen standen uns noch bevor. Station war Notre-Dame-du-Briançon und als wir alles installiert hatten, war noch Zeit übrig, um mal kurz bei den Kollegen, die das Critérium Dauphiné fuhren, vorbei zuschauen 😉
So wie für die Kollegen stand für uns der Col de la Madeleine auf dem Programm. Die Sonne war schon früh da und kurz vor 10 sind wir gestartet. Die ersten 10 Km noch flach und dann ab nach oben. Vor der ersten Kurve waren schon Mitstreiter zu sehen und die Pantani-Feelings bekamen überhand. Wir sehen uns dann oben ☺️ Ein sehr schöner Anstieg mit zwischenzeitlich sehr schönen Ausblicken und oben ein wunderbares Panorama ☺️
Natürlich wollen wir gerne Café Noir trinken. Das ging aber nicht, denn mittags gibtˋs Essen. Ob sie Kuchen haben, fragen wir❓ Nein, nur Nachtisch, eine Art Apfelkuchen. Okay, dann 2x als Nachtisch Apfelkuchen und Café Noir. Sehr gerne 😉
Als Abschluss stand dann der Col de la Loze auf dem Programm. Auch da erstmal 10 Km einrollen und dann in den Berg hinein. Die ersten 10 Km immer schön entspannt, mal 5%, mal 7% und mal 8%. Dann kommt man nach Méribel. 1973 war hier mal Etappenziel, dieses Jahr geht es aber weiter bis oben auf den Col. Und ab jetzt wird es HART‼️ Die Rampen wechseln sich permanent ab, wobei selten unter 10% und zwischen Kilometer 18 und 22 wechselt es so zwischen 10 und 21%, wobei die letzte Rampe noch mal 23% hergibt 😜
Die größte Herausforderung an diesem Tag war, das Kärtchen vom Fotografen anzunehmen und in die Trikotasche zu stecken, bei Maximalpuls und in den ersten Metern von der letzten Rampe. Dies haben wir beiden bravourös gemeistert 🤩
Die Abfahrt ging dann über Courchevel zurück zum Campingplatz. Sehr schön war, dass in beide Richtungen die letzten Kilometer nur für Radfahrer freigegeben sind 😎
Wer jetzt „de Bolletjestrui“ bekommt, lassen wir offen…
Nachdem wir jetzt unser Bewerbungsschreiben an die Firma „Salzburg Land Tourismus“ fertiggestellt haben, nehmen wir den Faden wieder auf und berichten über unsere Zeit in Frankreich 🇫🇷 Von Roquebillière haben wir die Reise fortgesetzt nach Sainte-Croix-du-Verdon. Über schmale Wege und kleine Pässe sind wir langsam, aber stetig vorangekommen. Der Weg war schon besonders schön und zum Schluss gab es die ersten Blicke auf die Gorge du Verdun. Sehr beeindruckend und schon konnten wir verstehen, warum so viele „Touris“ hierher reisen. Am Lac de Sainte-Croix angekommen, mussten wir dann feststellen, dass „die Touris“ schon angereist waren: die ersten beiden Campingplätze waren Complet. Da haben wir uns überlegt, wir haben viel Zeit und können etwas weiter weg wohnen. Und jawoll, der nächste angefahrene Campingplatz hat für Gerda, Bussi und uns noch genügend Platz 😀 An der Rezeption war ausgehängt, dass zu keiner Zeit Reservierungen entgegen genommen werden. Auf die Frage, wie lange wir denn bleiben werden, haben wir 3 Nächte geantwortet. Wir durften unseren Platz selber aussuchen und dann zurück zur Anmeldung kommen wegen der Formalitäten. Da fragten wir, ob wir 4 Nächte bleiben können 😜 Da kam die klare Ansage: „Nein, das geht jetzt nicht mehr“. Verstehe, wer wolle 🧶
Wie immer erstmal aufbauen und dann ab zum See, Schwimmsachen mit und strategisch schwimmen 😉 Erst die kleine, gelbe Boje, dann vielleicht entlang der weißen Bojen zur roten Boje. Vielleicht von hier aus zur roten Boje dahinter und dann den gleichen Weg wieder zurück 😁 Die Wassertemperatur war super angenehm, so richtig abgekühlt waren wir trotzdem noch nicht. Deshalb sind wir nach dem Schwimmen bei guten 35 Grad zum Ort hochgestiefelt, um da die richtige Abkühlung zu finden 😜
Die Wettervorhersagen für die nächsten Tage waren sehr, sehr gut mit Temperaturen, die ihr jetzt auch wieder kennengelernt habt. Immer zwischen 33 und 38 Grad Celsius. Für uns der Grund, sehr früh aufs Rad zu steigen. Sozusagen mit dem frühen Vogel ging unsere Tour über 130 Km, gespickt mit über 2300 Hm. Die ersten Sonnenstrahlen haben wir auf dem Plateau oberhalb des Sees gesehen. Wir umrundeten den See zur Hälfte, um dann auf der Südseite der Verdunschlucht unsere Tour fortzuführen. Die Ausblicke waren sensationell und unterwegs trafen wir ab und an mal Gleichgesinnte. Immer wieder spannend, wenn ein Dortmunder so gut niederländisch sprechen kann. Zwischenzeitlich ein wenig spielen mit anderen Radfahrern und die ganze Zeit genießen, genießen, genießen 😊
Nach unserer erfolgreichen Arbeit waren die Heinzelmännchen wieder dran 😋
Diesmal waren mehrere am Start 😜
Für Sigrid kam ein Ruhetag, gespickt mit Einkauf, Wäschewaschen und Hängematte. Martin fuhr noch eine kleinere 70 Km Runde mit 1050 Hm mit hoher Trittfrequenz. In den Abfahrten in die Täler hinein brannte der heiße Wind ihm ins Gesicht, eine neue Erfahrung. Diese Dinge werfen wiederum einen anderen Blickwinkel auf das, was die Radprofis bei einer Tour de France alles so durchmachen. Chapeau ‼️
Die Fortsetzung der Reise ging dann zur Colorado Provençale, eine Besonderheit in Europa.
Blick vom Campingplatz in Rustrel
Rustrel liegt noch im Einzugsgebiet vom Mont Ventoux und bietet einen sehr schönen Nationalpark, wo man an den ockergelben Felsformationen entlang gehen kann. Aufgrund der großen Hitze und lang anhaltender Trockenheit war dieses leider gesperrt wegen erhöhter Brandgefahr. Für uns schade, aber was das bedeuten kann, haben wir später in Erfahrung gebracht 😳
Am ersten Tag haben wir den Mont Ventoux in Angriff genommen. Die Anfahrt von Rustrel bis Sault sind gute 30 Km und von da aus gibt es eine von 3 möglichen Auffahrten. Die ersten 16 Kilometer sind sehr gut fahrbar, die Steigung liegt da immer unter 7 Prozent. Am Le Chalet Reynard trifft die Route auf den Anstieg aus Bédoin, wo die Profis her kommen. Wie fit wir mittlerweile sind, haben wir gesehen, als wir in dem flacheren Teilstück bis zu 24 Km/h gefahren sind und auf den letzten 7 Km, ab dem Chalet, als wir nur noch an anderen FahrerInnen vorbei gefahren sind und das ziemlich schnell 🤩 Oben angekommen war es leider wolkig und der Ventoux blies ganz schön kräftig, sodass wir schnell wieder runter sind nach Sault, um uns aufzuwärmen und etwas zu stärken für die letzten 30 Km zu Gerda 😉 Obligatorisch wird natürlich kurz innegehalten am Denkmal für Tommy Simpson
Obwohl der Nationalpark gesperrt war, haben wir doch so einige schöne Eindrücke eingesammelt von der sehr besonderen Landschaft 😊 In einem Artikel des MTB-Magazins Bike haben wir eine schöne Route gefunden. Im Nachhinein war es laut Sigrid eine Bike and Hike Tour, wir haben zeitlich gesehen unsere Bikes genauso lange geschoben wie wir sie gefahren sind 🙃 Wahrscheinlich ein Grund, weshalb wir bis auf 2 kleinere Wandergruppen sonst keinen Menschen gesehen haben und wir alles in sehr schöner Ruhe und Stille genießen konnten 😊
Das nächste Ziel war dann die Ardèche. Rita und Sascha haben seit einigen Jahren ein Haus, sehr idyllisch gelegen im Domain Brechon, und den beiden wollten wir einen Besuch abstatten. Das letzte Mal hat Martin auf dem Weg zum Ironman Nizza in 2014 kurz vorbeigeschaut, nachdem er in 2013 schon mal eine Woche zum Radeln da gewesen war. Die schöne Zeit in Erinnerung und die Gastfreundlichkeit von den beiden im Bewusstsein, haben wir kurzfristig Kontakt aufgenommen. Unkompliziert wie wir die beiden kennen, kein Problem. Es sind zwar noch 3 andere Freunde da, aber am Tisch findet sich noch ein Plätzchen, Chevre ist immer da, genauso wie ein erfrischender Rosé 😊
Am Mittwoch sind wir nachmittags von Rita in Empfang genommen worden, während die anderen noch auf den Rädern unterwegs waren. Also erstmal ein bisschen Quatschen mit der Frau des Hauses und nach einer Minute war es so, als ob man sie jeden Tag sieht. Nachdem die anderen dann auch zurück waren, haben wir dann in Begleitung vom Hausherrn Sascha auch Mäxi, Olaf und Thomas kennengelernt. Die 5 haben auch schon vieles zusammen erlebt und so haben wir vier kurzweilige Tage in der Ardèche verbringen können 🙂 Nach einrr kurzen Vorstellungsrunde zu siebt wurde erstmal ein aus vielen Seminaren oder Workshops bekanntes Kennenlernen-Spiel gespielt auf der hauseigenen Jeux-de-Boule-Anlage. Zum Glück hatten wir in Ste. Croix-du-Verdon bei den Lokalmatadoren zugucken können 😇
Anschließend gab es dann ein üppiges Abendessen garniert mit ein paar Gläschen Rosé. Und so gegen 01:30 Uhr war dann auch für uns ein sehr schöner Tag zu Ende 😊
Noch ein letzter Blick auf den Mont Ventoux
Morgens früh aus den Federn und nach einem ersten Käffchen bei der Gerda entspannt gefrühstückt mit leckerem Käse und Honig aus der Region. Dabei konnten wir die sehr leckeren von Sascha gemachten Marmeladen genießen und drüber philosophieren, was ein gutes Croissant ausmacht 😇
Gestärkt durch das gute Frühstück ging es dann gemeinsam auf die Rennräder. Sascha hatte eine Tour vorbereitet und wir bekamen einige Highlights in der Umgebung zur Gesicht 😊 Bei den sehr hohen Temperaturen war es am Ende doch eine insgesamt harte Tour. Eine kleine Mittagspause im Restaurant haben wir dennoch ohne Essen beendet 😊 3x hat man uns gefragt, ob wir essen möchten. Auf unsere Antwort „Sehr gerne“, kam aber von der andere Seite nie eine Fortsetzung. Also haben wir aufgegeben 😊
Abends ging es dann so weiter wie am Vorabend: leckere regionale Vorspeisen und Salat mit einem super leckeren Dressing. Martin hat sich genau angeguckt, wie der Sascha es macht 😇 Nach seiner Beobachtung ist das wichtigste, neben viel Geduld, eine ruhige Hand 🤚 Klar zum Essen gehört natürlich auch ein Glas Wasser und vielleicht ein kühler Weißwein oder Rosé. Wir haben dann auch nicht darauf verzichtet 😇
Bei so viel Gastfreundschaft und leckerem Essen, setzt man sich nicht einfach immer an den gedeckten Tisch: viele Hände, schnelles Ende. Am nächsten Tag haben wir neben Fahrradpflege und schönen Gesprächen den Einkauf fürs Abendessen gemacht. Sascha hat uns mit guten Tipps auf den Weg geschickt und wir haben in den kleinsten Geschäften die leckersten Sachen gefunden 😋
Es ist immer wieder spannend, wenn man der Sprache nicht mächtig ist, aber mit Sprachfetzen, Gebärden und guten Willen von beiden Seiten zu einem guten Ergebnis kommt. Unser Ergebnis haben wir dann am Abend nach einer kurzen Weinprobe bei „Brechie“ schön verputzt 😊 Verputzt nach Ruhrpott-Art mit einem leckeren Glas Rosé 😊 und das, obwohl der Sascha mittlerweile schon gelernt hat, wie man in der Ardèche verputzt.
Für den nächsten Tag hatten Rita und Sascha schon eine Wanderung vorbereitet. Diesmal waren wir nur noch zu fünft unterwegs, da Mäxi und Olaf in aller Frühe zurück nach Deutschland gereist sind. Martin hatte sich noch von den beiden verabschieden wollen, aber um 4 Uhr war auch er noch im Tiefschlaf. Dafür war er schon zum Sonnenaufgang im Garten
Unter der Leitung vom bolivianischen Guide sind wir dann losgewandert
Es ging auf den Hausberg von den beiden. Insgesamt sind wir gute 10 Km gegangen und haben auch einiges an Höhenmetern absolviert 😊 Schöne Geschichten gehört, und immer wieder kurze Insider Tipps vom Guide machten das ganze zu einer sehr schönen Tour 😎
Auch am letzten Abend haben wir wieder sehr, sehr lecker gegessen und …
Sogar die Kamera hat nicht mehr klar gesehen …
Wie oben schon mal kurz erwähnt, war der Nationalpark wegen erhöhter Brandgefahr geschlossen. Wir haben jetzt hautnah miterleben können, was ein kleiner Funke auslösen kann. In der unmittelbaren Nachbarschaft wird gebaut und bei Schleifarbeiten hat ein Funke das Gras und Holz sofort lichterloh in Brand gesetzt. Durch beherztes Eingreifen vom Nachbarn und des Freiwilligen Feuerwehrmanns Martin konnte das Feuer schnell gelöscht werden. Trotzdem hat es uns stark beeindruckt und gezeigt, wie schnell so ein Feuer um sich greift 🧐 Deshalb Leute, seid bitte immer vorsichtig ‼️‼️
Sonntag sind wir dann nach einem kurzen Abstecher in Übersee …
Die Lienz-Trainingseinheiten absolviert, schöne Menschenstudien auf dem Campingplatz durchgeführt, gestärkt durch ein gesundes Frühstück und Kaffee machen wir uns auf den Weg. Eine für uns lange Strecke liegt vor uns. Bis jetzt haben wir immer Etappen, die zwischen 80 und 125 Km lang waren, gemacht. Heute standen 225 Km auf dem Programm und nachmittags wollen wir noch bei Prinzbike vorbeischauen. Aber wir haben Zeit 😇 Gemütlich fahren wir los, die Sonne scheint, was soll uns schon stoppen ✋
Tempomat auf 90 Km/h, es läuft gemütlich. Dann ein Hinweis auf eine Kreuzung und 70 Km/h Schild, kurz die Bremse angetippt und jawoll, der Mann, der uns stoppen kann, winkt schon: Herr Oberkommissar. Ein freundlicher, leicht untersetzter Mann möchte gerne unsere Papiere sehen. Wir plaudern ein wenig über den nahegelegenen Weißensee, unser Sabatticaljahr und, dass wir doch soviel Zeit haben, sodass wir gar nicht schnell fahren brauchen. Das Gesamtpaket hat ihn dann dazu bewegt, uns die Minimalstrafe von 20€ aufzubrummen. Da haben wir natürlich sofort zugestimmt und bezahlt. Der Herr Oberkommissar verabschiedete sich dann freundlich, wünschte uns eine schöne Zeit in Salzburg und hoffte, uns auf dem Rückweg wieder zu sehen 😇
Die weitere Fahrt verlief dann gut außer ein kurzes Stop and Go wegen Felsarbeiten. Am frühen Nachmittag waren wir schon auf dem Campingplatz in Salzburg. Bei unserem ersten Aufenthalt hat es nur geregnet, jetzt schien die Sonne und es wirkte sofort ganz anders. Bei der Rezeption kurz einen Gruß bestellt von Frühwirt Gerd und die Dame strahlte fast noch mehr als die Sonne.
Wie immer und das auch immer schneller, Gerda installiert und ab zu Prinzbike. Die neuen Kettenblätter für Martin sind da. Ein schönes internationales Zusammenspiel: Prinzbike-Mario hatte ein 50er Rotorblatt besorgt, Edelhelfer Roman hatte ein 36er Rotorblatt organisiert und es postwendend nach Salzburg geschickt. Wie schön, so Menschen zu kennen und wir bedanken uns nochmal herzlich bei den Beiden für die unkonventionelle und unkomplizierte Hilfe. Natürlich auch bei den beiden kompetenten Mechanikern von Prinzbike.
Abends dann Treffen mit Michi und Martin. Eine super Location, Stieglkeller, mit top Aussicht auf „das Salzburger Juwel“. Ein wunderschöner Abend, schöne Gespräche, leckeres Essen, leckeres Bier und geniale Abendstimmungsbilder über Salzburg.
Der Abend super schön, wie immer mit den Beiden. Schöne Erinnerungen geteilt, über Gott und die Welt gesprochen und natürlich über das, was wir zusammen machen werden. Die Beiden haben sich für uns am Donnerstag frei genommen von der Arbeit und Martin P. hat schon eine super Tour ausgearbeitet. Für den Mittwoch, an dem noch eine Probefahrt mit den neuen Kettenblätter auf dem Programm stand, haben sie uns die Panoramastrasse ans Herz gelegt.
Der Mittwoch fing wettermäßig nicht so gut an, aber ab 11 Uhr wurde es immer besser und so machten wir uns dann auf dem Weg. Gute 63 Km und 1300 Hm kommen da zusammen. Die Straße hat ihrem Spitznamen aber alle Ehren gemacht. Jeden Meter haben wir genossen. Martin ist mit der neuen Übersetzung locker die Berge raufgeklettert und hat trotz eines kleineren Gangs bei Kette Rechts seinen Geschwindigkeitsrekord in diesem Jahr auf gute 86 Km/h gebracht 😅
Am Abend haben wir alles schon vorbereitet für den nächsten Tag: MTB‘s geprüft, Radkleidung und Schuhe bereit gelegt, Frühstück geschnippelt und dann ab in die Heier. Wir wollen schon um 06 Uhr 45 bei Martin vor der Tür stehen, um dann gemeinsam eine Tour zu fahren.
Sigrid mit Fallschirm 🪂
Direkt vor der Haustür bei Martin ging es los, ein paar Kilometer einradeln zum Treffpunkt mit Michi. Da haben wir kurz beobachtet wie das österreichische Handwerk raucht 🌫 Eine knappe Viertelstunde haben wir auf Michi gewartet und in der Zeit kam ein Handwerker nach dem anderen, um sich Nachschub am dort platzierten Zigarettenautomaten zu besorgen. Nach dieser Beobachtung ging es aber sofort weiter. Erstmal in Richtung Deutschland 🇩🇪
Die Befürchtung, dass wir nicht trocken bleiben würden, bestätigte sich dann kurze Zeit später. Eine kleine Pause bei der Strassenmeisterei, die „Mann“ sinnvoll zum pinkeln nutzen kann und weiter geht es, ab da nur noch Traumwetter, Traumlandschaften , Traumtrails…
Die Schönheit der Tour war atemberaubend, vor allem als wir den letzten Anstieg im Angriff genommen hatten der uns zur Almhütte führte. Erst einige Kilometer über Straße und dann in den Wald hinein, wo es dann so steil war, dass wir alle unsere Räder geschoben haben 🧐
Kein Sonnenbrand …
An der Almhütte angekommen, haben wir uns erstmal gestärkt und Flüssigkeit nachgetankt.
Nach der Stärkung wieder weiter, so wie am Vormittag eine Aneinanderreihung von Traumlandschaften und Traumtrails. Dazu schöne Erklärungen von unserem Superguide Martin.
Wir haben es sehr genossen, die Landschaft kennen zu lernen und zu sehen, wie Michi und Martin auch ihre Heimat lieben 🥰 Da zu leben, wo andere Urlaub machen, ist schon schön. Wobei die beiden uns erzählen, dass leider nur die wenigsten Salzburger es auf diese Art genießen, wie sie es tun. Aber wieviele Dortmunder kennen das Nahmertal, Nimmertal oder Stephanoplertal? Die nahe Heimat bleibt oft für viele verborgen. Da hilft vielleicht Corona ein wenig, die eigene Region besser kennenzulernen und dadurch auch mit andere Augen zu sehen, da man den Rest der Welt aktuell nicht so bereisen kann. „Geht raus, Leute, und wenn die große Freiheit wieder kommt, braucht man vielleicht gar nicht mehr soweit weg. Dann kann man sogar #dranbleiben“ (Zitat: Michael Petry)
Nachdem Sigrid die Spezialität vom Campingplatz, das Backhendl, genossen hatte und Martin erst eine Portion Buletten und anschließend noch eine Portion Kassnocken verschlungen hatte, tauchte dann unser Strohmann auf. Die Verbindung zum Campingplatz in Salzburg-Aigen, Frühwirt Gerd. Vor 3 Jahren haben wir zusammen mit Michi, Martin und Gerd den Untersberg bewandert und im Anschluss noch ein paar Bierchen getrunken. Das haben wir an diesem Abend fortgesetzt und ein sehr nettes Stündchen mit ihm verbracht.😀