
Da das Wetter nochmal angenehm wird, haben wir uns eine Runde ausgetüftelt, bei der wir den Col d‘Aspin befahren können. Beide mögen wir es nicht, bereits gefahrene Strecken nochmal zu fahren und deshalb wollen wir die Ostanfahrt von Arreau fahren. Die Westanfahrt würde über St. Marie de Campan führen, wie am Vortag zum Col de Tourmalet.
Vom Campingplatz fahren wir bis Bagnères-de-Bigorre und biegen dann ab zum Col des Palomières.

Die erste kleine Überraschung ist da. Ungefähr 2 Kilometer sind wir angefahren bei durchschnittlich 2% Steigung, und dann folgt schlagartig ein Kilometer mit einer durchschnittlichen Steigung von 15%, wobei es Spitzen gibt bis 18%. Da kommen wir sofort ins schwitzen 😅 Der nächste Kilometer ist dann wieder etwas gemütlicher, aber der letzte steigt dann doch wieder in Richtung 2-stelliger Werte. 3 Kilometer und 310 Höhenmeter ein gutes Warming-up 😇

Obwohl es noch früh war und der Pass noch nicht mal einen Eintrag hat auf Quäldich.de, war es auf Passhöhe richtig voll. Kein anderer Radfahrer, dafür ziemlich viele Jäger und bei einem Wohnmobil wurde fleißig die Yogastunde durchgeführt unter Aufsicht des Gurus 🙏🏻
Eine gemütliche Abfahrt folgte, und zwei kleine Überraschungen folgten dann in relativ kurzen Abständen 😉
Die Erste der beiden war völlig unerwartet, als unser Navi uns rechts abbiegen ließ und die Straße leicht abfallend mit sehr schlechtem Belag in den Wald führte. Eine Rechtskurve später wieder aus dem Wald heraus steht vor uns eine Wand 😳 Die Wand änderte sich dann nach der nächsten Linkskurve in eine noch steilere Wand 😳😳
Ruhig bleiben und im Stehen versuchen, die Kurbel zu drehen. Nicht überpacen, es könnte noch eine Kurve kommen und noch steiler werden. Passiert aber nicht 🤪 Oben angekommen, zeigt ein Schild, was wir gerade gefahren sind.
Gemütlich wieder runter und durch die wunderschöne herbstliche Landschaft weiter zur nächsten Überraschung 😊
Und…………

Fast dran vorbei gefahren, nicht wirklich als Passhöhe erkennbar und dann auch noch versteckt hinter einem Traktor 🚜
Jetzt ging es dann eine Zeit lang an der Hauptstraße entlang zur nächsten Legende. Ein paar Kilometer vorher haben wir in Sarrancolin noch kurz Rast gemacht bei einer Boulangerie direkt gelegen neben einer wunderschönen Kirche. Ein netter älterer Mann hat uns kurz erklärt, wo es eine Bank gibt zum Sitzen, wo man sich Wasser zapfen kann und wo eine öffentliche Toilette ist. Alles ungefragt: so nett, so natürlich, so selbstverständlich für ihn, ein schöner Mensch. Nachdem Sigrid alle seine kompletten kleinen Hinweise befolgt hatte und wir unsere Leckereien und den Kaffee von der Nachbarbude getrunken hatten, nix wie weiter 😊

Nein, das wussten wir vorher schon, wir sind aber zuversichtlich, dass wir mit dem Rad auch ganz rüber kommen werden 😁 Das Gefühl verstärkt sich noch, wenn ein französisch sprechender Mann sich auch vorbereitet auf den Aufstieg. Also, weiter gehts.
Martin kannte den Col schon aus den 90er Jahren. Der Pass ist sehr schön zu fahren und gibt immer wieder sehr schöne Fernblicke frei…
Nach dem dritten Foto-Stop überholte uns der Radfahrer von unten. Martin meinte, wir sollen ihm genügend Vorsprung geben, er wollte heute nicht spielen 😇
Als wir ihn dann irgendwann doch wieder sehen, werden langsam und fast unmerklich das Tempo und der Druck erhöht, bis man dran ist. Ein paar kurze Worte wechseln und weiter gehts.
Die nächste Überraschung: der Mann kämpft sich heran und freut sich so richtig, losplappern zu können. Und nach eine Mischung aus Französisch, Englisch und Deutsch stellen wir fest das 2 Niederländer auch Niederländisch miteinander sprechen können 😂
Die eigentlich gesperrte Abfahrt ließ sich trotzdem gut bewältigen. Außer ein bisschen Schmutz auf dem Asphalt gab es keine Probleme und ruckzuck waren wieder bei unserer geliebten Gerda
Nach so vielen Überraschungen an einem Tag, überraschen wir uns selber und wollen am Abend mal vor die Tür gehen…
Frisch geduscht und gestylt, sind wir um 18 Uhr schon im Ort und versuchen ein Plätzchen im Restaurant zu bekommen. Diesmal sind wir aber nicht überrascht, dass es noch viel zu früh ist 😂
Dann erstmal in die Kneipe 🍻
Im Restaurant kam dann die letzte Überraschung: Covid-19 auf dem Vormarsch. Nur noch geöffnet von 19 Uhr bis 20 Uhr 30. Wenn man die Karte schlecht versteht und sehr, sehr, sehr hungrig ist, ist das eine große Herausforderung.



















Ik ben weer helemaal bij 🐝
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