Der Berg ruft …

Die Giro d‘Italia startet…

Was für ein Glück: am frühen Morgen ziehen ganz dunkle Wolken auf und der Wind bläst richtig kräftig! Da braucht man noch nicht mal ein schlechtes Gewissen haben, wenn man dem Meer den Rücken zukehrt. Als wir beobachten, wie die erfahrenen Wohnmobilcamper hektisch alle wichtigen Teile wie Satellitenanlage, Markisen, Vorzelte, Gasgrill usw. abbauen und verstauen, bauen wir unsren Tisch auseinander und falten die Stühle zusammen, drehen Gas ab und ziehen den Stromstecker und fertig 😜 Erstes Ziel: Lago di Cavazzo.

Ok, wir hören euch förmlich denken: der See – een meer (niederländisch), das Meer – de zee (niederländisch), ist doch alles gleich 🤔 Stimmt, ist so gleich wie Niederländer Belgier sind (Zitat Sigrid) 😂 Wir haben es auch nur per Zufall gefunden und in der Nähe ist ein Berg. Für uns als Triathleten bedeutet so ein See in Bergnähe natürlich eine optimale Kombinationsmöglichkeit. Wir können im See schwimmen und die Berge und Täler zu Fuß oder mit den Rädern erkunden.

Schon relativ früh kommen wir an und können in aller Ruhe die Gerda auf ein schönes Plätzchen in zweiter Reihe installieren. Mittlerweile freuen wir uns sehr und loben uns immer gegenseitig, wie toll wir das alles doch hinbekommen. Das ganze Equipment wieder ausgepackt und aufgebaut, dann mal kurz zum See rüber spazieren und fühlen wie warm das Wasser ist. Warm ist aber bei diesem See deutlich übertrieben, viel mehr als 10 bis 12 Grad waren es nicht. Da darf man auch mal den Neoprenanzug anziehen. Bei einer Schwimmeinheit ist es dann aber doch geblieben. An den anderen Tagen haben wir den See nach sportlichen Aktivitäten dann als Eistonne genutzt, um die Regeneration zu beschleunigen 😀 Vielleicht kam noch dazu, dass ein Schwimmweltmeister mit üppigen Bioprenanzug uns bei unserer Schwimmeinheit davon geschwommen ist. Allerdings sah er auch aus wie ein Indianer und die kennen bekanntlich keinen Schmerz 🤕

Nach dem Schwimmen schön warm duschen und einen Kaffee genießen. Dabei beobachten wir, was so um uns herum passiert, jeder Campingplatz ist eine Lindenstraße. Am späten Nachmittag kommt ein schöner alten VOLVO 850 T5 Kombi mit gelbem Nummernschild angefahren, 2 junge Leute steigen aus und sowie bei Martin in seinen VOLVOs oder andere Autos lagen die Rennräder brav im Inneren oben auf dem Gepäck. Das macht schon sympathisch 😀 Ein freundliches Grüßen und schon hat man eine Ebene gefunden 😁

Während wir unseren Kaffee schlürfen, sagt Martin, der Berg macht mich unruhig 😇 Obwohl die falsche Übersetzung am Rad montiert ist, kann man den nicht einfach den Berg sein lassen. Da WILL man dann hoch. Sigrid die genauso fühlt und denkt, wird dann nicht dagegen sprechen 😁 Also am nächsten Tag wird er in Angriff genommen 😇

Monte Zoncolan

Gefürchtet von den Radprofis, öfter mal Teil der Giro d‘Italia, sagenumwoben. Das möchte man selber erfahren. Morgens halb 8 steigen wir auf die Räder, damit wir vor der großen Hitze oben sind. Am Fuße des Berges noch ein Espresso und dann geht es rauf 😁 Bei der erste Rampe im Ort weiß man es eigentlich schon, es wird hart. Die folgenden Kilometer sind zwar etwas einfacher, wir sind in Sutrio gestartet, aber ab Kilometer 8 kommen dann die steilen Rampen und man fragt sich, ob man gleich umkippt, weil das Rad sich nicht mehr bewegt… wir schaffen es natürlich trotzdem und happy über die Leistung und die wunderschöne Sicht tut direkt nichts mehr weh …

Neben der Übersetzung hatte Martin noch ein Zusatzgewicht, war aber ganz erleichtert als er dann sein Idol am Wegesrand gesehen hat…

Am nächsten Tag sind wir dann nur ein Stück gewandert. Es war ein interessanter Tag, die Wanderung war nicht so, wie wir gedacht hatten und wir sind vom Weg abgekommen, off-road durch Sträucher und Büsche wieder raufgeklettert. Zum Abendessen sind wir auf die MTB‘s gestiegen und 3,5 Kilometer zum Restaurant gefahren. Da angekommen verstehen wir erstmal nicht, was die Kellnerin uns erzählt. Sie bemerkt dann nach 5 Minuten, dass wir kein italienisch verstehen und auf englisch geht es natürlich besser 😁 Wir setzen uns hin, bestellen ein Bier und fragen nach der Karte. Da bekommen wir ihre Geschichte erzählt, über ihr Restaurant, COVID-19 usw. In einem kurzen Satz erzählt: die Küche ist zu 😉 Sie ist aber wirklich sehr lieb und nett und erzählt, wo wir noch hinfahren können. Da haben wir dann doch noch was bekommen 😁

Kurzfristig haben wir uns entschieden am Montag schon weiter Richtung Dolomiten zu fahren. Martin konnte Laura und Tim noch eine gute Fahrt auf den Monte Zoncolan wünschen und wir machten uns nach dem Frühstück abfahrtbereit. Bevor wir losgefahren sind, noch ein kleines Briefchen an den VOLVO der beiden gepackt. Wir haben uns dann sehr gefreut, als Sie uns per E-Mail über ihre Erlebnisse am Berg berichteten 🏔 Chapeau für die Zwei, aber insbesondere für Laura, die vorher noch keinem Pass gefahren war. Fazit von Tim: wenn man diesen schafft, sind alle anderen einfacher 😁

Für uns geht es in unsere gefühlte Heimat: DOLOMITEN

4 Kommentare zu „Der Berg ruft …

  1. Ja, das liesst sich gut und ich freu mich sehr für Euch.
    Südtirol ist der HAMMER; besonders zu Fuss. Lasst das Tal der Eismacher nicht aus 🙂 Und Schloß Juval weckt Fernweh ganz besonders noch mal…
    Ich übe noch ein wenig hier im Flachland Triathlon, die B-Variante. Radeln, Reiten, Relaxen… und was Neues ausdenken… Lass mich auch treiben und finde es supergeil!!!!! Tot ziens!

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    1. Hallo Lu, wir fühlen uns hier so wohl und sind voller Tatendrang… Hier können wir uns den Sommer über austoben 😎 Freue mich sehr für dich, dass du auch angekommen bist im Sabbatjahr! 😃
      Weiterhin ganz viel Spaß, schöne Erlebnisse und einfach eine tolle Zeit, wünschen wir dir 😘👍
      Tot ziens 👋

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