Vive la France, vivre en France…

Belvedere

Leben wie Gott in Frankreich. Es gibt einige Sätze, die uns vermitteln sollen, wie das Leben in Frankreich ist, nämlich einfach göttlich 😇 Für diejenigen unter uns, die das Buch oder den Film „die Hütte, ein Wochenende mit Gott“ kennen: Martin hat auf dem Männerklo Papa gesehen 😀

Nach der Abreise in Salzburg sind wir durchgefahren bis Chiusa in Südtirol. Ein wunderschönes Städtchen, von wo aus man in die Dolomiten fahren kann. Es ist das Tor zum Villnösstal, Valle Gardena, Brixen oder Bozen. Villnösstal ist die Geburtsstätte Reinhold Messner, Valle Gardena der Durchgang zum Sellastock oder Seiseralm, von Brixen aus kommt man zur Plose oder Lüsenertal und dann zum Würzjoch und von Bozen kommt man zum Karerpass, Karersee oder Orte wie Welschnhofen oder Deutschnhofen. Die Geburtsstätte der Titanräder 😇 Chiusa ist klein und hat eine wunderschöne Altstadt. Von der Gerda aus hatten wir einen sehr schönen Blick auf die Burg, die über Chiusa ragt und die Stadt selber ist kunstvoll dem Rad gewidmet 😀

Früh aufgestanden sind wir direkt nach dem Frühstück losgefahren, um noch mal „Strecke“ zu machen. Den nächsten Stopp haben wir dann in Vercelli gemacht. Das Städtchen hat mal eben 7 italienische Titel beim Fußball eingefahren und ist Europas größter Umschlagplatz für Reis. Wahrscheinlich euch alles bekannt, wir wussten es nicht. Wir haben da unsere Premiere gemacht und haben einen kostenlosen Stellplatz gewählt. Etwas außerhalb der Altstadt gelegen einen recht großen Parkplatz, wo sich die Jugendlichen treffen zum Pöhlen, Basketball spielen oder auf frisierten Mopeds rum knattern. Gleichzeitig bildete der Parkplatz eine Umgehungsstraße für die Ampelkreuzung der Hauptstraße. Also richtig lebendig und spannend. Fürs Abendessen sind wir dann in der Altstadt einkaufen gegangen und haben super leckere Antipasti gekauft, frisch zubereitet im kleinen Laden, preislich in der Oberliga angesiedelt, aber geschmacklich schon Bundesliganiveau 😀

Nach einer unerwartet sehr ruhigen Nacht sind wir wieder früh aufgestanden und fröhlich weiter gefahren Richtung Frankreich 🇫🇷 Unser Ziel war Roquebillière, ein recht kleines Örtchen etwa 50 Km nördlich von Nizza, im Département Alpes-Maritimes. Die Fahrt lief recht zügig und so gegen 14 Uhr standen wir vor der Rezeption vom Campingplatz. Sie wollten nicht so recht glauben, das wir mit Bussi und Gerda schon am Tor stehen, der letzte Kilometer war sehr eng und mit Haarnadelkurven gespickt und auch der Eingang zum Platz war nur mit Adlerauge, Fahrkunst und Mut zum Risiko zu bewältigen gewesen. Wir sind aber mittlerweile ein wunderbares Team, wir 4.

Den Platz ausgesucht, Gerda installiert und Sigrid konnte endlich ihre neue Liebhaberei, Wäsche waschen wieder ausüben 😀😀

Nachdem wir in Österreich sehr viel Mountainbike gefahren waren, haben wir uns dazu entschieden als erstes mal wieder einen Klettersteig zu machen. In der direkten Umgebung sind einige im Angebot und wir haben uns entschieden auf den Col St. Martin zu fahren und da einzusteigen 😀 Der Klettersteig war laut Beschreibung ein typischer französischer Steig, was bedeutet, wenig direkten Felskontakt dafür sehr gut ausgebaut und mit vielen Tritten und Handgriffen gespickt. Insgesamt waren wir 3 1/2 Stunden im Klettersteig unterwegs. Einige Male mit etwas Überhang, wo wir schon unsere komplette Körperspannung brauchten. Als dann rotmarkiert eine Seilbrücke überquert werden sollte, haben wir erstmal gekniffen und sind über den Wanderweg zur nächste Stelle gedackelt 😇 Danach wieder eingestiegen und nach einigen Hundert Metern wieder eine Seilbrücke. Wir wieder rum, aber 50% von uns wollten doch mal fühlen, wie das so ist. Also reingehakt, rüber gelaufen und wieder zurück gekommen… geht 😀

Was kann man dann noch so tun in die französische Alpen🤔

Damit wir gar nicht denken oder selber planen müssen, ist in Roquebillière diese Tafel angebracht. Die Routen sind schön unterteilt in Schwierigkeitsgrade und einfach von der Website runterzuladen. Martin kannte den Col St. Martin schon aus der Alpenüberquerung in 2017: da entstehen Männer- oder Martinfreundschaften.

Martin+Martin = St. Martin

Wir sind eine Tour durch Le Vallon de la Gordolasque gefahren. Ein kleines Tal mit einer schönen Schlucht und am Ende etwas unspektakulär ein kleiner See. Knappe 34 Km mit knappen 1100 Hm. Ein Warming-up bevor es später an die richtigen Pässe geht. Am Anfang gab es noch eine Schrecksekunde als Sigrid nicht mitbekommen hat, dass Martin seine Windjacke ausziehen wollte. Sie hat sein Zeichen übersehen und lag dann auf dem Boden 😢 Ausser ein paar Schürfungen und einen eingebrochenen Cleat am Schuh nichts passiert. So eine Tour kann sie auch einbeinig fahren 😜 Das gute an der Geschichte, am Mittag sind wir dann nach Nizza gefahren.

Besuch in Nizza, auf die Spuren vom Ironman gespickt mit einer Fuchsjagd, Abschürfungen am Außenspiegel, ein Knöllchen, ein vergessenes aber wieder gefundenes IPhone und eine lange Wanderung durch die Altstadt, Promenade des Anglais und am Hafenbecken entlang. Zusammen gefasst ein Besuch von etwa 3 Stunden Nizza 😜 Aber das wichtigste, die neue Cleats hatten wir in der Pocket.

Die zweite Tour sollte dann auf den Col de Turini (1607m.) führen. Nach einer kurzen Abfahrt aus dem Dorf ging es nach ca. 8 Km in den Anstieg. Auf einem Schild stand, dass am heutigen Tag der Pass gesperrt würde, aber nach kurzer Überlegung haben wir entschieden, als Radfahrer kommen wir bestimmt rüber 😇 Nach ca 5 Km waren schon die ersten Straßenbauer am werkeln, haben uns aber freundlich durchgewinkt, dann noch mal 3 Km konnten wir die nächsten ungehindert passieren. Ein aus einem PKW rufender Anzugsträger wollte uns stoppen, aber manchmal versteht man den französischen Dialekt sehr schlecht. Als dann ein aufgebrachter LKW-Fahrer uns die Straße versperrte und laut sprechend und wild gestikulierend darauf hinwies, dass der Pass gesperrt ist, haben wir aufgegeben. Einen gesperrten Pass runter zu fahren gibt aber Tour de France Feeling, kein Gegenverkehr ist schon cool 😎

Wieder unten angekommen, haben wir uns ein Café au lait und ein Café Noir gegönnt, um zu beratschlagen, wie wir weiter machen. Schön ist, dass bei so kleinen Cafés immer die lokale Bevölkerung sitzt. Daher gibt es kurze nette Gespräche und lokale Tipps, diesmal ein älterer Mann. Er berichtete uns von seiner Herzschwäche und seinem Elektrorad, aber auch von den möglichen Touren in der Umgebung 😀 Wir haben uns trotzdem entschieden, zurück zum Campingplatz zu fahren. Sigrid wollte etwas Haushalt betreiben und Martin noch eine Tour fahren.

Madone d‘Utelle (1174 m.) Ein wenig die Umstellung mit den neuen Kettenblättern noch einüben 😇 Auf 16 Km steigt es um ungefähr 880 Meter an. Sehr moderat, aber bei den aktuellen Temperaturen über 30 Grad trotzdem eine schöne Herausforderung. Oben angekommen ein wunderschönes Panorama

Leider gibt es von Sigrid‘s Haushaltarbeiten nur ein Bild 😉

Das nächste Ziel ist Lac de Ste. Croix😎

Die Berichterstattung von der Vorwoche ist in Arbeit 😇

6 Kommentare zu „Vive la France, vivre en France…

  1. Wäre gern mit dem Rennrad bei den Fahrten dabei gewesen. Sigrid’s Vorstellung von Hausarbeit finde ich aber auch richtig gut😂. Lasst es Euch gut gehen – geniesst die Zeit – und alles Gute Euch Zweien 💪👍

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    1. Hey Dirk, du hast doch auch eine wunderschöne Tour gemacht 😎
      Heute sind wir vom Campingplatz in Rustrel auf dem Mont Ventoux gefahren 😀 Richtig geil, nach 3 Monate Sauerland, Schwäbische Alb, Dolomiten und Fahrten um Salzburg und Lienz sind wir so fit. Bei 3 bis 5% Steigung fliegen wir met 24/25 Km/h an allen vorbei 😀😀😀😀

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