
Nach einer entspannten Reise zur Mittelmeerküste – um genau zu sein in die Camargue – landen wir auf den Campingplatz „De La Brise“. Ein zu diesem Zeitpunkt sehr passender Name.
Auf dem Vorplatz treffen wir schon mal auf einen sehr erleichterten Leipziger. Wir waren seit Wochen die ersten beiden Deutschen, die er getroffen hat. Da haben wir ihn in dem Glauben gelassen und nicht Martins Nationalität verraten 😉
Er hat uns kurz berichtet, dass der Campingplatz am nächsten Tag schließen wird und er würde den nächsten anfahren. Wir haben dann kurz überlegt und uns entschieden, eine Nacht hier zu verbringen und am nächsten Tag weiter zu überlegen 🤔
Nachdem wir Gerda installiert hatten – mittlerweile können wir sogar ganz entspannt den Ausgleich mit Keil – haben wir einen Spaziergang gemacht. Es herrschte eine frische Brise.
Der Ort Saintes-Maries-de-la-Mer ist direkt am Mittelmeer gelegen und begrenzt dort die Camargue. Die Camargue steht für Flamingos, wilde Pferde, Schwarze Stiere, Salz und viel unberührte Natur.

Zur Entwöhnung haben wir an dem Tag den Alkohol etwas reduziert, jeder auf das Maß, das er brauchte 😇

Am Morgen haben wir uns entschieden, den Leipzigern nachzureisen: 3 Kilometer weiter war schon der nächste Campingplatz „Le Clos du Rhône“, und das Wetter auch deutlich besser. Der Campingplatz liegt eingebettet zwischen der kleinen und der großen Rhône. Als wir den Stoneman Glaciara gefahren sind, haben wir den Alletschgletscher gesehen, der liegt nicht ganz weit weg vom Rhônegletscher. Dadurch haben wir eine ungefähre Vorstellung der Entstehung des Flusses. Der Rotten, so wie er im Wallis noch genannt wird, ist uns auf unserer Reise jetzt schon mehrfach begegnet und jetzt sind wir an seiner Mündung 🤓
Der Ort am nächsten zu seiner Quelle, Reckingen, war Teil der Glaciarastrecke. Genauso wie unser damaliger Campingplatz in Mörel-Filet. Seyssel, unser Standort für den Col du Grand Colombier, ist auch direkt am Fluss gelegen. Wir sind an Orten gewesen, gelegen an der Isere, der Ardèche, der Drôme, der Aigue, der Nesque, dem Verdon, der Arc oder der Romanche, alles Zuflüsse der Rhône. Eine ganz spannende Recherche, die wir jetzt gemacht haben bei der Erstellung unseres Beitrags 🤓

Die Camargue umfasst das ganze Gebiet zwischen den Mündungsarmen der Petite Rhône und der Grande Rhône. Die Petite Rhône entspringt bei Arles. Arles ist der Ort, an den Sigrid glücklicherweise zur Abi-Abschlussfahrt mit hin durfte. So schließen sich immer die Kreise und neue Geschichten und Zusammenhänge haben da ihren Ursprung, je nach Blickwinkel.
Eine Geschichte für Sigrid schließt sich hier durch die Erinnerung an damals und eine neue Geschichte startet, als wir auf unserer Rennradrunde eine Brücke besuchen, die mal als Motiv diente für Vincent van Gogh. Vor der Brücke war noch eine kleine Holzschleuse, soviel zum Thema Geschichte.
Das Leben ist einfach wie Wasser: das Leben ist leicht, wenn man es fließen lässt.
Die Geschichte Vincent van Gogh hat für uns hier seinen Ursprung. Wir haben uns in Ruhe die Brücke und Schleuse angeschaut und wurden vermutlich und ungewollt Motiv von einer genervten Kunststudentin 😇 Wir haben solange ausgeharrt auf unserem Platz, dass sie uns aus Verzweiflung mit fotografieren musste 😌 Anschließend sind wir in die Stadt gefahren.
Arles hat eine beeindruckende Geschichte und zeigt das auch. Ein sehr gut restauriertes Colosseum und Amphitheater sind Zeuge eines ganz anderen Zeitalters.
Nach so viel Kultur brauchen wir einen Kaffee. Diesen haben wir an einem Platz getrunken, sehr idyllisch gelegen und bevölkert von den Einheimischen. Es ist immer wieder schön, das Treiben und Leben zu betrachten, den Gesprächen zuzuhören, die man nicht wirklich verstehen kann. Die Menschen zu beobachten und die Vielfalt und Einzigartigkeit zu sehen.
Obwohl uns zu diesem Zeitpunkt gar nicht bewusst war, welcher Bedeutung dieser Platz hat, war uns klar, hier leben Künstler 👩🎨
Neben unserem Café stand ein gelbes Haus, Café van Gogh. Auch hiervon kannten wir die Bedeutung nicht.

Dazu in einem unserer nächsten Beiträge mehr 😀
Wir machten uns dann auf den Rädern wieder auf den Weg und über schöne und flache Landstraßen ging es wieder Richtung Gerda.

Eine kurze Mittagspause in St. Gilles. Auch wenn das Bild vielleicht täuscht, wir sind nicht im Waasland 😀 Martin war angetan von Plat Vegetarien au Suggestion du Chef und Sigrid bestellte eine Fischsuppe 😇 Die Fischsuppe war sehr lecker 😋 Die Suggestion des Chefs war ein Genuss für jeden überzeugten Vegetarier: ein Teller mit Reis, Pommes und ca. 10 Böhnchen 🤣😂
Gestärkt wieder aufs Rad, wobei von dieser Tour leider keine Bilder existieren. Nach einigen Kilometern haben wir einen anderen Radfahrer überholt und der hat sich dran gehängt, was Martin dazu motivierte, kilometerlang richtig Druck zu machen 😅 Das resultierte dann in einen Heimwegschnitt von 31,5 Km/h 😎 Fotos entstehen bei dem Tempo natürlich nicht mehr. Der Kollege hat sich aber bestimmt cinque mal bedankt fürs ziehen 😇
Ihr könnt es natürlich nicht wissen: unsere Rennradrunde war einen Tag, nachdem wir mit unseren MTB‘s durch den Nationalpark Camargue gefahren sind. Eine sehr beeindruckende Landschaft, eine sehr schöne Runde.
Über ein gut ausgebautes Radwegenetz, sind wir durch die Landschaft gecruist und haben all das gesehen, was die Tourismusflyer versprechen 😀

Zum Abendessen sind wir ins Dorf gegangen, um mal so einen schwarzen Stier zu probieren. Wir können nur sagen, sie sehen nicht nur gut aus, sie schmecken auch gut 😊 In einem waren wir uns sicher: so kurz nach den Stierkämpfen vom Wochenende konnte dieses Fleisch nicht daher kommen.
Morgens nach dem Frühstück haben wir alles eingepackt, den Kaffee für unterwegs gekocht, noch kurz mit den Leipzigern gequasselt und wir wären soweit. Gerdas Beine eingefahren, Stützrad eingestellt und die Deichsel auf Höhe gekurbelt, jetzt nur noch den Bus 🚎 ranfahren…
Der wollte nicht…….
Kein Mucks machte der, nichts, null Komma null…
In dieser Situation zeigte sich, was für ein wunderbares Team wir sind. Lieben und geliebt werden ist einfach, vor allem, wenn alles immer schön rund läuft. Was passiert aber in so einer Situation❓
Der nervöse Aktionismus und Tatendrang von Sigrid trifft da auf die Ruhe und Gelassenheit von Martin. Unser Schlüssel auch da: nicht den anderen ändern wollen, sondern diese Charaktereigenschaften wirken lassen. Sigrid bringt dann 1000 Vorschläge und Martin relativiert. So entsteht keine Hektik, keine Aufregung, keine Unruhe.
Zwei Telefonate und schon ist die Hilfe unterwegs. Zum Glück war es nur die Batterie 🔋 Aber trotzdem vielen Dank an Ford, die über unsere erweiterte Garantie alles super in die Wege geleitet haben.












Yin & yang
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