
Die erste Fahrt in die Pyrenäen führt uns nach Prades, am Fuße des Mont Canigou. Geschichtlich ist der Mont Canigou erwähnenswert, da er eine Rolle spielte als südlichster Vermessungspunkt, der sogenannte Pariser Meridian. Spannend noch mal nachzulesen, wie die unterschiedlichen Auffassungen damals waren über der Form der Erde 🌍
Ein Sabbatical ruft auch da wieder Erinnerungen wach: Martin hat in der Schule Geschichte und Staats- und Sozialwissenschaften geliebt. Die beiden Fächer – trotz aller versuchten Interventionen des Lehrers – aber abgewählt. Jetzt mit Zeit und Muße kann er vieles nachlesen und in unserem Blog für euch Lehrertätigkeiten ausüben 😊
In Prades angekommen mussten wir seit langem mal wieder warten, bevor wir auf den Campingplatz konnten. Es war Mittagspause. Da ist es dann schön, wenn man seine Wohnung dabei hat und sich seine Butterbrote schmieren kann und gemütlich sitzend verspeist 😋
Nach der Anmeldung und Einrichtung sind wir zu Fuß in den Ort gegangen, ein bisschen einkaufen und ein Bierchen trinken auf dem wunderschönen Dorfplatz.

Die erste Radtour in den Pyrenäen haben wir dann am nächsten Tag gemacht. Keine großen Pässe, aber dafür eine sehr schöne Strecke. Die ersten Eindrücke haben wir gesammelt. Und die total unterschiedliche Landschaft im Vergleich zu den Alpen war auf Anhieb klar.
Auch Sigrid findet auf unseren Touren immer wieder mal einen geschichtlichen Höhepunkt.

Endlich sind wir auch mal wieder einen Klettersteig gegangen.
Nach einer Stunde Fahrt über einen Pass und extrem schmale Wege treffen wir auf den Einstieg. Weit weg von jeglichen touristischen Möglichkeiten, haben sich hier einige Menschen sehr viel Mühe gemacht und einen schönen und anspruchsvollen Klettersteig gebaut.
Direkt vom Parkplatz aus geht es schon los und wir steigen in die Wand hinein. Auf dem ersten Teilstück direkt ausgesetzt und teilweise mit Überhang. Schön und spannend 😇
Der zweite Teil ist weniger steil, dafür mit etwas anderen kleineren Schwierigkeiten gespickt.
Der dritte Teil war dann relativ einfach und wie immer waren wir deutlich schneller als die angegebenen Zeiten.
Oben angekommen haben wir unsere Bütterken gegessen und die Aussicht genossen, bis zu dem Zeitpunkt als uns plötzlich …..

Der Abstieg war einfach und daher waren wir ziemlich schnell wieder unten.

Nachdem Sascha mitbekommen hatte, in welcher Gegend wir sind, hat er uns noch schnell einen Tipp gegeben: Col de Pailheres wäre bei uns um die Ecke 😊
Wenn man schon mal eine Prä-TdF gefahren ist oder RAAM usw., ist „bei euch um die Ecke“, nicht gleich „bei euch um die Ecke“ 😉 Wir haben dann kurzerhand entschieden, dass wir eine 2-Tagestour draus machen – Rucksack packen, Fahrräder fertig machen und Hotelzimmer buchen. Und los gehts.
Die Wettervorhersage war sehr gut und so früh wie möglich sind wir los, um wieder Pässe zu sammeln 😊
Leider konnten wir an den beiden ersten Pässen unser Hobby – Passbildern sammeln – nicht ausüben. Es fehlten einfach die Passhöhe- Schilder 🧐
Nach den beiden ersten Pässen und noch weit genug von dem Einstieg zum Col de Pailheres entfernt, wollen wir eine kurze Pause machen und uns stärken. Formigueres ein nettes Örtchen, das passt 😊
Als wir unsere Räder abstellen, werden wir sofort von der Postbeamtin ermahnt, wir können da unsere Räder nicht hinstellen 🤨 Kein Problem, wir stellen sie woanders hin und gehen entspannt zur gegenüberliegenden Pizzeria mit schöner Terrasse und Sonnenplätzchen 😍
Wir stellen einen Fuß ins Geschäft und wollen kurz schauen, was es gibt. Sofort werden wir hinaus zitiert. Es wird draußen serviert. Okay, wir schieben 2 Stühle herbei und warten 😇 Da werden wir im lauten Ton darauf hingewiesen, dass wir drinnen die Bestellung aufgeben müssen 🧐
Wir gehen wieder hinein und bevor wir irgendwas sagen können, sollen wir wieder raus, ein Halstuch wäre kein Nasen-Mund-Schutz. Da hatte Martin die Schnauze voll. Wer nicht will, der hat schon 🙃
Um die Ecke eine nette Crêperie: „Nein, bei uns gibt es nichts zu essen“ 🤨
Da sind wir dann zum Supermarkt gefahren, haben eine Kleinigkeit gekauft und im kleinen Café am Dorfplatz verspeist, wo wir bei einer netten Frau einen sehr leckeren Kaffee dazu bekommen haben 😜 Und weiter ging es 💪🏻
Ein sehr schöner Pass, angenehm zu fahren, sehr wenig Verkehr und so warm 🥵 dass wir doch noch Armlinge und Beinlinge ausgezogen haben. Oben angekommen ein herrliches Panorama. Da sind wir Sascha dankbar für den Tipp und machen ein Passbild in der Sonne 😎
Jetzt nur noch runterfahren und Hotel suchen …

Ein paar Hundert Meter am Ortsschild Ax-les-Thermes vorbei und angehalten, um die Adresse vom Hotel bei GoogleMaps einzugeben. Da wundern wir uns über eine komische Route. Also nochmal wiederholt, aber die gleiche komische Route bekommen…
Sigrid guckt nochmal herum, fragt nochmal nach dem Namen und auf Martins Antwort, sagt sie dann ganz trocken: „Wir stehen direkt gegenüber“ 😜
Kurz einchecken, duschen und dann ein wohlverdientes Feierabendbier 😁
Den ersten Durst gelöscht, geht es auf die Suche nach einem reichhaltigen Abendessen 🥘 Wir finden in einer Seitenstraße ein kleines Lokal und fragen erstmal vorsichtig, ob wir reinkommen dürfen – unsere Erfahrung vom Mittag war noch sehr präsent 😁 Die Wirtin freute sich aber und überschwänglich begleitet Sie uns zu unseren Plätzen, zeigt und erklärt uns die Karten, sowohl Speisekarte als auch Getränkekarte. Wir sind überzeugt, hier sind wir richtig 😁
Einige Minuten später kommt sie wieder und als Martin seine Bestellung aufgegeben hat, wollte sie erst diskutieren: das geht nicht, das wären 2 Hauptgerichte…
Als Martin sich dann erklären wollte, meinte Sie: C‘est bon 🙄
Hinterher war sie dann doch sehr überrascht, was kleine Hänflinge so essen können 😜
Gut geschlafen, gut gefrühstückt und rauf aufs Rad.
In Ax-les-Thermes ging es direkt in den Anstieg zum ersten Col, Col de Puymorens. Insgesamt 28 Kilometer und 1580 Höhenmetern also ein gutes Warming-up.
Die Abfahrt führte uns dann bis nach Spanien 🇪🇸 nach Llivia. Eine spanische Exklave in Frankreich. Ihre Geschichte führt schon zurück bis in die römische Zeit, da bekam es die Gemeinderechte. Stadtrecht besitzt es schon seit 1528 als Karl V. sie verliehen hat. Durch den Pyrenäen-Frieden von 1659 wurde das ganze Gebiet bis auf Llivia Frankreich zugeordnet.
All das war für uns Grund genug, um uno Café Americano et Uno Café con Leche zu trinken mit einem lecker Stück Tarte de Catalan 😋
Weiter rollen wir dann durch die Hochebene wieder zurück nach Frankreich und erklettern den Col de la Perche und danach unerwartet auch noch den Col de la Llose. Danach gehts nur noch abwärts in Richtung Prades. Müde, aber sehr glücklich und zufrieden, genießen wir den Abend bei einem lecker Burger und ein… 🍻 im Ort.
Schlechtes Wetter lässt uns wieder zum Mittelmeer reisen, auch da gibt es noch genug zu tun.
Never give up Hope 😇









































Herrlicher Bericht!!! Jede Woche ein Highlight Eure Erlebnisse nachverfolgen zu können!! LG Martin … bin gedanklich bei Euch!!
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Dankeschön lieber Martin, es kommt noch eine Aktualisierung, ich war zu früh 😁😁
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